Bago

Wenn man wie wir über Land zum Golden Rock reist und aus der Richtung Yangon kommt, bietet es sich an, in Bago einen Halt einzulegen. Es gibt Herausforderungen auf dem letzten Stück Weg zum berühmten Felsen, die eine Ankunft spätestens um die Mittagszeit sinnvoll machen. 

Für eine Stadt, die von vielen Besuchern wegen der strategischen Lage als Zwischenstopp für eine Übernachtung gewählt wird, bietet Bago allerdings genügend Programmpunkte – und zwar für 4 Stunden. Solange dauert nämlich unserer Besichtigungstour auf einem motorisierten roten Monster. Das hoteleigene Tuk-Tuk hat zwar die feuerrote Farbe eines Spielmobils, ist aber beinhart gefedert. Kein Wunder, ohne den Karosserieumbau werden diese Fahrzeuge als Mini-Schwerlaster im Nahverkehr eingesetzt, nicht für zierliche Passagiere. Egal, zu Fuß ist heute nichts möglich. Die Stadt ist laut, hektisch und heiß. Besser schlecht gefahren, als gut gegangen.

Die Attraktionen Bagos lassen sich allesamt mit einem Flatrate-Ticket besichtigen; das scheint gerade in Myanmar modern zu sein. Alles Moderne hat auch hier seinen stolzen Preis. An der ersten Besichtigungsstation, dem Palast, löhnen wir die 10.000 Kyat pro Person.

Der Palast, einst Residenz der bedeutenden Dynastien des Landes, ist vorlagengetreu rekonstruiert, dafür steht die mächtige Behörde für Archäologie Myanmars.

Erhalten sind Teile der mächtigen, Jahrhunderte alten Teakholzsäulen, die einst im Palast verbaut waren. Außerdem einige Artefakte. Für geschichtsbewusste Birmanen hat der Ort sicher eine wichtigere Bedeutung, als für den ausländischen Reisenden. Und keine Frage, das Erscheinungsbild des Palastes ist alles andere als hässlich. Auf dem Gelände sind außerdem noch der Thronsaal und ein bescheidenes Museum zu besichtigen.

Sehr viel mehr beeindruckt, schon durch ihre imposante Größe, die Shwemawdaw Pagode, die, weit über Bago hinaus bekannt ist. Wenn wir der Broschüre, die wir mit unseren Tickets bekommen haben, glauben darf, geht der Bau auf das Jahr 825 zurück und wurde über mehrere Jahrhunderte immer wieder aus- und hochgebaut. Wir haben Glück, die Pagode gehört zu denen, die während unseres Besuches mal nicht vollständig mit einem Baugerüst ummantelt ist; der mächtige goldene Stupa beeindruckt uns.

Die Stimmung im Hof der Pagode ist ausgelassen. Aus einer Ecke dringt es laut und die Luft erschütternd herüber. Die Vermutung liegt nahe, dass wir Zeugen einer musikalischen Darbietung werden, weil Menschen mit Instrumenten wie Trommeln und Guitarren dafür verantwortlich sind. Auch Mikrofone kommen zum Einsatz, für Gesangseinlagen. Irgendwie erinnert das an Jekami-Veranstaltungen. Die Sänger wechseln und einige Mutige aus der Gruppe fordern die herumstehenden Touristinnen zum Tanze auf. Erinnern wir uns, wir sind mitten auf dem Gelände einer bekannten Pagode, einer Shoe-No Zone.

Einige weitere der Attraktionen Bagos besuchen wir. Liegende Buddhas, überlebensgroß! Sie unterscheiden sich durch ihre Gesichtsausdrücke, einheitlich sind bei beiden die reich verzierten Fusssohlen. Ein Thema, auf das wir bereits in Bangkok im Wat Po getroffen sind, dort allerdings wurden die Sohlen Buddhas während unseres Besuchs überholt, so dass wir nur eine Ahnung bekamen, wie so etwas wirkt.

Der wunderschöne Mya Tharlyaung ist erst 2006 fertigstellt worden. Er ist besonders gut zu sehen, weil bisher noch kein Dach über ihm aufgebaut wurde.

Nur ein paar Meter weiter, in der Shwethalyaung-Pagode, ist der sterbende Buddha beim Eintritt ins Nirvana zu sehen.

Um die Tour zu vollenden, besuchen wir die etwas abgelegene Kyaik Pun Pagode, in deren Zentrum 4 riesige Buddhafiguren Rücken an Rücken sitzen.

Auch dieses Monument ist kein moderner Bau und bereits in seiner Grundidee über 500 Jahre alt. Da jede Generation von Gläubigen die Statuen restauriert frisch herausputzt, sind auch hier kaum Verfallsspuren zu entdecken. Die Pagode könnte als neu durchgehen.

Irgendwie hat unsere Bago-Tour etwas von einer Pilgerfahrt. Pilger darben und leiden, heißt es und genau das erleben wir auf den Fahrten zwischen den einzelnen Besuchspunkten. Herausforderungen für unsere Bandscheiben und klassische Rütteleffekte, die jede Unterhaltung unmöglich machen. Viel anstrengender kann auch der Jakobsweg nicht sein. Aber interessant war es doch.

Yangon, Kalaw und Pindaya, Inle See, Mandalay, Monywa, Bagan, Golden Rock,   Hpa-an, Mawlamyine, Ye / Dawei / Maungmagan

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