Yogyakarta

Yogyakarta oder Yogya, wie die Stadt eigentlich genannt wird, ist das einzige, relativ selbständige Sultanat der Republik Indonesien. Mit diesem Wissen und der Ahnung, dass wir auf Java wenig Chancen für den Verzehr von Babi Guling (Spanferkel) haben, dafür aber viele Muezzine life erleben würden, trafen wir von Bali kommend auf dem übersichtlich wirkenden Flughafen der Stadt ein.

Erster Eindruck nach Ankunft im Hotel und Erkundung der Umgebung: das ist gewöhnungsbedürftig. Unsere Unterkunft lag dicht hinter der Malioboro Street. Eine Einkaufs- aber auch Eventmeile, die über eine Länge von gut einem Kilometer direkt auf das Viertel um den Sultanspalast führt. Was es auf Bali kaum gibt, prägt hier das Straßenbild: Rickschas, teils als Fahrrad, teils als Moped konstruiert. Dazwischen Pferdedroschken, die alternativ als Taxi genutzt werden können. Man muss schon schauen, um den Einheitsbrei aus Textilläden, die alle irgendwie das gleiche anzubieten scheinen, zu sortieren. Wirklich Übersicht hatten wir erst am nächsten Tag, nachdem wir mindestens zweimal die Straße in beide Richtungen bewältigt hatten.

In bestimmten Abschnitten wird das Textilangebot durch Imbissstände unterbrochen. Abends werden davon noch mehr errichtet, so dass die Straße zur Fressgasse wird. Die Jugend Yogyakartas trifft sich hier. Jungs spielen auf Instrumenten, singen dazu, vieles wirkt durchaus westlich und nicht streng islamisch konservativ. Überhaupt trifft man hier eher auf eine assimilierte Form des Islam. Neben Moscheen wird Bier ausgeschenkt, wenn die Muezzine loslegen kann es sein, dass die Tröte eines Eisverkäufers den Gebetsruf übertönt. Mädchen sind verschleiert oder auch nicht. Im Straßenbild sind auch Statuen zu entdecken, die hinduistisch sind oder buddhistisch. Sogar Marienbilder werden in den Andenkenläden angeboten. Und dass ein verschleiertes Mädchen T-Shirts verkauft mit Heavymetal Ornamentik regt keinen auf.

Die Stadt wirkt jung und sogar witzig, mit künstlerischen Anspielungen, die an jeder Ecke sichtbar sind.

Lebendiges, farbenprächtiges Yogya

Eine der Sehenswürdigkeiten Yogyakartas ist das Viertel um den Sultanspalast. Die Indonesier haben wie die anderen Völker in Südostasien ein Faible für Mystik und spirituelle Symbolik. So soll, eine Besonderheit dieser Stadt, der Palast genau auf der Achse des Vulkans Merapi und dem Ozean liegen und die große Moschee Agung auf eben dieser Achse genau im rechten Winkel nach Mekka ausgerichtet sein.

Wir besuchten den Bereich zweimal. Bei ersten Besuch landeten wir in einem Gebäude, das neben vergleichbaren Prunkbauten in Indien eher ärmlich und ungepflegt wirkt. Entweder, so unsere Vermutung, wird hier etwas versteckt, oder die Herrscherfamilie war arm wie die Kirchenmäuse.

Nach einem weiteren Blick in Reiseführer und Stadtpläne, erklärte sich das Rätsel. Wir hatten nur die Empfangshalle besichtigt und keinen Hinweis bekommen, dass das Viertel noch viel mehr Sehenswürdigkeiten bietet. Also Grund für einen zweiten Besuch, diesmal stilgerecht mit einer Pferdekutsche. Wir sahen mehr, nicht alles, aber es reichte, um unser Urteil zu revidieren. Außerdem bescherte uns die Kutschfahrt eine interessante kleine Reise durch die Stadt.

Der zweite Nachmittag führte uns in eine der modernsten Shopping-Malls der Insel. Von außen eher unscheinbar, erstreckt sich im Gebäude über 5 Etagen ein Warenangebot, das sich nicht zu verstecken braucht. Tja, die Globalisierung erwischt jeden Winkel der Erde und uns bescherte sie Nachschub an Marmelade und ein wenig Käse aus Holland, der sich ansonsten rar macht.

Die ausgezeichnete Lage Yogyakartas, etwa in der Mitte Javas, erlaubt Ausflüge zu einigen ganz besonderen Orten. Dazu mehr, sobald sich darüber berichten lässt.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für Yokyakarta: Hotel Dafam Fortuna Malioboro!