Agra

Reisetipps Agra, mit dem berühmten Taj Mahal

Agra, das ist für den Touristen gleichzusetzen mit dem Taj Mahal und dem dazugehörigen Roten Fort. Die Geschichtsschreiber berichten, dass es Großmogul Shah Jahan war, der dieses einzigartige Monument in Gedenken an seine, bei der Geburt des 14. (in Worten: vierzehnten) Kindes verstorbene, große Liebe und dritte Frau Mumtaz Mahal erbauen ließ. Das Bauwerk wurde 1648 fertiggestellt. Da Jahan damit nur 13 Kinder von Mumtaz geblieben waren, nahm das Unglück für ihn seinen Lauf. Einer seiner Söhne setzte ihn ab und verbannte ihn für den Rest seines Daseins in das gegenüberliegende Rote Fort. Das durfte er bis zu seinem Tod nicht mehr verlassen. Da sag noch mal einer, dass die Zahl 13 kein Unheil bringt.

Der Nachwelt blieb aber das Taj Mahal erhalten

Zu dem machen auch wir uns auf den Weg. Voller Vorfreude auf diesen imposanten Beweis einer unsterblichen Liebe.

Aber unsere Geduld wird zuerst noch auf eine Probe gestellt. Denn es steht für uns zunächst ein Pflichtbesuch an. Wer schon mal dort war wird es ahnen – in einer Teppichfabrik an. Es ist wirklich interessant, einmal life die einzelnen Stationen von der Entstehung eines Teppichs bis zum finalen Akquisegespräch mit zu erleben. Ja, wir genießen alle Phasen. Auch den Höhepunkt, wo der gewitzte Verkäufer seine Helfer dazu bringt, einen Teppich nach dem anderen vor uns ausrollen zu lassen. Ein wahres Fest für alle Sinne, sogar für die feinen Sensoren unserer nackten Fußsohlen, denn wir müssen die prächtige Wäre begehen und die Unterschiede herausfühlen. Alles ist gut. Der Vortrag des Verkäufer ebenso wie der Tee, der uns gereicht wird. Die tollen Teppiche. Nur der krönenden Abschluss will nicht zustande kommen. Wir sind stolz, uns als die Gewinner in diesem subtilen Duell bezeichnen zu dürfen. Kein Kaufabschluss! Wer möchte, darf gerne nachfragen wie es uns gelungen ist, ohne Verlust von Gesicht und Ehre den Ort zu verlassen, und nicht vor dem Verkäufer eingeknickt zu sein.

Nun aber zum Taj Mahal, das wir zunächst aus der Perspektive des Roten Forts betrachten

Das Rote Fort, gegenüber errichtet, war wie oben beschrieben für 8 Jahre zu einer Art Luxusknast für den Großmugul a.D. Shah Jahan. Ein Ort, der zum Staunen anregt. Architektonisch ein tolles Ergebnis, das immer noch beeindruckt. Und die Vorstellung ist ergreifend, dass einst von einem der Aussichtspunkte der schmachtende Shah Jahan hinüber geblickt haben mag. Zum tatsächlich schönsten Grabmal der Welt.

Ich, der männliche Teil unseres Teams, bin mir persönlich zwar nicht ganz sicher

… ob das Taj wirklich die Numero Uno unter den Gräbern ist. Schließlich ist die Cheops-Pyramide viel mächtiger. Und sie ist und aus Sicht eines Minimalisten (wiederum ich, der Mann) einfach stilistisch überzeugender. Oder gar das Mausoleum des Mausolos. Das Grab dieses schmächtigen Königs, mit dem mächtigen Grabmal. Aber bei Frauen ist und bleibt das Taj eben an der Spitze. Und wer würde es wagen, diesen Rang vor Ort relativieren zu wollen, ohne damit die Stimmung für den Rest der Reise aufs nachhaltigste gefährden zu wollen.

Nach dem Einchecken in unser Hotel

… das wir übrigens logistisch genial auf dem Weg zum östlichen Eingang gewählt haben, die entscheidende Frage: Besucht man das Taj zum Sonnenuntergang oder zum Sonnenaufgang? Oder vielleicht sogar nach dem Motto, das eine schließt das andere nicht aus? Die Frage der Eintrittspreise, pro Person und für jeden Besuch mal eben 750 Rupien, spielt bei solchen Erörterungen keine Rolle. Jeder Mann, der sich auf solch eine Ebene begeben würde, hätte nur eine Chance, nämlich sich zu unterwerfen und irgendwas von “rein theoretisches Zahlenspiel” zu murmeln.

Wir entschlossen uns also für Sonnenauf- plus -untergang

Den Kompromiss findet meine genialen Frau. Den Anblick des Taj im ersten Licht eines neuen Tages kann man auch gratis  haben. Nämlich von der Terrasse eines Hotels in der Altstadt am Südeingang. Es gibt nur ein einziges Hotel, wo das möglich ist und mit etwas Chupze würde es uns sicher gelingen, aufs Dach zu kommen.

Der Erstbesuch am Nachmittag ist gut gewählt

Wir treffen keine dieser oft beschriebenen Menschenschlangen, die sich bis zu einer Länge von etlichen hundert Metern um die Aussenmauer wickeln können. Es gibt nur eine sehr überschaubare Menge Eintrittswilliger. Insbesondere in der Schlange der VIP-Besucher (= Erwerber von hochpreisigen Eintrittskarten, also Ausländer) und auch beim Checkin gibt es keine inquisitorischen Fragen. Woher? Wohin? Warum? Es soll tatsächlich vorkommen, dass durch das Wachpersonal auffällige Besucher nach Strich und Faden ausgequetscht werden, bevor sie das Allerheiligste betreten dürfen. 

Ja, ich muss einräumen: es hat etwas Erhebendes, drin zu sein

Es ist unglaublich, diesen schönen Bau ganz nah erleben zu dürfen. Reflex jedes Besuchers ist es, diesen Moment für die Ewigkeit zu dokumentieren. Jedes Gerät, das in der Lage ist, Fotos zu machen wird gezückt. Gleichwohl werden kaum Selfies geschossen. Die kommen erst später, wenn der Organismus die unerträgliche Nähe der Mutter aller schönen Gebäude verarbeitet hat. Um den Besuchern die schwierige Entscheidung zu ersparen, andere Leute anzusprechen, ob sie wohl ein Foto machen würden, ist im Taj der Beruf des Fotografen ohne Kamera entstanden. Profis, die bescheiden ihre Dienste anbieten. Mit der Kamera oder dem Smartphone des Besuchers fotografieren sie diesen und verlangen dafür nur einige hundert Rupien.

Das Geschäftsmodell ist eigentlich faszinierend

Mich inspiriert diese Geschäftsidee. Wie wäre etwa der Beruf des Bezahlers? Der Bezahler lässt sich von Kunden in Geschäften das Portemonnaie aushändigen. Er bezahlt damit die Einkäufe und zwackt sich dafür eine kleine Gebühr ab.

Aber zurück zu unserem ersten Nachmittag im Taj. Wir haben alles gesehen. Wir haben alles im Bilde festgehalten. Sogar zu allen erdenklichen Stimmungen. Ja, auch das Taj Mahal bei Sonnenuntergang ist nun auf unserer Festplatte verewigt. Da wir ja quasi noch auf Hochzeitsreise sind, ist das normal und keine kitschige Überreaktion.

Der nächste Morgen beginnt verdammt früh

Das Zugeständnis vom Vortage fast schon vergessend, muss der männliche Part unseres Teams  eindringlich erinnert werden, dass Sonnenaufgang selbstredend bedeutet, noch vor diesem auf zu sein. Und – als wäre das noch nicht genug – bereits 20 Minuten wilde Anfahrt im erstbesten Tuk-Tuk zum besagten Hotel hinter sich zu haben. Wer wollte in solchen Situationen schon einen Zwist riskieren…

Um es kurz zu machen, wir sind rechtzeitig vor Ort

Das Saniya Palace Hotel hatte schon bessere Zeiten hinter sich, aber das Personal war superfreundlich. Niemand macht Anstalten  uns des Hotels zu verweisen und die Stimmung sowie der Ausblick auf das Taj Mahal sind prächtig.

Das anschließende Frühstück im Hotel, in dem wir unter gekommen sind, ist gleichzeitig der Abschied von Agra.

Was uns auffiel und wie wir hierher kamen und wie es weiter ging.

Unser Tipp: Wir haben im Hotel Atuljaa Taj in Agra übernachtet.

Fatehpur Sikri, Varanasi,

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Wie Selda, von Travellife das märchenhafte Agra erlebt hat, findet Ihr auf Ihrem Blog.

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