Pakse und Champasak

Nach unserer eher seltsamen Einreise mit dem Maggi-Express brauchten wir erstmal eines: Erholung. In Pakse lässt sich genau das finden. Nicht zuletzt durch eine gute Hotelwahl – wir waren im „Pakse Hotel“ – stimmte diesmal (fast) alles. Einziger Wermutstropfen war das Chinesische Neujahrsfest, das zwar die Chinesen erfreute, uns aber damit konfrontierte, dass alle Schneider in unserer Straße geschlossen hatten. Wir werden die nötigen Arbeiten hoffentlich im nächsten Ort ausführen lassen können.

Pakse am Mekong, erinnert von seiner Vielfalt Gastronomie eher an Vientiane, als an Thakhek. Die Stadt ist größer, bunter, vielfältiger. Und der Besucher profitiert davon. Da das Wetter es jetzt wieder zuliess, nutzten wir die Chance vor einer sehr französischen Bäckerei/Konditorei leckeres Gebäck zu geniessen und uns im Café gegenüber den hochgepriesenen Laos Kaffee servieren zu lassen. Preislich ist das Angebot deutlich günstiger, als im etwas versnobten Luang Prabang.

Es lässt sich gut spazieren gehen in Pakse, am Mekong und einem seiner Nebenflüsse, der hier mit ihm zusammenfliesst, dem Xe Don. Bemerkenswert sind die Märkte in dieser Stadt, sie laden zum Bummeln und Schauen ein und sind – wichtig für den Fremdling – auch gut erreichbar. Wer weniger daran interessiert ist, sich selbst zu bewegen, kann dafür auch eines der Mini-Tuk-Tuks mieten, die wir nur hier entdeckt haben: Motorräder mit Beifahrer, die von der Bauweise irgendwie an Fahrradrikschas erinnern, wie man sie von früher kennt.

Pakse wirkt zwar an einigen Ecken leicht aufgekitscht, Abendstimmung vom Pakse Hotel ausdurch größere Neubauten, die verkünden: Hier ist Macht präsent oder hier wird mit viel Geld gespielt. Egal, noch ist das Stadtbild nicht verschandelt und die ganze Schönheit lässt sich vielleicht am besten abends von der Dachterrasse unseres Hotels betrachten: Sonnenuntergang plus Flusspanorama und in der Ferne, hinter der großen Japanischen Brücke über den Mekong, lächelt dazu kryptisch der riesige Buddha.

Pakse ist wegen seiner Lage hervorragend geeignet, Ausflüge und kleine Reise-Abenteuer in der Umgebung zu unternehmen. Motorradfahrer werden sicher den Loop über das Bolaven-Plateau wählen, aber es gibt auch andere Ziele. Wir hatten wegen der schlechten Wetterbedingungen zu Beginn unseres Laos Aufenthaltes aber noch eine Rechnung mit dem Mekong offen. Eine richtige Schönwetterfahrt fehlte uns noch; was lag näher, sie hier nachzuholen. Dafür organisierten wir für uns einen Ausflug nach Champasak. Der Ort liegt etwa 2 Stunden Fahrt mit dem Slow Boat entfernt und ist jedem zu empfehlen. Das Boot wird im Fährbetrieb eingesetzt und macht am frühen Nachmittag die Tour zurück. Glück bei der Hinfahrt; wir waren die einzigen Fahrgäste. Da kommt schon ein leicht dekadentes Kolonialgefühl auf, zwei Traveller allein auf dem mächtigen Mekong.

Champasak hat in der Geschichte Laos einst eine wichtige Rolle gespielt, als Königreich und Dependance der Khmer, die dort etwas ähnliches wie in Ankor aufgebaut hatten. Zwar ist der Tempelkomplex von Vat Phou kleiner, aber im vergleichbaren Stil. Leider ist hier nur relativ wenig so erhalten, wie in Kambodscha, im Kernland der Khmer. Trotzdem, die Einbettung der Ruinen in eine wunderschöne Landschaft machen den Besuch dort zu einem runden Vergnügen.

Pakse wird uns gut in Erinnerung bleiben. Damit diese recht lange anhält, haben wir uns in der französischen Bäckerei für die Weiterfahrt mit etwas Kuchen eingedeckt. Erinnern ist ja nicht nur ein intellektueller Vorgang, sondern auch ein sinnlicher, in diesem Fall einer, der über den Magen geht.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für Pakse: Wir haben im Pakse Hotel übernachtet, bei Sonnenuntergang ist der Blick von der Dachterrasse sensationell und hier gab es das beste Frühstück in ganz Laos!