Prambanan

Vorher hätten wir es nicht gewusst, auf was wir hier treffen: den Prambanan Tempel, einen der prächtigsten Hindu Tempel der Welt und nicht umsonst gelistet als Weltkulturerbe.

Die Anlage zu besuchen ist einfach, sie liegt dicht an Yogyakarta, und wer möchte, kann sogar mit dem Fahrrad hinradeln. Der Eintritt ist direkt proportional zur kulturgeschichtlichen Bedeutung der Anlage, also irgendwo im 5 Sterne Bereich.

Die Tempelanlage wurde im Laufe der Jahrhunderte durch Erdbeben und Vulkanausbrüche schwer gebeutelt und Anfang des 20. Jahrhunderts erst wieder systematisch untersucht und restauriert.

Was wir heute sehen, obwohl es nur einen Bruchteil dessen darstellt, was ursprünglich hier errichtet wurde, ist einer der größten hinduistischen Tempel Südostasiens. Die Bauform der Tempeltürme, der höchste misst stolze 47 Meter, erinnert stark an Angkor Wat in Kambodscha. Genauso eindrucksvoll wie die Stätten der Khmer wirkt die Silhouette der spitzen Türme. Die Haupttempel sind von vielen kleinen Schreinen umgeben, die leider zurzeit nur im Grundriss erkennbar sind. Alle hinduistischen Hauptgötter, Shiva, Vishnu und Brahma werden hier verehrt. Die Türme sind mehrere Stockwerke hoch und können betreten werden.

Die ältesten Teile des Tempelkomplexes wurden bereits in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts gebaut und waren noch buddhistisch, wie der schöne Candi Sewu . Die knapp hundert Jahre später dazu gekommenen Tempel waren bereits hinduistisch. Aber wie das bei diesen beiden Religionen so ist, man respektiert sich gegenseitig, das Alte wurde nicht geschreddert, sondern um das Neue ergänzt.

Die Tempelanlage ist von einem riesigen Park umgeben. Gut begehbare Wege verbinden die einzelnen Teilbereiche. Und dabei ist wirklich an alles gedacht. Angefangen von Wcs, die in logischer Entfernung so positioniert sind, dass auch blasenschwache Vieltrinker ohne Mühe stoffwechelsenderweise und in aller Ruhe jede Ecke besichtigen können, ein Kinderspielplatz und sogar ein weites Gehege mit Rehen und Hirschen.

Nicht unerwähnt bleiben darf ein Café, gleich neben dem Wildgehege, das eine Kaffeeköstlichkeit anbietet, die auch für uns neu war: Hot Ginger Coffee. Schmeckt wirklich köstlich und regt an zum Nachkochen, natürlich mit dem starken Java Kaffee und viel Ingwer.

Wer will, kann sich mit einem Shuttleservice durchs Gelände fahren lassen, aber zu Fuss ist es natürlich interessanter. Typisch indonesisch ist der Ausgang. Leicht zu finden, durch entsprechende Schilder, landet jeder, ob es ihm gefällt oder nicht in einem Pasar. Ein Gewimmel von Buden und Ständen, die Billigtextilien, kitschige Souvenirs und allerlei Schnickschnack anbieten, den man nicht wirklich braucht. Davon die Verkäufer zu überzeugen, ist der harte Teil des Besuches.

Wer es hier schafft, die Phalanx der gut trainierten Verkäufer zu durchbrechen, der schafft es überall. Wir haben es geschafft und sind stolz auf uns selbst.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.