Forêt des Cèdres

Das Gebiet des Luberon ist ideal für Wanderungen und es lassen sich abwechslungsreiche Touren zusammenstellen durch eine wilde, ursprüngliche Landschaft.

Wir wählen uns eine Strecke, die zeitlich und technisch zwar nicht ganz so herausfordernd ist, dafür aber Kraft verlangt für einen relativ langen Anstieg und auf jeden Fall interessant ist. Der Kleine Luberon bietet uns, was wir suchen.

Dazu fahren wir vorbei an der Ortschaft Lacoste nach Süden. Dort, wo die Landstraße D106 auf die D3 trifft, fahren wir auf den Parkplatz. Hier finden wir den ersten Wegweiser, der uns die Richtung zum „Forêt des Cèdres“ vorgibt. Die Markierungen, denen wir folgen, sind gelb, wahrscheinlich sind sie sogar überflüssig, denn ein Verirren ist fast schwieriger als das richtige Ankommen.

Wir beginnen mit einem etwa 45minütigen Aufstieg, der uns auf einem schmalen Weg durch die typische Garrigue-Landschaft mit ihren vielen verschiedenen Kräuterpflanzen, kleinen Büschen und Bäumen hinauf auf den Kamm des Kleinen Luberon oben führt. Begehbar ist der Weg ohne Stöcke, das gilt auch für den Abstieg, der sich – ist man untrainiert – vielleicht in den hinteren Oberschenkeln spüren lässt, ansonsten aber keine große Herausforderung ist. Insgesamt müssen für diese Tour 530 Höhenmeter, jeweils für Auf- und Abstiege, bewältigt werden.

Wer den Körpereinsatz nicht scheut, wird belohnt mit schönster Natur und besten Ausblicken in die Täler vor der Nordseite des Luberon Massivs. Je höher wir kommen, desto mehr dominieren die Zedern den Wald.

Oben angekommen, überqueren wir eine Wegkreuzung, um nach einer kurzen Strecke auf eine noch größere zu stoßen, wo weitere Hinweisschilder stehen. Wir gehen in die Richtung, in die das Schild „Forêt des Cèdres 0.3 km“ weist. Und wundern uns, denn das Plateau kann man, von der Südseite kommend, auch mit dem Auto erreichen.

An der Kreuzung, auf die wir nun kommen, folgen wir nun dem Wegweiser „Les Portalas 1.2 km“, und gelangen auf einem Lehrpfad, der in einem großen Bogen wieder zurück zur großen Kreuzung führt.

Die Zeder, die thematisch unsere Wanderung begleitet, ist ein Baum, den es in dieser Region nach botanischen Maßstäben gar nicht geben sollte. Sie sei hier nicht heimisch hieß es, was einen idealistischen Förster allerdings nicht abhielt, etwas zu schaffen, was eigentlich nicht geht. Ab dem Jahr 1862 pflanzten er und etliche Helfer aus dem Dorf Lacoste die ersten Zedern an. Sie sind prächtig gediehen und bilden heute einen der größten und schönsten Zedernwälder Europas.

Insgesamt ist man gute 3 Stunden unterwegs, bezieht man den interessanten Waldlehrpfad mit in die Wanderung ein. Dieser Rundweg bringt uns nicht nur die Vielfalt der regionalen Pflanzenwelt anschaulich nahe, sondern auch an diversen Aussichtspunkten vorbei. An einer Stelle haben wir freie Sicht auf den eindrucksvollen Mourre Nègre, wir haben einen weiten Blick hinüber zu den Dörfern Lacoste und Bonnieux und am Ausichtspunkt „Les Portalas“ haben wir eine herrliche Aussicht auf das Tal der Durance.

Zurück an der großen Kreuzung wandern wir zurück in die Richtung, aus der wir beim Aufstieg hergekommen sind. Es gibt auch einen alternativen Weg hinab, den wir allerdings nach Blick auf die Karte als für uns weniger interessant abhaken.

Vor dem Abstieg legen wir auf einer kleinen Lichtung noch eine Rast ein – die Stelle wird direkt von der Sonne bestrahlt – und widmen uns der mitgebrachten Wegzehrung. Eine schöne Wanderung geht zu Ende, die uns noch genügend Zeit für weitere Aktivitäten an diesem Tag lässt.

Die wichtigsten Angaben zu dieser Tour noch einmal auf einen Blick:
Gesamtdauer netto, ohne Pausen: 3 Stunden
Höhenunterschied nach oben: 530 Meter
Höhenunterschied nach unten: 530 Meter
Schwierigkeitsgrad: einfach
Erlebnisfaktor: ziemlich hoch

 

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