Lyon

Ganz anders als Paris, geht es in Frankreichs drittgrößter Stadt bedeutend gemütlicher zu. Auch wenn Lyon bescheidener auftritt, ist diese Stadt mindestens genauso spektakulär. Hier gibt es ihn noch, den zurückhaltenden Charme der Bourgeoisie, die offene Freundlichkeit der Bevölkerung, viele kulinarische Köstlichkeiten zu zivilen Preisen, ein vielfältiges, interessantes Kulturangebot, eine übersichtliche Innenstadt mit schicken Geschäften, eine wunderschöne, zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Altstadt. Und all das geballt auf engstem Raum, so dass man bequem alles zu Fuß erreichen kann. Gründe genug also, warum man diese einzigartige Stadt nicht nur als eingefleischter Frankreichfan unbedingt gesehen haben muss!

Da ein Wochenende kaum ausreicht, sich all diese interessanten Sehenswürdigkeiten in Ruhe anzusehen und leider weniger Zeit blieb als ursprünglich geplant, stelle ich Euch heute nur Lyons Hauptattraktion vor:

Die Altstadt – Le Vieux Lyon

Von Saint Just kommend gelangt man mit dem alten Funiculaire, einer Art Standseilbahn aus dem 19. Jahrhundert, direkt hinab nach Saint Jean, ins Vieux Lyon, das am Fuß des Hügels Fourvière liegt und bis zum Ufer der Saône reicht. Über allem thront die schon von weitem sichtbare Basilika Notre Dame de Fourvière, die, ebenso wie die wunderschöne Altstadt, seit 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Die ausgesprochen sehenswerte, romantische Altstadt rund um Saint Jean bildet eines der größten, intakten Renaissance-Viertel Europas. Es bringt unheimlich viel Spaß, hier spazieren zu gehen und sich von den alten Bauwerken sowie der herrlichen Cathédrale de Saint-Jean-Baptiste im romanisch-gothischen Stil beeindrucken zu lassen. Beim Bummel durch die kleinen, gemütlichen Gassen kommt man sich vor wie im Mittelalter. Hier und da findet man an Fassaden, Brunnen oder auf dem Straßenpflaster sogar die Jakobsmuschel, die Markierung für den Jakobsweg. Dies mag man als Aufforderung sehen sich den Gang durch diese Gassen als Pilgertour aufzuerlegen, ob man dafür allerdings den Pilgerstempel bekommt, ließ sich nicht herausfinden.

Als weltlich inspirierte Besucher lassen wir uns aber eher von den vielen kulinarischen Delikatessen in Versuchung bringen: Ausgefallene Süßigkeiten, köstliche Schokoladen-spezialitäten und Maronen, spezielle Brioches und Kuchen mit den Lyon-typischen rosa Pralinen, Pasteten, Käse, stilvolle Restaurants, urgemütliche Bistros (Bouchon Lyonnais), zum Verweilen einladende Cafés. Alles ein Schlaraffenland und eine einzige Versuchung! Kein Wunder, dass Lyon als Gourmet-Hauptstadt Frankreichs bezeichnet wird; dies wird einem besonders hier in Saint Jean sehr bewusst.

Eine weitere Attraktion im Vieux Lyon sind die Traboules aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Es gibt sie nur hier in den alten Wohnvierteln in Saint Jean und – in etwas anderer Form – auch in La Croix-Rousse, diese ganz speziellen Konstruktionen von Passagen und Treppenhäusern, mit denen einzelne Wohnhäuser verbunden wurden und es den Bewohnern erlaubte, mehr oder weniger versteckt von einer Straße zur nächsten zu gelangen.

Auch wenn es bis zum Meer noch weit ist, wird Lyons Stadtbild gleichwohl vom Wasser prägt. Die Saône und die Rhône fließen durch Lyon und bilden zusammen die Prèsqu’Ile, das Herz Lyons, mit dem großen Place Bellecour, den belebten, luxuriösen Einkaufsstraßen, dem Rathaus, der Oper, den mondänen Wohnvierteln etc. Direkt dahinter fließt die Saône in die Rhône; entlang der Flussufer liegen viele Hausboote und es gibt hier ein großes Freizeitangebot, parkähnliche Flächen, Skaterbahnen, Clubs etc.

Es gibt noch viel zu sehen in Lyon, zum Beispiel das Amphitheater, die Basilika La Fourvière und der Blick auf die Stadt, das Viertel La Croix-Rousse, das Gebiet rund um den Place Bellecour.

Ihr ward noch nie in Lyon? Allez, nichts wie hin!

Wie ich hierher kam und was sonst noch los war, lest Ihr hier!

Paris 

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