Mt. Bromo

Es gab einige Diskussion in unserer Minigruppe, ob der Bromo besucht werden sollte oder nicht. Dieses Vulkanmassiv lag nicht direkt auf unserer Strecke, es trotzdem aufzusuchen, war mit hohem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Das Bromo-Tengger-Sermeru-Vulkanmassiv besteht aus mehreren Kratern und bedeckt eine Fläche von rund 10.000 qkm. Höchster Vulkan ist der Semeru mit 3.767 Metern Höhe, interessantester der gerade aktive Bromo. Die Region soll nach einhelliger Meinung das landschaftlich schönste Vulkangebiet sein und wird auch am häufigsten von Besuchern frequentiert. All das hat über die Jahre ein recht pulsierendes Tourismusgewerbe erzeugt, mit Eintrittspreisen, die nach oben schnellten und zum Teil saftigen Übernachtungskosten.

Nach Abwägen aller Pros und Cons gab schließlich der beharrliche Wille des weiblichen Parts unseres Reiseteams den Ausschlag, hinzufahren. Wenn schon, denn schon. Schon mal hier, gilt es, das Programm, das die Vulkane den Menschen bieten, anzunehmen und in allen Akten zu genießen.

Erster Akt
Anfahrt mit dem Wagen von Probolinggo. Stadt mit Bahnhof etwa 35 km entfernt von unserer Unterkunft am Kraterrand. Man kommt von 0 Meter und schraubt sich hoch bis auf ca 2.300 Meter Höhe. Bei Ankunft am frühen Abend taucht irgendwann der Bromo als dunkle Silhouette auf, eine dunkle Rauchwolke am Krater. Es ist kalt in der Höhe und feucht, Gelegenheit, die mitgebrachten wärmenden Klamotten (endlich!) einzuweihen. Der Abend schließt mit frühem Zubettgehen, am nächsten Morgen sollen unsere Erkundungen – wie inzwischen gewohnt – um 4 Uhr beginnen.

 

Zweiter Akt
Die Vogelperspektive sollte es sein, aus der wir den Sonnenaufgang erleben wollten. Es ist möglich, vom Hotel aus die letzten 400 Höhenmeter zum View Point zu Fuß zu erreichen, wenn man den Weg kennt. Wir kannten ihn noch nicht und ließen uns deswegen per Motorrad nach oben fahren. Ist billig, bequem und zielführend. Nach dem Absetzen am ersten Aussichtspunkt liefen wir noch etwa 1,5 km weiter hoch, über Schotterwege und sogar eine Treppe, bis wir den idealen Punkt erreicht hatten: Ein kleines Plateau, von dem aus Bromo, Batok und Semeru sowie der gegenüberliegende, äußere Kraterrand mit den dahinter liegenden Dörfern prächtig einsehbar ist. Dann fing der Tag an, mit allen Facetten, die vorstellbar sind. Roter Himmel, weiße Wolken, die das gesamte Tal um die Krater/Vulkane ausfüllte, gelbe Aschefelder und dunkel Kraterwände. Das alles, wegen der Höhe, bei ausgesprochen klarer Sicht.

Die 1,5 Stunden an diesem Ort waren Naturkino von höchster Qualität. Farben und Eindrücke, die ständig wechselten, wow! Das ganze wurde an dieser Stelle von – uns eingeschlossen – nur 6 Menschen beobachtet. Gnade der Vorsaison. Danach Fußweg zurück zum Hotel, über eine sich dahin schlängelnde Straße, die nach jeder Biegung neue Sichten eröffnete.

Dritter Akt
Noch am Morgen lassen sich im Dorf und Hotel gute Gelegenheiten finden, per Jeep zu sehr günstigen Preisen, direkt zum Krater zu fahren. Die Fahrer haben das Einnahmen bringende Frühgeschäft bereits im Sack, was sie nun verdienen, sind willkommene Zusatzeinnahmen.
Bis vor kurzem war es aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, sich dem seit Dezember 2015 aktiven Bromo auf weniger als 1 km zu nähern. Inzwischen haben die Menschen den dampfenden Berg als Normalität akzeptiert, der Sicherheitsabstand wird nur noch auf dem Papier aufrecht erhalten.
Nach einer knappen Viertelstunde stoppte der Jeep im großen Krater, der die anderen Kegel enthält, auf einer Fläche, die man als Sandmeer bezeichnet. Eigentlich aus Lava bestehend und mit feiner Asche bedeckt bildet sie das Vorfeld zum Krater des Bromo. Wer den Weg vom Parkplatz bis zum Krater nicht gehen will, kann reiten. Die einheimischen Tengger warten dort mit ihren kleinen Pferden, bereit den Besucher auf Pferdes Rücken zum Krater zu leiten.

Eine fast surrealistische Atmosphäre bietet die Landschaft dort. Über allem als Dauerbeschallung zischt der Vulkan. Man darf sich das vorstellen wie das Geräusch eines Brenners wie er für Heißluftballons eingesetzt wird, nur lauter und damit bedrohlicher. An einem Hindutempel vorbei und kleinen, provisorischen Imbissbuden, windet sich der Weg zum Krater. Die letzte Etappe, besteht aus Stufen. 50 Meter hoch, eine Stairway to Hell. Dann steht man am Kraterrand, blickt in den Schlund hinunter, der auch Anus Mundi sein könnte, denn es riecht nach Schwefel und anderen Gasen. Das Zischen und Trollen aus der Tiefe des Vulkans ist hier am lautesten und bedrohlichsten und zusammen mit dem Gefühl, direkt am Kraterrand auf rutschigem Untergrund in gefährlicher Höhe zu sein, können einem schon die Knie weich werden.

Schlussakt
Gegen 11:00 Uhr legte sich wieder Wolken über alles, was bis vor kurzem noch reinste und spektakulärste Aussicht gewesen war. Zeit, sich zu verabschieden.

Perfektes Timing; mit dem Aufkommen der Wolken geht unsere Fahrt weiter

Was wir hier erlebt haben, zählt eindeutig zu einem der eindrucksvollsten Höhepunkte all unserer Reisen. Ja, es war teuer und aufwändig herzukommen, aber das Erlebte war all das wert!

Was uns unterwegs auffiel, wie wir hierher kamen und wie es weiter ging.

Unser Tipp für Mount Bromo: Wir haben direkt am Kraterrand in der Lava View Lodge in Cemoro Lawang übernachtet.

Kawa Ijen, Yogyakarta, Prambanan, Borobudur, Mt. Merapi, Jakarta

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