Thailand

Thailand, das Land, dessen Fläche an die Gestalt eines Elefanten erinnert. Wir waren selbstver- ständlich nicht nur im Rüssel unterwegs.

Ein kurzes Fazit, nach mehreren Besuchen

Nach wie vor gehört Thailand zu den beliebtesten Reiseländern überhaupt. Bei Pauschaltouristen, Backpackern und Luxusreisenden. Es wäre gelogen, würden wir sagen, wir fühlten uns dort nicht wohl. Wenn wir trotzdem ein wenig kritisch hinter die Kulisse schauen, dann vor allem, weil wir nun im Vergleich mit anderen Ländern der Region besser in der Lage sind, Stärken und Schwächen zu bewerten. Tja, reisen bildet eben immer noch.

Was uns besonders an Thailand gefällt:
  • Thais sind Profis, in Sachen Tourismus. Sie wissen, was der Gast möchte, verwöhnen mit All-Inclusive-Service auch den Einzelreisenden und das in aller Regel preisgünstig und zielorientiert.
  • Das Land bietet für jeden Geschmack etwas: kulturhistorische Sehenswürdigkeiten, wilde Landschaften, aufregende Städte, traumhafte Inseln, Möglichkeiten, einen Urlaub ganz aktiv oder nur kontemplativ zu erleben.
  • Eine sehr gute Infrastruktur, was den Verkehr angeht (Busse, Eisenbahn, bezahlbare Regionalflüge) und auch die Kommunikation (Internet gibt’s fast überall über WLAN, Mobilfunk funktioniert tadellos).
  • Unterkünfte in jeder Preiskategorie, meist gut gepflegt und hygienisch in einwandfreiem Zustand.
  • Nationale und internationale Küche in einem guten Preis-/Leistungsverhältnis.
Was uns an Thailand weniger gut gefällt:
  • Thais sind immer zuerst Geschäftsleute. Die Beziehungen in den von Touristen stärker frequentierten Regionen reduzieren sich auf den Austausch von Leistungen gegen Geld. Sicher ist immer alles von einem Lächeln begleitet, aber der offen gezeigte Erwerbstrieb, ist manchmal irritierend. Jedoch es geht auch anders und zwar dort, wo weniger Besucher hinkommen (zum Beispiel im Norden oder in den Nachbarregionen, die bisher weniger mit Besucherzahlen verwöhnt wurden).
  • In den ausgemachten Touristengebieten, dazu rechnen die Inseln, die in jedem Prospekt als Top-Reiseziel angepriesen werden, geht es fast nur noch um das Verdienen. Die Preise sind inzwischen auf einem Topniveau und leider auch nicht mehr verhandelbar. Diese Entwicklung ist besonders krass auf den kleinen Inseln, wo sich Bewohner gegen Konkurrenten abschirmen können. Dort funktioniert das Dienstleistungsgewerbe nach dem Prinzip: friss oder stirb. Du hast keine Chance, einen geforderten, ganz offensichtlich überteuerten Preis herunter zu handeln, wenn alle Anbieter sich ihres Monopols bewusst sind und lieber auf das Geschäft verzichten, als es zu fairen Kosten anzunehmen.
  • Leider geht mit dieser Kommerzialisierung auch ein immenser Bauboom einher, der vor keinem Strand und keiner Bucht halt macht. Wo noch vor ein paar Jahren unberührte Traumstrände mit kleinen Bungalowanlagen die Landschaft prägten, wird heute nahezu jeder freie Flecken von oft großen Resorts beansprucht, die sich sogar herausnehmen, vorher zugängliche Strandabschnitte nur für eigene Gäste zu reservieren.
  • Manchmal, wenn man es gar nicht gebrauchen kann, schimmert durch, dass das Land mit einer gigantischen Bürokratie gestraft ist. Wehe, wenn man mit Behörden Formalitäten durchkonjugieren muss. Etwa Einreiseprozeduren, die anderswo schon viel geschmeidiger abgewickelt werden. Das wird besonders bei den Grenzstationen über Land deutlich. Stundenlanges Schlangestehen in heißen Wartesälen muss nicht sein.

Wir wissen, dass gute wie schlechte Entwicklungen niemals in Marmor gehauen sind. Was heute schlecht ist, wird morgen vielleicht besser und das Gute ist ebenfalls immer nur eine Momentaufnahme, die sich zum Schlechten entwickeln kann. Wer aufmerksam unterwegs ist, wird bald wissen, was ihm wichtig ist, oder was er unter dem Punkt „unwichtig“ ablegt. Und das beste: Die Welt ist groß genug, um einfach mal die Konkurrenz auszuprobieren.

Bangkok, Chiang Mai, Chiang Rai, Trat, Koh Kood

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.