Bira

Der Hafen von Bira

Von der Zufahrtsstraße nach Bira, es gibt nur die aus Norden kommende, etwa 200 Meter vor Ortsbeginn, führt eine Straße hinunter zum Fährhafen und zu den Fischern von Bira. Schon von oben ist die Mole zu sehen, an der die großen Schiffe und Fähren festmachen.

Wir passieren den modernen Hafen, folgen der Strandlinie zum Fischerdorf. Zwischen Kokospalmen reihen sich kleine Häuschen auf. Viele sind im traditionellen Baustil, auf Stelzen errichtet, davor eine Veranda. Familien sitzen dort, Essen wird zubereitet, Wäsche gewaschen und sich unterhalten. Wer hier lebt, kümmert sich um sein Haus. Mag der Strand auch vermüllt sein, da, wo sie essen und schlafen, haben die Dorfbewohner aufgeräumt. Ziegen stromern herum, gackernde Hühner und einige Katzen. Die Männer faulenzen oder beschäftigen sich, flicken Netze und reparieren ihr Angelzeug. Im Wasser, das kristallklar sauber ist, dümpeln kleine Holzboote.

Folgt man dem Weg, ändern sich die Behausungen. Zeltbauten tauchen auf, wie man sie aus Flüchtlingsdörfern kennt. Aber, das hier strahlt kein Elend aus. Im Gegenteil, die Leute wirken zufrieden. Freundlich, winken sie uns heran, wir antworten auf die „hello“ Rufe. Sogar unsere Kamera löst weder Scheu aus noch will man Geld fürs fotografiert werden.

Etwas weiter ändert sich die das Bild. Parzellen sind markiert, Schilder mit der Aufschrift „Kaluku Cottages“ verpassen dem Ort einen Namen. Die fertigen Luxushütten deuten darauf hin, was hier abläuft, nämlich der Umbau dieses Teils von Bira zu einem Feriendorf. Tatsächlich, die Bucht ist aus Sicht von Investoren ideal: Zentral gelegen, sagenhaft schönes Meer, Palmen, Strand sowie Menschen, die einer von oben protegierten Gentrifizierung kaum etwas entgegensetzen können.

Ob sich die Dorfbewohner ihre Heimat einfach wegnehmen lassen? Die Ahnen ruhen schliesslich in den Friedhöfen neben dem Haus, es gibt Arbeit, sympathische Nachbarn und eine funktionierende Gemeinschaft.

Nur wenig weiter kommen wir zur Werft. Hier werden traditionell Holzschiffe gebaut. Die großen, mächtigen Pinisi Schoner, wie sie nur hier auf Sulawesi hergestellt werden. Zimmerleute bearbeiten die Planken, hauen Dübel zurecht und fügen alles mit schweren, präzisen Hammerschlägen zusammen. Es gibt keine Pläne, die Konstruktion basiert auf reinem Erfahrungswissen und wird von Generation an Generation weitergegeben! Wir entdecken Schiffe in jeder Bauphase: Rohbauten, daneben Schiffskörper mit fertigem Rumpf, dekoriert mit Aufbauten. Mächtig wie Noahs Arche ragt der größte Segler vor uns auf.

Wir haben schon in Jakarta und Makassar diese stolzen Kähne bestaunt, die wahrscheinlich ihre Blütezeiten hinter sich haben. Die Konkurrenz der Stahl- und Kunststoffkonstruktionen wird vor den nostalgischen Holzschiffen kaum Halt machen. Mammon gegen Herz. Wer das Feld räumen wird, lässt sich denken.

Bira

Eine Stadt, die es sich erlaubt, Eintritt zu verlangen. Hinter dem Schlagbaum entspringt ein langer Schlauch von Straße, wo sich Unterkunft an Unterkunft reiht. Jetzt, noch ohne zahlende Gäste, wirkt der Ort langweilig wie eine ausgeleierte Socke. Die Straße mündet in einen kleinen Strand, umrahmt von Holzbuden und Booten. Wo die Wellen an den Strand klatschen, haben sie eine breite Schmutzkante aus Abfall geformt. Trotzdem glitzert das Meer auch an diesem Abschnitt verführerisch klar. Wir ahnen es, wenn in Bira Hochsaison ist, platzen Stadt und Strand aus allen Nähten. Und da Indonesier, wenn sie Urlaubslaune haben, sich gerne exzessiv und hörbar vergnügen, wird dann ohne Frage 24/7 Partystimmung regieren. Spätestens dann wird es besser sein, sich eine Unterkunft außerhalb des Ortes zu suchen, an einem der entfernteren Beaches.

Der Traumstrand von Bira, Bara Beach

Obwohl die Hauptsaison noch nicht begonnen hat, übernachten wir am etwa 3 km entfernten Bara Beach. Wenn schon Stille, dann nicht die einer ausgestorbenen Stadt, sondern lieber schöne Natur. War das Buchen der Unterkunft noch einfach, haben wir bei unserer Ankunft das konkrete Problem, wie der letzte Streckenabschnitt zu schaffen ist. Taxis gibt es nicht. Wer auf eigene Faust anreist, sollte deswegen rechtzeitig ansprechen, sich an seinem Hotel absetzen zu lassen. Das Argument Geld überzeugt in aller Regel. Wir haben Glück und können einen Privat-PKW auftun, der uns hinfährt. Bara Beach ist ein Strand, wie er gerne auf Postkarten abgebildet wird: Eine weite Lagune, eingesäumt mit Kokospalmen, schneeweißer Sand und dahinter die in allen Blautönen funkelnde, spiegelglatte See. 

Alle Resorts hier stehen in der ersten Reihe, mit Glück schaut man direkt vom Bett aus aufs Meer.

Natürlich ist Natur in unseren Zeiten nicht ohne Zutun makellos. Dafür gibts den Strandkosmetiker. Jeden Morgen taucht er auf, scharrt zusammen, was nachts angeschwemmt wurde: Seegras, Holz, Plastiktüten, Flaschen, Glas, eben alles, was Menschen gerne ins Meer werfen. Der Strandkosmetiker schichtet es auf kleine Haufen. Dann gräbt er mit seinem Spaten Löcher und schiebt den Unrat hinein. Sand drauf, festgetrampelt, fertig. Schön sieht der Strand wieder aus. Zwar wird bei der nächsten Flut der anorganische Müll, wieder nach oben gespült, aber niemand erwartet vom Strandkosmetiker Werke für die Ewigkeit.

Unser Wirt vom BaraCoco, der Belgier Jan, erzählt von seinem Kampf, das schöne Stück Erde zu bewahren. Immerhin ist er konsequent. Nachmittags sammelt er mit Frau und Angestellten am Strand vor seinem Hotel Abfall in Säcke. Wie perfide, all dieser Müll ist fremd verursacht und wird von weither durch die Meeresströmung hier angeschwemmt. Tonnenweise kommt der Dreck, jeden Tag.

Wenn es die Umstände erlauben, laufen wir. Morgens am besten, wenn es die Temperaturen noch zulassen. Der Weg parallel zum Meer passt und führt durch eine herrliche, einsame Landschaft. Wer sich zur Abwechslung von einem Strandtag einmal einen erholsamen Spaziergang gönnen möchte, der fühlt sich hier oben garantiert gut aufgehoben.

Zu unserer Überraschung sind wir nicht allein. Vor uns tummelt sich eine Horde Affen, Kurzschwanz Makaken, eigentlich eine recht scheue Art, die es nur hier in Südwestsulawesi gibt. Als sie uns sehen, ziehen sie sich in den Dschungel zurück und uns gelingen gerade noch ein paar Schnappschüsse.

Dass man am Bara Beach immer noch ganz trefflich schwimmen kann und sich die Tage mit süßem dolce far niente verbringen lassen, soll nicht verschwiegen werden. Wer möchte, kann auch per Boot in Tauchgebiete fahren oder die gegenüberliegende Insel besuchen. Alles geht, nichts muss – außer rechtzeitig zu buchen. Denn auch hier, im kleinen Paradies, sind Übernachtungskapazitäten nur begrenzt verfügbar.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher gekommen sind. 

Unser Tipp für Bira: Wir haben in den BaraCoco Bungalows am Bara Beach übernachtet!

Makassar, Sengkang, Tana Toraja, Trekking in Tana Toraja

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