Vientiane

Mit Christiane nach Vientiane .. und das nicht nur wegen des tollen Reimes.

Die Stadt schützt sich davor, von außen betreten zu werden. Fast wie im Mittelalter, durch einen nahezu undurchdringbaren Ring. Nicht als Steinmauer oder Burggraben, nein! Viel effizienter funktioniert dieser Schutz, nämlich durch eine Hoppel- und Schotterpiste, die jedem Autofahrer gnadenlos die Lust raubt, darüber zu fahren. Und diejenigen, die es trotzdem versuchen, werden im Nu in eine zentimeterdicke Staubschicht einhüllt. Wir haben es geschafft, mit unserem VIP Bus diese Barriere zu durchbrechen und sind schlussendlich in einem Ort gelandet, der überraschend angenehm auf uns wirkte. Tja, nur die Harten kommen in den Garten (letztes Gedicht in diesem Beitrag).

Zufall? Schicksal? Instinkt? Wir hatten diesmal in der richtigen Straße das Hotel gebucht und zwar in der Nokeokoummane Road, dort, wo die beste Bäckerei von Laos – „Le Banneton“ – sich befindet. Paris pur, von der Einrichtung über die Atmosphäre bis zu den leckersten Kuchen und Baguettes – at its best! Sogar leckerer Aufschnitt wird angeboten, mit dem wir uns versorgten, um damit unsere Sandwiches für die Weiterreise stilgerecht zuzubereiten.

Überhaupt, Vientiane ist ein Ort, der sehr deutlich durch französische Kultur geprägt ist. Das Stadtbild, eine Mischung aus franko-europäischen und asiatischen Gebäuden, trägt bei zur großen E..n..t..s..c..h..l..e..u..n..i..g..u..n..g, der man sich hier kaum entziehen kann. Selbst der Verkehr ist erträglich, und das in einer asiatischen Hauptstadt! Sie scheinen anders mit der Zeit umzugehen, die Laoten, das macht den Aufenthalt zur Erholung.

Die Besichtigung der Haupttempel lässt sich gemächlich an 1 – 1,5 Tagen machen. Gleich am ersten Nachmittag ging es zum Vat Sisaket. Obwohl wir auf dieser Reise bereits ungezählte Tempel besichtigt haben, ist Vat Sisaket mit seinen über 10.000 Buddha-Statuen für uns etwas Besonderes.

Ein weiteres Muss in Vientiane ist der Besuch des Tempelkomplexes That Luang, dem bedeutendsten religiösen Monument des Landes. Bei allen Besichtigungen hat der Besucher sogar Zeit, sich mit den Legenden ihrer Entstehung zu beschäftigen. Faszinierend für uns war die Geschichte um die Gründung dieser Stupa. Buddha selbst soll hier zu Lebzeiten gewandelt sein und damals schon prophezeit haben, dass just an dieser Stelle ein Tempel entstehen würde. Und in der Tat, Ashoka, der große Herrscher Indiens, besuchte einige Jahrhunderte später den Ort und fand ein Haar Buddhas und ließ an dieser Stelle einen Tempel errichten. Wir bewundern und bestaunen diesen Ashoka. Ein weiser Fürst, ausgestattet mit einem unglaublichen Adlerblick, dem kein Haar entgeht und der Fähigkeit, den Fund adhoc einer Genanalyse zu unterziehen, um ihn dann als Haar des Buddha zu identifizieren. Der Osten hat halt immer noch die besten Stories.

Zurück zur Stadt und einem ersten Zwischenfazit zu Laos. Wenn anderswo, alles für den Touristen gegeben wird, dann wird hier zur Zeit alles von ihm genommen. Das Land, so bestätigen Mitreisende, die seine Entwicklung beurteilen können, hat sich in den letzten Jahren verändert. Manches leider auch zum Negativen. Services und Waren sind überteuert, Touristen werden zur Kasse gebeten, wo es geht.

Vielleicht wird es irgendwann eine Gegenbewegung geben, denn nur auf wohlhabende Besucher zu setzen wird nicht die Erfolge bringen, die das Land braucht. Vielleicht wird Laos von Thailand lernen und eher auf den nachhaltigen Devisenzufluss, anstelle auf das Strohfeuer des schnellen eingenommenen Dollars zu setzen.

Wie auch immer, wir genossen die Zeit, auch und nicht zuletzt an den Ufern des Mekong. Bereits morgens konnten wir dort laufen, dann nachmittags mit Mönchen sprechen und an einen Punkt schlendern, wo sich der Sonnenuntergang am besten erleben lässt, um danach noch einen schönen Abend in der Stimmung des Flusses zu verbringen. Das kann man in Vientiane immer noch am besten.

Unser Tipp für Vientiane: Wir haben im Hotel Riverside Palace übernachtet!