Bangkok

Der erste Besuch

Chronologisch steht am Beginn der lukullische Teil. Klar, wir hatten ein Reise im Billigflieger hinter uns, wo selbst die Servietten Geld gekostet hätten und schlappe 2 Stunden ohne zu Essen hält der Mensch schon durch. Der Abend stand daher im Zeichen der guten Verpflegung. Unsere Unterkunft in der Nähe der Khaosan Road war mit Bedacht gewählt, dort tobt gastronomisch der Bär, in und um diese Lokalität herum gibt es Unmengen an Ständen mit Street Food, Lokale mit ähnlichen Angeboten, aber bequemeren Sitzgelegenheiten, Bier bis zum Abwinken und einem Ambiente, das etwas ins ballermannhafte spielt. Nicht jedermanns Geschmack, aber für einen Abend geht es, wenn Augen und Ohren die Effekte, die vom Essen ablenken, wegfiltern. Was geboten wird, ist schmackhaft und preislich gut vertretbar. Tatsächlich finden sich in allen Teilen der Stadt, wie wir sie am folgenden Tag kennenlernen konnten, Restaurants und Anbieter von Street Food, die durch die Bank appetitanregend sind (wenn man zuordnen kann, was gerade angeboten wird) oder wenigstens die Fantasie beflügeln (wenn Morphologie und Farbe vom Erfahrungswissen nicht identifiziert werden). Wir haben uns aber vorgenommen, bei den nächsten Besuchen mutig die Wissenslücken zu füllen. Die Thai sind so großartige Menschen, es kann nicht schlecht sein, wie sie sich ernähren.

Bangkok bietet beeindruckende Beispiele sakraler und säkularer Kunst, haben uns die Reiseführer verraten. Es stimmt. Besichtigt haben wir am nächsten Tag zunächst den Grand Palace und Tempel des Smaragd-Buddhas (Wat Phra Kaeo); eine riesige Ansammlung von Tempeln und Palästen, die zu den schönste in Südostasien zählen. Es war am Vormittag, als wir dort ankamen und der Eingangsbereich war überfüllt. Es war Mittag, als wir wieder herauskamen und es war immer noch überfüllt. Der Palast ist ein Magnet für einheimische und ausländische Besucher und deswegen wird man sich mit der Menschenfülle abfinden müssen. Ein Thai, der sich durch ein für uns nicht lesbares Schildchen als Offizieller ausgeben wollte, versuchte uns klarzumachen, dass der Palast um diese Zeit eigentlich für Ausländer einige Stunden gesperrt sei. Was er uns anstelle des Palastbesuches unterjubeln wollten bekamen wir nicht mit, wir reihten uns in die Schlange vor dem Ticketschalter ein, bekamen unsere Eintrittskarten und strömten mit den anderen Besuchern ins Innere. Der Hinweis, irgendetwas sei übrigens gerade gesperrt, scheint eine gängige Masche zu sein, Touristen abzuzocken. Am besten ignoriert man einfach solche Aktionen, die übrigens freundlich mit einem Lächeln vorgebracht werden.

Andachtsstätten und Gebäude weltlicher Macht innerhalb des riesigen Komplexes waren für uns nicht einfach unterscheidbar. Zum einen, weil die Herrscher immer schon Glauben und Regieren miteinander verbunden haben, Könige wie Götter verehrt wurden und zum anderen, weil alle Gebäude prächtig verziert sind und religiöse Motive durchaus auch auf eher weltlichen Einrichtungen zu finden sind. Der Besuch macht auch ohne Vorbereitung in einem Volkshochschulseminar Sinn. Es macht Spaß, sich durch die Anlage treiben zu lassen und sich an der Architektur der Bauten und ihrer Ausgestaltung zu erfreuen. Reichhaltige Information zu fast allem dort kann sich jeder Interessierte leicht verschaffen, über Audiogeräte oder Broschüren in seiner eigenen Sprache, die vor Ort zu bekommen sind. Wer möchte, kann sich natürlich auch einen Führer mieten.

Fußnah zum Grand Palace ist Wat Pho, der Tempel des schlafenden Buddha, zu erreichen. Auch diese Anlage ist ein absolutes Muss auf jeder Bangkok-Agenda. Neben der größten Statue des Buddha im Liegen in Bangkok, immerhin 45 Meter lang, gibt es dort weitere Tempel mit Buddha-Statuen, kunstvoll gearbeitet und reich geschmückt. Was für Buddhisten ein höchst spiritueller Ort sein muss, ist auch für den säkularen Besucher eine Chance, Kunsthandwerk in seiner höchsten Vollendung geniessen zu dürfen. Übrigens, auch hier kam der Trick, die Anlage sei temporär nicht besuchbar zum Einsatz. Wenn man einmal verstanden hat, wie es funktioniert, kann man mit südostasiatischer Gelassenheit damit umgehen.

Touristischer Abschluss unserer Besichtigungen an diesem Tag, natürlich nach einer Stärkung mit leckeren Säften und Snacks nach Gusto, die gleich beim Bootsanleger um die Ecke zu bekommen sind, war für uns eine Flussfahrt. Deutlich günstiger als mit dem Touristenboot ist es, die normale Fähre zu benutzen. Erkennbar an der orangefarbigen Flagge am Heck des Bootes. Das Ticket kostet weniger als 10% des Preises, der auf dem Touristenboot fällig wird. Wir haben die Strecke hin und her gemacht und konnten damit bei der Rückfahrt sogar so dicht an das Viertel in dem unser Hotel war herankommen, dass wir uns ein Tuk-Tuk als Zubringer sparen konnten.

Klasse Bangkok – wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Bangkok – unser zweiter Besuch

Wir waren wieder im buntesten Viertel abgestiegen, eine Armlänge von der Khao San Road, mitten im Trubel und doch mit einem stillen Zimmer.

Um Bangkok noch besser kennen zu lernen, hatten wir uns wieder einiges vorgenommen. Für den Folgetag wählten wir ein Kurzprogramm und besuchten am Vrmittag einen der Floating Markets in der Nähe. Auch wenn es dort sehr touristisch zuging, die Tour war den Aufwand wert – und was den thaiseitig organisierten Teil angeht, wieder perfekt geplant und umgesetzt. So ist das in Thailand, der Tourist kann sich mit geschlossenen Augen fallen lassen, er landet immer weich.

Nachmittags ging’s auf einen Besuch zum Golden Mount, einem besonderen Tempel, der fantastische Ausblicke über die Stadt bietet. Auf dem „Berg“ war es angenehm windig und die Stimmung in der Sonne des späten Nachmittags war umwerfend.

Was uns auffiel und wie wir hierher kamen.

Bangkok – unser dritter Besuch

Wer die Zeit hat, sollte sich in Bangkok auch einen Besuch von China Town gönnen. Vom Fluß her kommend, steigt man aus am Pier Nr. 5 Ratchawong. Wie groß oder klein die Population der chinesischstämmigen Einwohner der Stadt auch sein mag, geschäftsmäßig sind sie sehr präsent. In den engen Gassen rund um die Yaowarat Street wimmelt es von Märkten, Läden und Restaurants und natürlich Menschen. Schieben, drängeln, gemeinsames Schwitzen für Touris und Einheimische. Wer sich für Goldschmuck, Edelsteine, chinesische Medizin, Mahlzeiten oder Kitsch und Seltsamkeit interessiert, wird hier garantiert fündig. Dekorativ und was fürs Fotoarchiv ist es, das Viertel am China Gate zu betreten.

Um einmal zu erleben, wie es sich anfühlt, neben vor oder hinter purem Gold im Wert von geschätzten 30 Millionen $ zu stehen, der kann das im direkt an Chinatown angrenzenden Wat Traimit tun. Dort steht im obersten Stockwerk die Statue des Goldenen Buddha, die 5.500 kg schwer sein soll. Allein das Gewicht ist schon eine ausreichende Diebstahlsicherungg, ansonsten steht die Statue selbstredend unter permanenter, aber diskreter Kontrolle der Mönche. Schon unten am Eingang täuscht ein hellwacher Mönch den Besuchern Entrücktheit vor, hat aber alles und jeden voll im Blick. Ein Besuch am Nachmittag verspricht übrigens tolle optische Effekte; ja, das Gold glänzt verführerisch.

Bangkok hat auch viele weltliche Schauplätze. Nicht nur die Khao San Road, als Mutter aller thailändischen Fressgassen und Ort der Lebensfreude. Auch die Teakhäuser von Jim Thompson sind einen Besuch wert. Ehrlich, bevor wir her kamen, hatten wir kaum einen Schimmer, von diesem Mann. Ein Amerikaner, der nach dem 2. Weltkrieg den Thailändern geholfen hat, die Seidenindustrie zu industrialisieren und als Geschäftsmann so erfolgreich war, dass er sich aus anderen Teilen des Landes originale Thaihäuser beschaffen ließ, um sie in Bangkok wieder aufbauen zu lassen. Ganz nebenbei war er ein begnadeter Kunstsammler, der klerikale und weltliche Artefakte aus ganz Thailand zusammentrug und in seinen Häusern aufstellte. All das klingt noch nachvollziehbar. Das Mysteriöse um Mr. Thompson ist sein Abgang am Ostersonntag im Jahr 1967. Er war einfach weg, ohne eine einzige Spur zu hinterlassen. Sein Besitz wurde in eine Stiftung umgewandelt und wer heute sehen möchte, wie es in einem traditionellen Thaihaus aussieht, der sollte nicht versäumen, die Jim Thompson Häuser zu besichtigen.

Geht’s um Mitbringsel oder Erinnerungsstücke aus Thailand, wird man nicht um den Amulettmarkt am Tha Chang Pier, in der Nähe des Palastes, herumkommen. Thais lieben Amulette und alles, was mit mystischen Kräften zu tun hat; Touristen findet man hier eher seltener.

Der Markt hat jeden Tag geöffnet und bietet Glücksbringer, Buddhastatuen, Krimskrams um die Religionen des Ostens für Laien und Kenner. Letztere oft mit einer Lupe bewaffnet, die einzelnen Stücke inspizierend, wo wir lediglich nach den Kriterien Schönheit und Seltsamkeit auswählen. Was hier angeboten wird, ist preislich günstig und irgendwie sehr originell. Das Durchstöbern der vielen Stände macht großen Spaß und ausnahmsweise kann man das hier auch in völliger Ruhe tun.

Was uns auffiel und wie wir hierher kamen. 

Unser Tipp für Bangkok: Am wohlsten haben wir uns im Rambuttri Village Inn gefühlt!