Thakhek

Die Weiterfahrt vom Dorf an den Höhlen könnte schwierig werden, folgte man dem, was Fremdenführer und offizielle Auskünfte vorgegeben. Entweder, hieß es, zurück nach Vientiane oder mit einem offenen Songtheo, einer Art Groß-Tuktuk, 4 bis 5 Stunden direkt nach Thakhek, der nächsten Stadt, etwas weiter südlich. Wer keine Lust hat, wie ein Bumerang zum Ausgang seiner Reise zurückzukehren oder sich auf der offenen Ladefläche und hartem Sperrsitz mal 5 Stunden lang den Fahrtwind ins Gesicht schlagen zu lassen, sollte es machen wie wir: Linienbus Richtung Vientiane, dann dort, wo die Straße Nr. 8 auf die Nordsüdtrasse 13 stößt, absetzen lassen. Bei der Tankstelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite braucht man nur noch einen Linienbus nach Thakhek abzupassen. Bei uns klappte das hervorragend, wir mussten keine 10 Minuten warten.

Die Straßen 8 und 13 führen durch Landschaften, an denen das Auge sich nicht sattsehen kann. Niedliche, schmucke Dörfer und Wälder. Im Hintergrund umrahmt von den Felsen und der Bergkulisse dieser Region. Man ist nahe dran am Grenzübergang zu Vietnam und kommt im weiteren Verlauf wieder nahe an Thailand heran. Laos ragt hier in einem schmalen Schlauch hinunter nach Süden.

Thakhek sollte uns zweierlei verschaffen. Zum ersten eine Unterbrechung der Route, die ohne Zwischenstopp wenigstens 12 anstrengende Busfahrt bedeutet hätte, und zum zweiten natürlich einen neuen Eindruck städtischen Lebens am Mekong. Die erste Bedingung liess sich locker erfüllen, Unterkünfte gibt es wie Wasser im Fluss in Thakhek. Punkt zwei warf dagegen Fragen auf, die wir bis jetzt nicht beantworten können. Was tut man eigentlich in einer Stadt, die aus einer unendlich langen Hauptstraße besteht, wie sie langweiliger kaum vorstellbar ist und wo es unendlich viel Nichtssagendes gibt? Abgesehen von einigen schönen französischen Kolonialbauten in der Altstadt und vom Markt, der sich fast verschämt verbirgt, ist Thakhek eine Ansammlung depressiver Belanglosigkeiten. Es gibt jede Menge Läden, die Baustoffe anbieten, einfache Lebensmittel und fantasielose Textilien. Alle 20 Meter findet sich eine Trinkhalle, gut bestückt mit Lao Beer und härterem Stoff. Irgendwie schon verständlich, was kann man sonst tun, außer sich zuzuprosten, in diesem Ort.

Wahrscheinlich haben wir mit Thakhek Pech gehabt, weil ausgerechnet just an dem Tag, an dem wir hier ankamen, wieder eine eiskalte Wetterfront aus China über uns herein brach. An der Uferpromenade des Mekong hätte sich durchaus ein schöner Nachmittag verbringen lassen, denn es laden gemütliche Sitzgelegenheiten und Stände mit kleinen laotischen Brutzeleien zum gemütlichen Verweilen ein.

Wir haben es vorgezogen, im gemütlichen Hotelzimmer, Bilder zu sortieren und Berichte zu schreiben. Eigentlich ist das schon wieder etwas Positives, wenn man Thakhek mit anderen Orten vergleicht, die einen mit Eindrücken überfluten. Hier lässt es sich, auch wenn man es überhaupt nicht vorgehabt hat, abschalten und ausruhen. Vielleicht ist das der tiefere Sinn, welcher der Gründung dieses Ortes einst zugrunde lag.

Unser Tipp für Thakhek: Wir haben im Hotel Bouton d’Or übernachtet!

Wie es für uns von hier aus weiterging.

Luang Prabang, Vang Vieng, Vientiane, Kong Lor, Pakse und ChampasakSi Phan Don / 4.000 Inseln

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