Kambodscha

Kambodscha – durch das Land der Khmer… Wir hatten dieses Mal nur Zeit für einen Besuch von Siem Reap bzw. Angkor Wat und werden auf jeden Fall wieder kommen.

Gleichwohl können wir im Rückblick auf unsere Erlebnisse bereits ein Zwischenfazit formulieren, um damit anderen Reisenden etwas an die Hand zu geben.

Das moderne Kambodscha, wie es sich heute den Touristen darstellt, wirkt wie eine offene Gesellschaft. Die Menschen in den Städten geben sich frei und wirken unbeschwert. Ob und wieweit sich demokratische Verhältnisse etabliert haben, ist bei Kurzbesuchen kaum erkennbar, dazu braucht es vor allem vertiefte Sprachkenntnisse, die der normale Reisende nicht mitbringt.

Wie autoritär das Land im Kern aber noch ist, lässt sich bereits an den Einreiseformalitäten erkennen. Sie sind noch nicht so liberal, wie etwa im benachbarten Thailand und wer über die Grenzstationen, die über Land angesteuert werden ein- oder ausreist, merkt, dass er sich besser mit den bürokratischen Formalitäten arrangiert. Die Uniformierten treten entsprechend dominant auf. Da fügt man sich eben, auch wenn man eigentlich gewohnt ist, der Obrigkeit als Bürger auf Augenhöhe zu begegnen.

Korruption ist das große Übel, das sogar das Erscheinungsbild der Natur geprägt hat. Die vielen, abgeholzten Flächen, wo früher Tropenwald gewesen sein muss, erschrecken. Der Raubbau am Dschungel ist eine der profitabelsten Einnahmequellen der käuflichen Regierenden. Überhaupt, die einstigen Ideale der Volksrepublik, die auch eine Beteiligung des Volkes an den Ressourcen vorsah, sind auch nach der Befreiung vom Schreckensregime der Roten Khmer nicht neu belebt worden.

Angkor Wat, mit stolzen Eintrittspreisen, die wir gar nicht hinterfragen wollen, ist unter Verwaltung eines vietnamesischen Investors. Die Einnahmen fließen, wahrscheinlich nach Zahlung einer Provision, an die herrschende Klasse Kambodschas ins Ausland. Das kambodschanische Volk schaut sprichwörtlich in die Röhre. Man redet dort auch über solche Themen; wir haben die Information von einem Tuk-Tuk-Fahrer, einem studierten Mann, der in seinem eigentlichen Beruf keinen Job gefunden hat.

Das alles stört den Besucher kaum. Wer will, kann sich in Kambodscha eine gute Zeit machen, leben wie in einem kleinen Thailand. Warenangebot und Service sind wirklich topp, nicht vergleichbar mit dem kargeren Laos, das eher an den realen Sozialismus erinnert, wie er hinter dem eisernen Vorhang üblich war.

Nachdenklich machte uns, wie unbekümmert und freundlich die Menschen in Kambodscha sind. Erwartet, oder sogar befürchtet hatten wir eine zurückhaltende, in sich gekehrte Bevölkerung, die Generationen braucht, um die traumatisierenden Erlebnisse der Zeit unter Pol Pot und seinen Mörderbanden auch nur annähernd zu verarbeiten. Vielleicht ist es um die Gedenkstätten und Museen, die sich mit den Killing Fields verbinden lassen, noch anders. Wir werden das bei unserem nächsten Besuch ganz sicher nachholen.

Es hat uns sehr gefallen in Kambodscha und mit den Menschen sind wir gut zurecht gekommen; sie sind ausgesprochen freundlich, sehr kontakt- und kommunikationsfreudig und beherrschen oft sogar ein gutes Englisch, was vieles im Alltag eines westlichen Besuchers erleichtert.

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