Sportlich unterwegs

Reisen bedeutet oft, sich temporär mit Umständen zu arrangieren, die nur wenig mit unserem Alltag zuhause zu tun haben. Wie die meisten Traveller, wollen wir uns aber in der Ferne nicht total neu erfinden müssen, sondern streben nach einer Selbstverwirklichung, bei der auch unsere persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten weiterhin Platz finden.

Bei uns gehört sportliche Betätigung zum Alltag. Sind wir zuhause, haben wir unser regelmäßiges Training. Wir laufen, Mittel- und Langstrecke, und achten darauf, nicht einzurosten. Diese Gewohnheit möchten wir auch für die Zeit unseres Reisens nicht in der Gepäckaufbewahrung deponieren. Ohne Sport würde uns viel fehlen.

Worauf es uns ankommt, haben wir in einer Art persönlichen Fitness-Ratgeber für unterwegs zusammengestellt:

Eherne Regel: egal, wie weit du weg bist, halte dich körperlich fit

Gesundheit ist Pflicht, gegenüber uns selbst und denen, die wir lieben. Daran führt kein Weg vorbei. Argumente, die dagegen sprechen, sich eigenverantwortlich um Fitness und Leistungsfähigkeit zu bemühen, sind uns nicht eingefallen. Gut, wir sind auch keine Quacksalber, die an den Zipperlein anderer Leute verdienen, oder gar ein Bestattungsinstitut, das seinen Kundenstamm vergrößern will. Der gesunde Geist im gesunden Körper mag in jungen Jahren ein Geschenk sein, wir Älteren müssen uns das erarbeiten. Wer das für sich selbst erkannt hat, wird sich im Alltag darin üben, Krankheiten und Abbau prophylaktisch vorzubeugen – und trainieren. Und Alltag ist jederzeit und überall. Auch beim Reisen.

Es gibt keinen Ort, wo du nicht etwas für deinen Körper tun könntest

Etwas für seinen Körper zu tun, bedeutet manchmal, die Komfortzone zu verlassen, aktiv zu werden, auch wenn man gerade Lust hätte, faul zu sein. Der berüchtigte „innere Schweinehund“ ist wohl jedem schon begegnet. Das ist normal. Dann werden Scheingründe aufgebaut, sich zu drücken. Vielleicht sogar, wenn man unterwegs ist, noch mehr als sonst. Tatsächlich gibt es objektiv betrachtet keinen einzigen Grund, nur weil man gerade an einem anderen Ort ist, das Training auszulassen. Irgendetwas geht immer: Während eines langen Fluges oder einer Fahrt über Land, auf See, in einem Hotelzimmer oder hinterm Zelt. Alleine oder unter anderen Menschen. Was in der jeweiligen Situation gerade passt, wie viel man tun will, das entscheidet man selbst.

Sei schlau und nutze jede Gelegenheit

Typische Situationen, dem Körper etwas abzuverlangen, damit er sich gleich wieder erholter fühlt, sind Stops bei langen Fahrten mit Auto, Bus oder Bahn. Vordergründig wird angehalten, um dem Stoffwechsel Tribut zu zollen. Aber warum nicht die Gelegenheit beim Schopfe packen und gezielte Gymnastik machen oder Dehn-/Streckübungen, um Muskulatur geschmeidig zu halten?

Wer an Tekkingtouren teilnimmt, tut schon eine ganze Menge für sich. Lange Wanderungen einzubauen in eine Reise ist, fast schon der Königsweg zur guten Gesundheit.

Stadtbesichtigungen können so viel interessanter sein, wenn man sich zu Fuß aufmacht. Anstelle der Taxifahrt etwa mit einem einheimischen Spaziergänger unterwegs sein. Es ist erstaunlich, was da an Schritten zusammen kommen kann. Besichtigungen großflächiger Anlagen, sollte man, lässt die Zeit es zu, mitnehmen. Rauf auf Türme, Stockwerke erklimmen, an einem Strand bis zum äußersten Punkt laufen, (natürlich auch zurück zum Ausgangspunkt, ohne dafür eine Rikscha zu rufen).

Hauptsache Bewegung. Sporteinrichtungen vor Ort erkunden und nutzen; oft gibt es sogar Laufstrecken mitten in Städten. In der Türkei, Indien, Indonesien haben wir mancherorts in öffentlichen Parks gratis nutzbare Fitnessgeräte für Jedermann entdeckt. Einfach mitmachen, mit dem Nebeneffekt, Kontakte zu gleichgesinnten Einheimischen zu knüpfen.

Außerordentliche Gelegenheiten sind fast so selten, wie ein Lottogewinn, aber es gibt sie. Wir hätten es einmal fast geschafft, an einem Laufwettbewerb in Pokhara teilzunehmen, leider passte das Datum nicht. Wir wären gern dabei gewesen, nicht mit dem Ehrgeiz ganz vorne zu sein, sondern einfach nur, um mitzumachen. Dafür sind wir auf Sumatra beim Morgenlauf ins Startfeld eines Fahrradrennens geraten – und mit tollem Beifall belohnt worden.

Immer schön flexibel bleiben, du wirst staunen, was alles geht

Als eingeschworene Läufer bleiben wir gerne unserer Disziplin treu. Aber wenn die Verhältnisse es nicht zulassen, kann ein Läufer auch aufs Rad umsteigen, oder im Meer/Fluss/See schwimmen. Eine Höhlenbesichtigung wurde zur Kanufahrt; gut für Schultern und Arme. Die statische Gymnastik auf der Yogamatte bringt tatsächlich Muckis. Übungen zum Nachmachen finden sich zum Beispiel hier. Wer lieber mit dem Theraband etwas macht, kann tolle Effekte erzielen, wenn er sich an folgende Übungen hält. Und wer weder Matte noch Band zur Hand hat, kann sich mit Übungen ertüchtigen, die er hier findet. Nichts muss – aber (fast) alles geht, mit einem guten Trainingsplan.

Bereite dich soweit als möglich schon vor Reisebeginn vor

So wie jeder sich vor einer Reise gegen ansteckende Krankheiten impfen lässt, muss es selbstverständlich sein, sich zu überlegen, was man unterwegs für seine Fitness tun will und auf jeden Fall das nötige Equipment dabei zu haben. Dass Laufschuhe ins Gepäck gehören, ist selbstverständlich und erspart vielleicht sogar die Mitnahme von schweren Wanderschuhen. Das gilt auch für Klamotten, Laufhose/-hemd empfehlen sich auch fürs Wandern – sind sozusagen universell einsetzbar. Klar, Badezeug, Theraband, Yogamatte, die auch am Strand oder als Liegestuhlauflage einsetzbar wäre, gehören dazu. Kopfbedeckung ist ohnehin Standard.

Wer Trekkings mit langen Etappen machen will, sollte einige Wochen vor Abreise bereits längere Läufe gemacht haben, wenn möglich mit Steigungen. Dann gewöhnt sich der Körper an die Belastungen. Buche Domizile, die dir beides erlauben: Entspannung und sportliche Betätigung. Das muss nicht teurer sein, entscheidend ist meist die Lage der Unterkunft.

Notiere, was du getan hast

Sich Ziele setzen ist das eine. Das andere ist, zu wissen, inwieweit man etwas getan hat, diese Ziele zu verwirklichen. Besser als der „gefühlte“ ist der bestätigte Erfolg. Wir notieren deshalb unsere Trainingseinheiten oder zeichnen sie digital auf, per Schrittzähler. Wer bewusst unterwegs ist, hat mehr von der Reise. So, wie wir uns an die Orte erinnern, die wir besucht haben, vergleichen wir gerne, wie aktiv wir waren. Solche Aufzeichnungen können als persönliches Controlling gut genutzt werden, um sich klar zu werden, ob man sich vielleicht zuviel zumutet oder ob noch was geht.

Sich auch mal an anderen orientieren

Natürlich, der Reisemarkt ist in dieser Hinsicht gut aufgestellt, bedienen kommerzielle Veranstalter auch Reisende, die für spezielle Trainings in bestimmte Regionen fahren, um sich sozusagen in einer Art Klausur ausschliesslich ihrer Leidenschaft zu widmen. Diese Form interessiert uns weniger; wir bleiben Individualisten. Mehr nach unserem Geschmack sind Leute wie unser Bekannter Erwin Bittel. Wenn er nicht gerade zu spektakulären Events unterwegs ist, macht er aus seinen Reisen selbst etwas Spektakuläres und läuft, wo andere schon in der Rikscha sitzen. Nicht jeder ist so ein Ausnahmemensch, aber es ist gut zu wissen, dass es solche wie ihn gibt.

Normaler, aber genauso spannend ist, was andere Reisende von sich erzählen, z.B. unter A Daily Travel Mate.

Gar nicht so selten ist es übrigens, Fernreisenden zu begegnen, die ausschliesslich mit dem Rad unterwegs sind. Leute, die unglaubliche Strecken auf dem Drahtesel zurücklegen, ja, auch im vorgerückten Alter und durchaus erfolgreich.

All das sind nur Anregungen, es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, sich unterwegs sportlich zu betätigen. Im wahrsten Sinne des Wortes ist auch hier der Weg das Ziel!

 

Hier geht es zu weiteren Tipps rund ums Thema Reisen:

Besser planen / Günstig fliegen /  Clever übernachten / Top TippsWege in Z.D.F. / Specials (Rezepte)

 

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