Flores

Alles passt in diesem Jahr, auch der Besuch der kleinen Sundainsel Flores. 3 Wochen haben wir dafür geplant und keinen Tag, den wir hier sind, bereut. Obwohl wir jetzt die 5. Insel – von immerhin 17.000, aus denen Indonesien besteht – besser kennen, sind wir doch überrascht, welche Vielfalt sich dem Besucher bietet. Sei es landschaftlich, sei es kulturell, jedesmal tut sich sich für uns mit Flores eine neue Welt auf.

Etwa 1 Million Einwohner hat Flores und gehört damit zu den kleineren Inseln. Auf Java etwa leben 145 Millionen Menschen und selbst das überschaubare Bali ist mit einer Bevölkerung von 4 Millionen noch deutlich dichter besiedelt. Das soll aber auch schon alles an Vergleichen sein, denn jede Insel hat einen eigenen Charakter; die Qualität an Unterschieden festzumachen ist müßig.

Was aus der Vergangenheit über Flores berichtet wird, ist für uns nachrangig. Über den Zustand von Verkehrsnetz, Unterkünften und überhaupt der Infrastruktur der Insel, machen wir uns selbst ein Bild, sind doch Bewertungen oftmals auch eine Sache von Erfahrung und Lebenseinstellung und weniger von objektiv messbaren Daten.

Wir wählen den Luftweg für An- und Abreise, wissend, dass es auch Fährverbindungen gibt, die mehr oder weniger abenteuerlich ablaufen können und für Menschen, die zur Seekrankheit neigen, Ultima Ratio sind, wenn es gar nicht anders geht.

Zu empfehlen ist auf jeden Fall die Durchquerung von Flores auf der Ost-West-Trasse zwischen Maumere und Labuan Bajo, in welche Richtung ist eigentlich egal. Bereits Anfangs- und Endpunkt dieser Verbindung bieten absolute Höhepunkte, die zu jeder Flores-Reise gehören. Der Komodo Nationalpark im Westen und die Küste mit den Tauch-/Schnorchelgebieten um Maumere im Osten.

Wer auf der Insel Flugverbindungen wählt, anstelle über Land zu fahren, sollte sich überlegen, wie er etwa den Mt. Kelimutu und die ethnisch interessanten Gebiete um Bajawa einbezieht. Beides sind aus unserer Sicht Sehenswürdigkeiten, die typisch für Flores sind. Vor allem verpasst jeder, der mit dem Flieger unterwegs sein möchte, die unvergleich schöne, ursprüngliche Natur. Flores ist kaum zersiedelt und selbst die Kaffee- und Kakaoanpflanzungen sind hier mehr kleinteilig, als große Plantagen. Kontakte zu den freundlichen Bewohnern, die zu Teilen ethnisch mit Volksgruppen aus Timor und Papua verwandt sind, ergeben sich bei jedem Stopp. Und sogar während des Roadtrips, wenn man sich in die lokalen Busse wagt. Das macht Spaß und alle, denen wir bei unserer Reise begegnet sind, waren freundlich, hilfsbereit, ohne Hektik und offen, auch wenn es mal mit der sprachlichen Verständigung holpert.

Überhaupt sollte jeder Tourist wissen, Reisen auf Flores ist einfach. Sag, wo Du hin willst, und man findet für Dich einen Transport. Manchmal direkt, manchmal über Umwege, aber am Ende klappt’s immer.

Die Preise für Unterkünfte, Transporte, Verpflegung und Service halten sich auf Indonesien-Niveau; uns sind keine Inselzuschläge aufgefallen, wie sie angeblich üblich sind, wenn man entferntere Inseln wie Papua besucht. Eintrittspreise schlagen manchmal wie ein Gewitter ins Budget, aber das ist kein Flores-spezifisches Ärgernis, das gilt genauso für Sumatra oder Java.

Unterwegs in fremden Ländern, interessieren wir uns natürlich für (fast) alles, was dort kreucht und fleucht. Leider haben wir heutzutage keine Chance mehr, lebendige Flores-Hobbits vorzufinden, oder gar die Ebu Gogo. Wer das Gegenteil behauptet, nimmt auch Verschwörungstheorien für bare Münze. Exotisch genug sind bereits die Komodowarane, die Mantas, über denen wir geschwommen sind und die Geckos, die wir inzwischen nach dem Klang ihres Rufes unterscheiden können. Übrigens, wer in seiner Unterkunft jeden Tag am gleichen Ort kleine, seltsam strukturierte Häufchen findet, kann sicher sein, das sind Geckoexkremente. Sie haben ihr festes Revier und eine fixe Stelle für den Stoffwechsel. Seltsam? Nööö, wir Menschen bauen ja auch nicht jeden Tag ein neues Klo.

Noch ein Rätsel möchten wir an dieser Stelle lösen. Warum haben viele Hauskatzen hier Stummelschwänze? Ganz einfach. Sie stammen von der einheimischen Stummelschwanzkatze ab, die inzwischen in ihrer Urform gar nicht mehr existiert und als ausgestorben gilt. Das ist einerseits zu bedauern, andererseits aber eine frohe Botschaft. Katzen mit Schwanzstummel werden damit geboren und nicht erst durch Amputation dazu gemacht.

Fazit unseres Flores-Besuches in einem Satz: Die gemütliche Insel ist unbedingt eine Reise wert, schön und exotisch wie sie ist, lässt sich ein toller Urlaub hier verbringen.

Berichte über unsere besuchten Orte findet Ihr hier:

Labuan Bajo, Ruteng, Bajawa, Mt. Kelimutu, Maumere

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