Ubud

Inmitten einer faszinierenden Landschaft, im zentralen Hochland, Balis liegt Ubud. Eine Stadt, die sich wohl kaum ein Besucher der Insel entgehen lässt. Verstärkt wurde der Run auf Ubud wohl auch noch durch den Film „Eat, Pray, Love“ mit Julia Roberts in der Hauptrolle. Aus unerfindlichen Gründen ist von diesem Film leider nur so gut wie gar nichts im Gedächtnis des Schreibers dieser Zeilen haften geblieben, der dafür aber andere Gründe hatte, herzukommen. Ubud ist sozusagen kulturelles, spirituelles und soziales Zentrum Balis. Traditionell wurden hier die Künste gepflegt. Seine Fortsetzung fand das im 19. und 20. Jahrhundert und die Künstler, Baumeister und Bohemiens haben die Stadt geprägt.

Auch wenn in unseren Tagen viel mehr das in den Vordergrund drängt, was eigentlich balinesisches Kunsthandwerk ist, ist das kein Nachteil. Kunsthandwerk ist für uns bezahlbar, die große Kunst leider nicht. Vor allem, anders als sonst in Südostasien, findet sich hier relativ wenig die Billig- und Ramschware aus chinesischer Produktion. Die einheimischen Produzenten sind eindeutig marktbeherrschend.

Die Mischung aus Tempeln, Boutiquen, kleinen Spezialgeschäften und Ateliers macht einfach nur Spaß. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Konditoreien, etwa eine ganz bestimmte in der Hanuman Straße, die köstlichstes Kleingebäck anbieten, das es durchaus mit dem Angebot westlicher Großstädte aufnehmen kann. Ja, ab und zu verlangt der Körper nach solchen Leckereien. Apropos Essen: grundsätzlich haben wir bisher die besten Erfahrungen mit der balinesischen Küche gemacht. Man kann stark gewürzte Speisen bekommen und eigentlich ist das sogar die Regel in Indonesien. Aber, weil sie auch clevere Geschäftsleute sind, bieten die hiesigen Gastronomen fast jedes Gericht auch in milder Würzung an. Besucht man einen Warung, das sind die kleinen, offenen, indonesischen Garküchen, lässt es sich preiswert und erstaunlich gut essen. In den 4 Tagen, wo wir dort waren, sind wir allerdings kaum über die Warungs in der Gautama Street hinaus gekommen; es hat uns dort einfach ausnehmend gut gefallen. Klasse Essen in authentischer Atmosphäre zu ansprechenden Preisen und mit superfreundlicher Bedienung. Fazit, es lässt sich ausgesprochen gut leben als Besucher von Ubud und alles ist finanzierbar.

In und um die Stadt werden haufenweise Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten geboten, das Programm hat für jeden etwas. Keinesfalls fehlen sollte ein Besuch im Affenwald, sinnvollerweise zu finden am Ende der Monkey Road. Der Wald ist ein kleines botanisches Juwel. Sattes Grün, mächtige, alte Bäume, plätschernde Wasser, über die Brücken führen, ein sehenswerter Tempel mit Stauten, bemoosten Steinen und natürlich die ganze Bande der Affen. An die 300 sollen es sein, vom Stamme der Langschwanz-Makaken, denen es in ihrem kleine Reich sichtlich gut geht. Dass die kleinen Brüder und Schwestern Hanumans hier das Sagen habe, wird den Besuchern gleich beim Eintritt mit auf den Weg gegeben: Schaut sie niemals direkt an, wehrt euch nicht, wenn sie etwas an sich nehmen wollen und springen sie auf dich, warte, bis sie die Lust verloren haben und weiter springen.

Inzwischen durch einen fahrbaren Untersatz selbst mobil geworden, waren wir natürlich neugierig auf die Umgebung. Wenn man es erst mal geschafft hat, aus dem verwinkelten System an Sträßchen und Gassen herauszufinden, ist der Rest fast schon ein Kinderspiel.

Eine Fahrt führte uns nach Sangeh, in einen anderen Affenwald. Einwohnerschaft wie im Wald von Ubud, die Anlage selbst aber noch eindrucksvoller durch den zentralen Tempel in diesem Gehölz und das dramatische Hanuman Denkmal, das an den mystischen Krieg erinnert, bei dem der Affengott auf der Seite der Guten mitgekämpft hat. Anmerkung von der Mitreisenden: Das „Gehölz“ sind nur schlappe 50 m hohe Muskatnussbäume!

Die prächtigen Hindutempel im Bali-Style in und um Ubud sollte man sich nicht entgehen lassen, auch wenn jeder vom Besucher seinen Tribut in Form von Tickets für den Eintritt verlangt. Wenigstens wird hier, was die Preise angeht, nicht zwischen In- und Ausländern unterschieden, wie in Indien, und wenn man die erst einmal horrend klingenden Preise (15.000 – 30.000 Rupien) umrechnet, ist es auch gar nicht so schlimm. Was man sich auf jeden Fall sparen kann ist die Anschaffung oder Ausleihung eines Sarongs, der aus Gründen der Keuschheit in Tempelanlagen zu tragen ist, wenn man sommerlich gekleidet unterwegs ist. Bereits weit vor den Eingängen bedrängen Händler die Besucher und versuchen ihnen deutlich zu machen, dass ohne Sarong kein weiterer Schritt mehr möglich wäre. Stimmt nicht. Wenn Sarong-Pflicht besteht, erhält man ein Tuch beim Einlass. Und zwar ganz umsonst.

Tempel sind das eine, was den Touristen auf Bali anlockt und Reisfelder das andere. Besonders die malerischen, in die Täler hineingebauten Terrassen, oft zwischen Palmen und putzigen Hütten angelegt. Diese Anlagen sind zum Teil so toll gebaut, dass die Bauern sie gegen Geld besichtigen lassen. Ob das für unsere Kartoffelbauern oder Runkelrübenfarmer im Landkreis ein Geschäftsmodell wäre, sollte vielleicht mal überlegt werden. Gut erreichbar von Ubud sind die Reisterrassen von Tegallalang, gut zu erreichen mit dem Taxi oder Motorroller, da gerade mal 11 km entfernt.

Auf dem Rückweg von den Reisterrassen, kurz vor Ubud, kommt man zwangsläufig an Goa Gajah, der Elefantenhöhle, vorbei und ein Besuch dieser stimmungsvollen Anlage lohnt unbedingt. Betreten wird diese heilige Höhle, die früher von Eremiten bewohnt wurde, durch eine riesige Dämonenfratze. Warum diese Höhle ausgerechnet Elefantenhöhle heißt, ist bis heute nicht geklärt, zumal es auf Bali niemals Elefanten gab.

Ubud – immer für einen Besuch gut!

Was uns auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für Ubud: Wir haben im Sudiana Guesthouse übernachtet!

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