Mysore

Noch’n Höhepunkt. Mysore besitzt mit seinem Maharadscha Palast ein ausgesprochen sehenswertes Juwel weltlicher Architektur und Pracht. Für uns einer der Hauptgründe, hier herzukommen. Leider fiel unser Wunsch, diesen Gebäudekomplex im Dunkeln und beleuchtet zu bestaunen, buchstäblich ins Wasser. Es regnete bei unserer Ankunft. Als wir bereit waren, uns trotz Nässe und Wind auf den Weg dorthin zu machen, erhielten wir die Information, dass die angeblich 100.000 Glühlampen bereits wieder abgeschaltet waren. Sei’s drum, so ein Palast kommt auch ohne Lightshow aus.

Im Tageslicht des nächsten Vormittags, der dank Krishna oder Vishnu ein relativ sonniger war, präsentierte sich der Palast in protziger Würde. Teuer soll es gewesen sein, das Gebäude nach dem Brand von 1897 wieder zu errichten, und jedes Detail macht deutlich, dass der damalige Maharadscha nicht kleckern, sondern klotzen wollte.

Der Besucher zahlt auch hier, wie bei den meisten Sehenswürdigkeiten, an der Kasse seinen Obulus, um dann beim Eintritt den unmissverständlichen Hinweis zu bekommen, dass fotografieren nur von aussen gestattet sei. Kameras müssten vor dem Betreten des Palastes im Eingangsbereich des Geländes deponiert werden, also rund 500 Meter Fussweg zurück. Tatsächlich werden die Besucher beim Betreten des Palastinneren kontrolliert. Taschen und Rucksäcke müssen wie am Flughafen durchleuchtet werden. Ich hoffe inständig, dass die Geräte an den Flughäfen besser funktionieren als die im Mysore Palast. Unsere Kamera, gut verstaut im Rucksack, wurde entweder nicht korrekt gescannt oder als solche nicht erkannt.

Pracht, Protz, Kitsch, Kunst, Selbstdarstellung und Verschwendung tun sich auf, in den Gemächern und Sälen, die für den Besucher zugänglich sind. Beeindruckend, einmal das zu sehen, was wir sonst als sagenhaften Reichtum indischer Potentaten nur aus Filmen und Erzählungen kennen.

Was sich der Besucher Mysores auch nicht entgehen lassen sollte, ist der Devaraja Markt. Hier wurde für uns, zum ersten Mal seit wir in Indien sind, all die Fülle an Obst und Gemüse, Gewürzen und Gerüchen vorgeführt, die das Land zu bieten hat.

Ein Fest für die Sinne. Der Markt lädt ein zum Schlendern, Verweilen, Kaufen und dem einen oder anderen Gespräch mit den Einheimischen, die den Fremden mit den üblichen Fragen, woher er komme, wie er heiße begleiten und natürlich immer wissen wollen, ob man etwas kaufen will. Wollten wir und haben wir auch in die Tat umgesetzt.

Mysore hätte noch mehr zu bieten als Palast und Markt. Allein, das Wetter scheint unbeständig und die Nähe zu Kerala macht uns Lust, weiter zu reisen. Man kann nicht alles sehen und der Mut zur Lücke gehört zum Unterwegssein genauso wie die Liebe zum Detail.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für Mysore: Wir haben im Hotel Parklane übernachtet.