Fatehpur Sikri

Ganz in der Nähe von Agra liegt die UNESCO-Welterbestätte Fatehpur Sikri. Eine Anlage, die vor einigen hundert Jahren als Palast und Tempel geplant war und 1585, tatsächlich nur 14 Jahre nach ihrer Gründung, wieder verlassen wurde – angeblich, weil es dort kein Wasser gab.

Planer und Erbauer war kein Geringerer als Akbar, der, dem Trend der damaligen Despoten folgend, dort seine ganz persönliche Hauptstadt gegründet hatte. Eigentlich ist Akbar der Große als Herrscher mit Weitblick bekannt, dem, was das strategische Planen anging, zu seiner Zeit kaum jemand das Wasser reichen konnte. Dass Fatehpur Sikri dann ausgerechnet an der fehlenden Wasserversorgung gescheitert ist, muss wohl eine Ironie der Geschichte sein.

Tatsächlich ist das damalige Scheitern an einer nachhaltigen Versorgung mit Wasser wohl der Hauptgrund, dass Fatehpur bautechnisch noch fast im Originalzustand erhalten ist und Indien damit heutzutage ein weiteres Monument vorweisen kann, das zu besichtigen sich lohnt. Sowohl für uns, als wissbegierige Touristen, wie auch für den Staat, als Ticketverkäufer.

Wer den Zugang zur Anlage bewältigt, ohne danach die Tour mit einem Touristenguide machen zu müssen, sei beglückwünscht. Dass es überhaupt möglich ist, können wir bestätigen. Bei unserem Rundgang, selbstverständlich ohne Begleitung, waren wir auch ohne fachmännische Anleitung recht beeindruckt, wie viele besterhaltene Gebäude wir dort besichtigen konnten. Herrschaftliche Paläste, Stallungen sowie klerikale Prunkbauten, dazwischen großzügig angelegte Plätze und Gärten mit Seen, Brunnen und Bädern. Irgendwie doch seltsam, die Anlage von künstlichen Wasserlandschaften, wo doch genau die fehlende Versorgung Fatehpur Sikris Niedergang besiegelt haben soll. Möglich, dass noch andere Gründe verantwortlich waren, politische und wirtschaftliche, die den Betrieb einer neuen Hauptstadt verhinderten. Erstaunlich auch, dass bis heute kaum Anzeichen von Zerstörung oder Verfall erkennbar sind.

Wir erlaubten uns immerhin 90 Minuten für einen Rundgang durch die Anlage, die architektonisch und künstlerisch recht einzigartig ist und brachten es sogar fertig, ohne Mitnahme von Andenken an den Souvenirverkäufern vorbei zu kommen. Wirklich störend sind die selbsternannten Führer und die Händler übrigens nicht immer. Sie gehören zu Indien und das Palavern mit ihnen macht manchmal auch ein wenig Spaß.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Agra, Varanasi,

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