Si Phan Don – 4000 Inseln

4000 Inseln sollen es sein, die in dieser Region des Mekongs, wo er sagenhafte 14 km breit ist, versammelt sind. Aber berichten können wir nur über 2 oder 3 von ihnen. Wer immer sie gezählt haben mag, wird sich seine Gedanken gemacht haben über die Abgrenzung zwischen schwimmenden Grasbüscheln und fettem Eiland. Wir jedenfalls haben keine Chance zu verifizieren, ob die Zahl stimmt, deswegen haben wir einfach nur genossen, was wir erlebt haben.

Das Genießen ist ja ohnehin das Laotischste, was ein Besucher tun kann. Die guten Unterkünfte auf unserer 1. Insel, Don Khong, zufällig die größte von allen, befinden sich am Flussufer. Dort sind auch die meisten der empfehlenswerten Restaurants zu finden, die zum Verweilen einladen. Gutes Essen – auch preiswertes – wird geboten und ein sagenhaft entspannender Blick über den Fluss. Anders wirkt der Mekong hier, als etwa in Luang Prabang, das nördlicher liegt. Dort ist der Fluss überschaubarer.

Hier im Süden prägen die Inseln die Landschaft. Tropisch wirkt es und gemächlich. Selbst die Fischer, die ihre Netze auswerfen, verströmen eine Gelassenheit, die auf den Betrachter ansteckend wirkt. Don Khong ist gut erreichbar über eine stabile und große Brücke mit dem Festland verbunden. Es gibt im Inneren auch Straßen und wer Lust hat, kann mit dem Fahrrad oder dem Motorrad die Insel umrunden.

Wir hatten uns ein Teilstück zu Fuß vorgenommen. Den Besuch der Palm Sugar Manufaktur. Nach einer Stunde Wanderung in der Hitze des Vormittags hatten wir sie sogar gefunden und freuten uns bereits auf den versprochenen Genuss des Palmzucker-Trankes. Leider Fehlanzeige, die Lokalität wirkte verlassen. Sicher hatte der Betreiber in den letzten Wochen gute Umsätze gemacht und sich dann entschlossen, erst mal zu schließen, um die Einnahmen zu verbrauchen. Irgendwann wird dann die Produktion wieder aufgenommen. Alles ein Frage des Timings und wir waren eben im falschen Zeitfenster erschienen. Als Laosbesucher lernt man, solche Situationen hinzunehmen, immerhin hatten wir eine vergnügliche Wanderung.

Eine Besonderheit kann sich der Frühaufsteher verordnen, den Besuch des täglich stattfindenden Marktes. Etwas abseits der Uferregion öffnet der Markt jeden Morgen gegen 6 Uhr und dauert angeblich 1 Stunde. Wir waren dort und haben das Angebot der Bauern, Fischer und Kleinhändler betrachtet: Obst, Gemüse, Fische, Textilien, Kleingebäck. Alltagsware, nichts Bestaunenswertes, außer vielleicht die angebotenen Frösche. Wer hier ist, sollte sich den Markt nicht entgehen lassen, vielleicht auch mal einen kleinen Frosch probieren oder sich als Wegzehrung einwickeln lassen.

2 Tage auf dieser Insel waren für uns ausreichend.Si Phan Don, die nicht sehr vertrauenserweckenden Mekong-Faehren Den Wechsel zur Insel Don Khon haben wir in einer der Mekong-üblichen, klapperigen Holzfähren bewältigt. Die Ticketreservierung ist empfohlen, denn nur 12 Passagiere können mit dem Boot mitfahren, obwohl, das ist Laos, es am Schluss 13 waren, mit jeder Menge Gepäck.

Kleiner, aber touristischer sind die Inseln Don Det und Don Khon. Erstgenannte hat den Ruf Partyinsel zu sein, was stimmen mag. Auf jeden Fall ist sie befüllt mit einer Masse an Unterkünften, bei denen oft sogar die Bezeichnung „preiswert“ noch zu hoch gegriffen scheint. Wir haben stattdessen den Kompromiss zwischen Trubel, Rubel und Ruhe gewählt und uns für Don Khon entschieden. Überraschung nach dem ersten Zurechtfinden: beide Inseln sind durch eine Eisenbahnbrücke verbunden! Wie’s kommt, steht weiter unten.

Auch hier steht lässige Entspannung ganz oben auf der Aktivitätenliste von Einwohnern und Besuchern. Ausländer, die mit dem Fahrrad radeln, tun das mit einer derart reduzierten Geschwindigkeit, dass man befürchten muss, sie könnten einfach umkippen. Sogar die Kinder frönen einem Sport, der eher nicht für seine Dynamik und Schnelligkeit bekannt ist: Boule.

Gleichwohl, schon einmal hier, rafft sich doch mancher Tourist auf, die Hauptattraktionen zu sehen. Überall werden Touren angeboten, um die Inselwelt zum Sonnenuntergang zu erleben und vielleicht sogar die äußerst seltenen Irawaddy-Delphine zu beobachten. Zusätzliche Höhepunkte sind die beiden großen Wasserfälle. Hier, an diesen Inseln, bricht sich ja der Mekong seinen Weg durch einige Etagen Felsen und Verengungen mit Macht in die Tiefe.

Was so malerisch aussieht, hat seinerzeit den Franzosen einen riesigen Strich durch ihre ambitioniert Indochinapolitik gemacht. Geplant war, den Mekong als Schifffahrtsstaße zwischen Vietnam und China zu nutzen, was aber genau hier in Südlaos scheitern musste. Frankreich war aber entschlossen, es trotzdem irgendwie zu versuchen und schaffte deshalb Dampfboote in die Region, die sich zerlegen liessen, um Stück für Stück an den unbeschiffbaren Wasserfällen vorbei in ruhigere Gewässer transportiert zu werden. Für diesen Transport wurden auf einigen Mekonginseln Schienen verlegt und Züge angeschafft. Aber irgendwann wurde auch dieses Projekt eingestellt. Die Brücke zwischen Don Det und Don Khon und die inzwischen zum Kuriosum gewordenen Reste einer alten Lokomotive, die auf einer Nebenstraße vor sich hin rosten, zeugen noch von den Ideen der Grande Nation.

Die Inselwelt und seine Bewohner haben auch die koloniale Zeit überlebt und es dabei belassen, Baguettes und Kaffee, sowie einige andere Eigenheiten ihrer französischen Herren am Leben zu erhalten; uns und den Besuchern zur Freude. Übrigens, wer sein Französisch aufpolieren will, kann das gut hier tun. Kaum sonstwo haben wir soviel Besucher aus Frankreich getroffen wie in Laos.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für die 4.000 Islands: Die Sengahloune Villa auf Don Khone.

Luang Prabang, Vang Vieng, Vientiane, Kong Lor, Thakhek, Pakse und Champasak

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