Khao Sok Nationalpark

Reisetipps Khao Sok. Entdeckt mit uns den Nationalpark, eine der eindruckvollsten Landschaften Thailands, besonders der große See hat es uns angetan

Es gibt Orte, die existieren nicht aus sich selbst oder aus ihrer eigenen Historie heraus, sondern nur als Begleiteffekt einer anderen, größeren Sache. Die Hauptsache, die wohl alle Besucher hier erleben möchten, ist der Khao Sok Nationalpark. Die Nebenwirkung ist die kleine Ansiedlung, die an seinem Rand entstanden ist, sich aber enorm wichtig nimmt. Der Park und der dazugehörige riesige Stausee sind die Basis des Geschäftsmodells aller Restaurants, Unterkünfte und Dienstleistungen in dieser Region, aber das wird erstmal geschickt kaschiert.

Zum Ort gelangt man über eine Abzweigung vom Highway 401, die rund 30 Fahrminuten von der nächsten größeren Ortschaft Takua Pa liegt. Die Anreise erfolgt mit einem Regionalbus, der hier hält, mit Van oder Taxi. Von der Abzweigung ist man noch ca. 2 km unterwegs bis ins Zentrum von Khao Sok, einer Ansammlung von Hotels, Resorts, Geschäften, Restaurants und Reiseagenturen. Sicher verbirgt sich irgendwo auch der eine oder andere Massagesalon, das gehört in Thailand zum Standard

Alles ist hier teurer

Wie wichtig sich die Geschäftstreibenden in Khao Sok selbst nehmen, erkennt man an ihrer arroganten Preisgestaltung. Alles ist hier teurer. Technisch betrachtet ist die Beschaffung von zusätzlichen Geldmitteln kein Problem, die winzige Ortschaft verfügt über wenigstens 4 ATMs und einige Geldwechsler. Das Publikum, vorwiegend Menschen, die man eher in All-Inclusive-Anlagen vermuten würde, viele Familien mit Kleinkindern sowie eine überschaubare Gruppe Individualtouristen, fügt sich ohne Reibungsverluste in das Ortsgeschehen ein; die dreiste Abzocke wird in aller Regel widerspruchslos geschluckt. Natürlich lassen sich noch Ausnahmen finden, wo Preis und Leistung in einem gesunden Verhältnis stehen, etwa der kleine Pizzaladen, gleich hinter der Brücke. Man muss schon genau hinschauen, denn selbst bei den Tickets für Standardfahrten mit dem Van schwanken die Preise.

Für einen ersten Eindruck vom Nationalpark machen wir eine kleine Wanderung

Ohne Guide, den braucht es nicht, egal was Euch erzählt wird. 300 Baht kostet der Eintritt pro Person, zahlbar beim Ticketcounter am Ende der Straße vorm Eingang zum Nationalpark. Es gibt vorgezeichnete Routen, die meisten leicht begehbar, sogar Familien mit Kleinkindern sind dort unterwegs. Große Gaudi sind die Begegnungen mit Affen, die frech in Hordenstärke ganze Wege besetzen. Die erhofften Elefanten bleiben natürlich aus, dafür muss man tiefer in den Park hineinwandern und dann braucht es auch einen Ranger als Begleitung.

Irgendwann landet jeder bei einer längeren Tour durch den Park mit größeren Radius, bei dem auch der Stausee einbezogen wird, sei es als Tagesausflug oder tagesübergreifende Unternehmung mit Übernachtung. In aller Regel buchen die meisten Besucher diese Touren im Hotel, weil sich scheinbar die Angebote kaum unterscheiden. Tatsächlich spielt die Musik im Kleingedruckten und da natürlich beim Preis. Es lohnt auf jeden Fall, Vergleichsangebote einzuholen und dabei auch Agenturen einzubeziehen. So machen wir es. Am Schluss mendeln wir einen Anbieter heraus, der alle unsere Fragen kompetent beantwortet und der als Endpreis wirklich nur die 2.500 Baht pro Person verlangt, die auf allen Plakaten fett herausgehoben sind, ohne dass später noch 300 Baht für den Eintritt nachgeschoben werden. Am Schluss ist Rambo unser Agent, der in einer kleinen Hütte, 150 Meter vor dem Parkeingang sein kleines Büro hat.

Für die Tour deponieren wir unser Gepäck im Hotel, das Zimmer machen wir frei

Wir nehmen nur das Nötigste mit, verstaut in wasserdichte Packbeutel. Die findet man überall im Ort zum Preis von 3 bis 5 €.

Jeder Teilnehmer wird von seiner Unterkunft abgeholt, unsere Gruppe lernt sich erst jetzt kennen. Es scheint zu passen, wir sind fünf und damit fast als Privattour unterwegs. Ein Guide und ein Fahrer begleiten uns. Nach 45 Minuten Fahrt stoppen wir in einer größeren Ortschaft. Markthallen und Geschäfte gibt es hier, unsere Begleiter besorgen noch frischen Proviant und Wasser. Danach brauchen wir noch einmal 15 Minuten zum Pier, dem offiziellen Eingang zum Park. Jede Gruppe startet von hier, entsprechend groß ist der Besucherandrang. Unsere Sorge, nun Teil einer uniformen Massenbewegung zu werden, ist unbegründet.

Am Cheow Lan Lake angekommen, lotst uns unser Guide zu unserem Longboat

Ein Holzkahn mit knattrigem Außenmotor, und wir brausen los. Eine Stunde dauert die Fahrt über den kristallklaren See. Die Umgebung ist recht beeindruckend: Bizarre Karstberge steil aus dem Wasser ragend, dicht bewachsen. Dazwischen immer wieder Lagunen und im Hintergrund die dunkle Silhouette einer Bergkette. Optimaler wäre, dass jetzt das Longboat zum Slowboat mutierte, zum langsamen Genießen und natürlich besseren Fotografieren. Um es gleich vorweg zu nehmen, später werden wir noch genug Chancen bekommen, das alles entschleunigt zu erleben.

Jedes Longboat mit Übernachtungsgästen steuert eines der schwimmenden Dörfer an

Davon gibt es einige im See. Die Fahrt verlangsamt sich, die Bugwelle wird flacher, einige Dutzend Bambushütten tauchen auf, hinter dem Anleger eine größere, zusammenhängende Fläche, die als Restaurant genutzt wird. Ankommen, aussteigen und einchecken sind professionell organisiert, kurze Zeit später bezieht jeder seine Hütte. Die sind übersichtlich eingerichtet mit Matratzen und einem einfachen Regal. Sogar elektrisches Licht gibt es, allerdings erst abends. Steckdosen für die mitgebrachte Technik finden wir im Restaurant. Für die Hygiene ist eine besondere Plattform vorgesehen mit sauberen sanitären Anlagen. Sieht alles gut aus, ein perfekter Ort zum Wohlfühlen. Zur Unterkunft gehört Vollpension, thailändische Küche mit viel Obst, Gemüse und Fisch. Wer will, findet hier Chang Beer, ein wenig teurer zwar als in den Mini-Märkten der Ortschaften, aber nicht so überzogen, dass einem der Durst vergeht

Was macht man in so einem Bambusdorf auf Flößen?

Im Prinzip das, was überall passiert, wo Menschen auf Wasser treffen: Schwimmen in superweichem Süßwasser, paddeln in Kanus oder vor der Hütte chillen. Unser Veranstalter hat noch einige Aktivitäten organisiert, von denen die erste bereits am Nachmittag unserer Ankunft stattfindet; eine kleine Trekkingtour zum Viewpoint auf einer der Inseln. Alles, was es von unserer Seite braucht, sind gute, stabile Schuhe und den Willen, dabei zu sein.

Die Wanderung zum Aussichtspunkt

Unsere 5-Personen-Gruppe samt Guide fährt mit dem Slowboat zu einer Lagune, dem Startpunkt unserer Wanderung. Stöcke werden verteilt, der Weg soll sehr steil sein und wenn die Anzeigetafel stimmt, die dort aufgestellt ist, über eine Distanz von 1.500 Metern gehen. Wie hoch es geht, ist schwer einzuschätzen. Am Ende sind es gefühlt einige hundert Meter. Wir lassen uns Zeit, schwitzen in Zeitlupe aber intensiv und halten gerne, um den Erklärungen unseres Guides zu lauschen, insgeheim froh über jede Pause. Mal sind es Käfer, mal Spinnen die aus einem Loch lugen und dann sogar ein leibhaftiges Chamäleon.

Gesang von Gibbons begleitet unseren Aufstieg

Mehr Tierwelt ist heute sichtbar nicht präsent; allerdings hören wir den Gesang der Gibbons in den Baumwipfeln über uns. Auch ein tolles Erlebnis. Der Dschungel ist dicht und kurz vor dem Ziel wird es sportlich. Ohne Stock, dafür als Vierfüßler, kraxeln wir ungefähr 100 Meter über schroffe Felsen steil hoch bis zum Aussichtspunkt und nehmen die letzten Meter über eine Steilwand, an ein Seil klammernd, das nach oben führt. Über 90 Minuten hat es gebraucht, hier anzukommen

Überraschung, wir sind nicht allein. Eine andere Gruppe, mit doppelt soviel Teilnehmern wie wir, besetzt die besten Plätze. Irgendwann ziehen sie ab, wir haben die Aussicht einen Augenblick für uns, eine weitere Minigruppe ist bereits im Anmarsch. Schichtwechsel auf kleinstem Raum, dann startet unser Abstieg. Rückwärts oder auf dem Hosenboden, jeder entwickelt seine persönliche Technik, um nicht zu fallen. Das wäre fatal, in einer Umgebung gespickt mit scharfen spitze Felsen. Aber wir schaffen auch den restlichen Abstieg zum Boot ohne Verletzung. Zurück zu unserem schwimmenden Dorf geht es wieder mit dem Boot; dieses Mal ganz langsam und wir lassen die Stimmung auf dem See auf uns wirken.

Abends im schwimmenden Dorf

Ein schöner Sonnenuntergang und das Abendessen mit gegrillten Fisch, Bier und guten Gesprächen runden den Tag perfekt ab

Die Übernachtung in der Hütte auf dem ungewohnten, leicht schwankenden Untergrund, umgeben von sanftem Geplätscher ist irgendwann sogar angenehm, seekrank wird keiner.

Noch spektakulärer als der Abend ist der Tagesbeginn. Kurz nach 6 Uhr sind wir wach, staunen über die großartige Umgebung, das einzigartige Panorama und sind gespannt, was die geplante Morgensafari bringen wird.

Es steht eine kleine Bootstour mit gedrosselter Geschwindigkeit an

Vorbei an den Inseln der näheren Umgebung, auf der Suche nach Tieren. Was wir beobachten ist nicht spektakulär, aber interessant: Ein träges Wildschwein in der Morgensonne, den flatternden Hornbill, ja, auch Affen, die sogar in ufernahen Bäumen herumklettern. Am faszinierendsten aber ist der Soundtrack: Gesang von Primaten, die unser Guide als Gibbons identifiziert. Die seltsamen Melodien schallen über die Inselwelt und selbst, als wir im Bambusdorf frühstücken, ist die Begleitmusik noch deutlich zu hören.

Nach einem kurzen Vormittag geht es leider schon zurück. Ein Abstecher noch zu einer Lagune, mit den drei Felsen, dem Wahrzeichen des Nationalparks, das weit über die Region hinaus eine Berühmtheit ist.

Dann endet unsere Tour auch schon fast. Noch ein kurzes Picknick auf einer kleinen Insel, dann übernimmt uns der Fahrer unseres Vans. Sein Job ist es, jeden wieder an seinem Ausgangspunkt abzusetzen.

Braucht es noch ein Fazit zur Tour?

Unsere Begeisterung wird hoffentlich durch Bild und Wort vermittelt. Preis-Leistung stimmen, was wir dafür bekommen haben, ist unbezahlbar. Der Ort Khao Sok ist ab jetzt nur noch der Abfahrtspunkt für weitere sehenswerte Lokationen, die es recht schwer haben werden, im Vergleich zu diesem Erlebnis.

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