Fazit und Resümee

Vieles ist anders in China, aber wenn man sich mit einigen Regeln und Verfahrensweisen vertraut macht, lässt es sich dort ganz gut reisen. Wie immer gilt auch hier: Reisen ist eine gute Therapie gegen Vorurteile und nicht alles, was in Reiseführern oder im Internet berichtet wird, stimmt (noch).

Die Zeit für eine Bewertung unseres China-Besuchs nehmen wir uns, weil es ein nächstes Mal geben wird und warum sollen andere Reisende nicht von unseren Erfahrungen profitieren? Zum Fazit gehört für uns auch der Vergleich, inwieweit Erwartungen sich erfüllten und ein Resümee, was beachtet werden sollte, um künftig noch besser unterwegs zu sein.

Was den ersten Punkt angeht, können wir eindeutig feststellen: Unsere Vorstellungen wurden oft übertroffen, seien es Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten oder der Umgang mit Sitten und Gebräuchen. Ganz wichtig, wir erfahren, auch in China gibt es immer Optionen umzudisponieren, wenn etwas nicht unseren Vorstellungen entspricht. Letztlich sind unsere Berichte zu den Orten, die wir besuchten, ein Beleg, wie gut die Reise ablief.

Was man darüber hinaus wissen sollte, um gut durch’s Land zu kommen, ist in den nachfolgenden Tipps zusammengestellt:

Auf sprachliche Barrieren trifft man immer wieder. Jemand zu finden, mit dem gute Verständigung möglich ist, in einer Fremdsprache, die beide Seiten beherrschen, bleibt die Ausnahme. Aber es hilft zu wissen, dass Ortsangaben, Stationsnamen oder Bezeichnungen an öffentlichen Orten ganz oft auch auf Englisch zu finden sind. Numerische Angaben erfolgen durchweg mit den uns vertrauten Zahlen. Eine Übersetzungs-App dabei zu haben hilft, aber erstaunlicherweise sind Chinesen da oft besser ausgerüstet als wir. Es gibt Apps, die Texte übersetzen, zwar manchmal mit komischen Resultaten, aber auch nahezu perfekte, die sogar akustische Verständigung in beide Richtungen meistern. In aller Regel reicht das, im Zweifel hilft es, mit Händen und Füßen zu kommunizieren.

Nicht wundern, wenn man kaum beachtet wird. Entweder interessieren sich die Leute nicht für dich oder es wird erwartet, dass sie sich zurückhalten. Wenn gefragt, sind Chinesen höflich und bemüht zu helfen. Es kommt schon vor, dass sie einen begleiten, um zu finden, wonach man gerade sucht.

Die Technik, die wir im Gepäck haben, funktioniert in China. Obwohl Steckdosen etwas anders aussehen, passen unsere Stecker. Die Adapter benutzen wir nur für ausgeleierte Dosen. Unser mobiler Router funktioniert immer, VPN meistens auch. Stromstärken, Spannung etc. sind kein Problem, die Normen sind kompatibel mit dem, was wir aus Europa kennen.

Überhaupt, der technische Standard in China ist gut bis ausgezeichnet. Wir finden fast überall Wifi-Zugang zum Internet, nicht nur in Unterkünften, auch in Restaurants und an öffentlichen Hotspots. Bei diesem hohen Grad an digitaler Abdeckung kommt man sogar zurecht, ohne sich eine lokale SIM-Karte anschaffen zu müssen. Problematisch ist der Zugriff auf Google sowie einige Social Media, wie Facebook, Instagram etc. Dafür lädt man sich eine VPN-App aufs Smartphone, dann funktioniert der Zugriff. E-Mail und sogar die Administration unseres Blogs war nie eingeschränkt.

Das Reisen von A nach B klappt in aller Regel ausgezeichnet. Zu empfehlen ist, die Travel Desks der Hotels einzubeziehen. Das kann ein wenig teurer werden, jede Dienstleistung wird ja bezahlt, aber dann funktioniert es auch. Dort, wo wir unterwegs waren, ist die Infrastruktur über Straßen und Schienen recht gut ausgebaut, abgesehen natürlich einige Verbindungen in entlegenere Regionen. Wenn vorhanden, sollte man mit dem Zug reisen, das ist bezahlbar, zuverlässig und lässt sich gut planen, weil Züge in China sehr pünktlich sind.

Wie Bahnfahren funktioniert ist schnell beschrieben:

  • Zugverbindungen finden wir über die App trip.com . Sie gibt Auskunft, wann Züge fahren und ob noch Plätze im Zug frei sind. Das Buchen geht dann recht einfach; bezahlt wird mit der hinterlegten Kreditkarte.
  • Sobald die Buchung erfolgt ist, gibt es eine Bestätigung. Die speichert man und legt sie bei irgendeinem Bahnhof am Ticketschalter vor, zusammen mit dem Reisepass. Am Schalter wird das Ticket ausgedruckt.
  • Am Abfahrtstag rechtzeitig am Bahnhof erscheinen. Wie an Flughäfen braucht man etwas Zeit für die Sicherheitskontrolle beim Einchecken, dabei auch den Reisepass bereithalten.
  • Dann informiert man sich über eine Anzeigetafel anhand der Zugnummer, die auf dem Ticket steht, wo der Zug abfährt. Vor dem Bahnsteig ist meist ein Wartesaal mit vielen Sitzplätzen.
  • Über eine Anzeigetafel wird signalisiert, dass eingestiegen werden kann, die rote Zugnummer färbt sich grün. Dann mit dem Ticket durch eine elektronische Sperre. Achtung, das Ticket wird noch benötigt bei der Ankunft.
  • Über Wagen- und Sitzplatznummer findet man zu seinem Platz. Ab geht’s und das in aller Regel superpünktlich.
  • Am Ankunftsbahnhof muss nochmal eine elektronische Sperre mit den Ticket betätigt werden, das ist alles.

Ähnlich wie bei der Bahn funktioniert es mit den Reisebussen. Bustickets gibt es bis zu 2 Tage vor der geplanten Abfahrt am Busbahnhof. In kleineren Bussen auf Kurzstrecken zahlt man bei den Busbegleitern.

Viele Unterkünfte zahlen wir mit der Kreditkarte, die Mastercard wird akzeptiert. Geld besorgen ist unproblematisch, ATMs gibt es nahezu überall. Sie funktionieren genauso wie wir es kennen, also PIN-Eingabe und Wahl eines Betrags. Wir haben nirgends erlebt, dass 6-stellige PIN gefragt wurden oder die Eingabe der Zahlen von rechts nach links erfolgen musste.

Wer in China plant und sich überlegt, was seine Reise wohl kosten mag, sollte immer im Kopf haben: Sehenswürdigkeiten, egal ob sie vom Menschen erbaut wurden oder ein Teil der Natur sind, kosten Eintritt. Da kommt viel zusammen, bitte nicht unterschätzen. In unseren Berichten führen wir Preise auf und erwähnen, ob es Ermäßigung gibt für Senioren und Kinder. Auch wer in einer offiziellen Gruppe reist, besichtigt billiger.

Nach unseren Erfahrungen ist Unterwegssein in China nicht nur einfach zu handhaben, es ist auch sicher. Wir haben nie eine bedrohliche Situation erlebt und unfreundliche Begegnungen gab es höchstens mal mit Taxifahrern, aber mit dieser Berufsgruppe kann man ja auf der ganzen Welt Probleme haben.

Unser erster China-Besuchs ist bequem, sicher und einfach; wir hatten uns manches vorher schwieriger vorgestellt. Um das zu tun, was wir beschreiben, genügen in aller Regel der gesunde Menschenverstand sowie Respekt und Verständnis für Land und Leute. Dann klappt das Umherziehen locker auch ohne Guides und erspart einem, die Gruppenreise zu buchen. Zeit- oder Qualitätsverluste, weil wir alles selbst organisieren, haben wir nicht, erleben auch keine nennenswerten Flops.

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