Borobudur

Reisetipps Borobudur / Magelang

Begleitet uns zu einer der größten und beeindruckensten Tempelanlagen des Buddhismus. 40 km von Yogyakarta, nahe bei Magelang, liegt Borobudur. Das größte buddhistische Monument der Welt. Und zwar in einem muslimisch dominierten Umfeld. Offenbar befinden sich orthodoxe Bilderstürmer hier in der Minderheit und werden gut kontrolliert. Anderswo, wo der wahre Glaube sich ungehindert austobt, mussten Verehrungsstätten anderer Religionsgemeinschaften ja leider schon schwerste Beschädigungen oder gar Zerstörung erleiden.

Weltkulturerbe Borobudur vor fast 1.300 Jahren erbaut

Es wurde dann nach 300 Jahren meditativen Bestehens durch einen gewaltigen Ausbruch des Merapi verschüttet. Nach weiteren fast 1.000 Jahren wurde die Kultstätte von Sir Raffles wiederentdeckt und aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Ja, genau DER Raffles. Dieser Brite, der Singapur urbanisieren ließ. Der Mann,  der den Wohlhabenden dieser Welt als Namensgeber einer Hotelkette bekannt ist. Mit aufwändigen Restaurationen, die international kofinanziert wurden, stemmte Indonesien in den letzten Jahrzehnten die Wiederherstellung der Anlage. Seit 1991 ist das Monument Weltkulturerbe. Die Risiken durch die Nähe zum Vulkan Merapi bestehen natürlich weiter.  Selbst die letzten Ausbrüche und Erdbeben erfordern immer noch Aufräumarbeiten oder partielle Reparaturen. All das ist natürlich ein guter Grund, sich den beeindruckenden Borobudur anzuschauen. Wer weiß, was dort noch alles passiert.

Ein unglaubliches Konstrukt

Für rationale Kopfmenschen, die sich ohne spirituelle Erleuchtung zum Borobudur begeben, sind die technischen Zahlen des Komplexes überwältigend. So wie für den Gläubigen das transzendentale Knistern. Deswegen hier die nackte Statistik: Borobudur bedeckt eine Fläche von über 14.000 Quadratmetern. Mit einem Volumen von mehr als 42.000 Kubikmetern und einem Gewicht von 3,5 Millionen Tonnen. Nicht gewogen, sondern wissenschaftlich berechnet. Auch Laien können durch Zählung ermitteln, dass Borobudur ziemlich genau 504 Statuen beherbergt. Und dass alles in allem ca. 2 Millionen Steinblöcke verbaut wurden. Das zu verifizieren ist eigentlich nur eine Frage der Zeit. Und der Dauer des Aufenthaltes.

Der gesamte Komplex Borobudur, ist konstruiert wie ein Tempel

Er besteht aus Aufbauten und Dekorationen über mehrere Stockwerke, ohne Innenräume. In seiner Gesamtheit also ein gigantischer topografischer Artefakt, der nur durch seine Formen und ihre Anordnung wirkt. Mittel- und Höhepunkt ist ein riesiger Stupa in einem Mandala Grundriss. Er entspricht dem Kosmos des Mahayana Buddhismus. Man erkennt an dieser Beschreibung hoffentlich, wie ausführlich wir uns auf den Besuch hier vorbereitet hatten. Wenn man schon einen vollen Tag so einer Umgebung widmet, braucht es natürlich einen Grund. Vor allem, wenn die eindrucksvollen Bilder im Gedächtnis bleiben sollen.

Rund, im Uhrzeigersinn zur Spitze

Wir empfehlen in unseren Reisetipps Borobudur / Magelang alle Etagen des Borobudur im Uhrzeigersinn zu umrunden. Aufwärtssteigend gilt es, Wirken und Sein Siddhartas aka Buddha nachzuvollziehen. Da soll gelingen anhand der Reliefe, die wie ein kilometerlanges sakrales Bilderbuch konzipiert sind. Schwierig für uns als Laien. Unser Blick war noch ungeübt und manche Bilder lassen sich nur erahnen.

Empfehlenswert ist deswegen, sich der Videovorführung im Hotel Manohara

Sie vermittelt  in einer für den Laien nachvollziehbaren Form, die Bedeutung der Tempelanlage. Überhaupt macht es absolut Sinn, genau dort zu übernachten. Das gilt aber leider nur bis 2018. Schade, denn danach wird der Übernachtungstrakt umgewidmet zu einem Meditationszentrum. Wie und ob das künftig funktioniert, bleibt abzuwarten.

Borobudur, das Manohara Hotel, direkt in der Parkanlage von BorobudurDie Unterkunft wie wir sie erleben durften scheint auf den ersten Blick überteuert und für Budgetreisende verfehlt. Rechnet man aber nach und vergleicht Preis/Leistung mit denen anderer Hotels relativiert sich der Aufwand. Man übernachtet ohne Frage privilegiert. Nämlich in einem großen, feinen Ressort, direkt neben dem Tempel. Dafür bekommt man aber unbehinderten Zugang zur Anlage. Direkt proportional zur Faszination der Anlage sind ja die Eintrittspreise zum Borobudur. Die sind für Hotelgäste jedoch im Übernachtungspreis enthalten. Unterm Strich gibt man damit weniger aus, als für ein externes Budget-Hotel. Kann aber so oft man will die Anlage betreten.

Setumbu Hill, die Gegenwart und was wird noch kommen?

Um alle Facetten des Borobudur erleben zu können, hatten wir erkämpft durch frühes Aufstehen am Anreisetag, noch die Vogelperspektive vom Setumbu Hill genossen. Einschließlich des dampfenden Feuerbergs Merapi im Hintergrund. Ob es immer so sein wird, wie in unseren Reisetipps Borobudur / Magelang beschrieben muss man sehen. Nichts ist in Asien so zuverlässig wie der Wandel. Die Tempel stehen über Jahrhunderte. Die Regeln zum Umgang damit, haben meist kürzere Halbwertszeiten.

Vielleicht nur ein Detail

Aber für uns überraschend waren die Reliefe. Mächtige Schiffe, wie sie für große Überfahrten genutzt werden und auch Begegnungen mit riesigen Fischen, darstellen. Angeblich stehen sie für Seereisen von Asien nach Afrika. Und das im 8. Jahrhundert! Da werden wir noch einmal nachlesen müssen, was die Geschichtsschreiber sagen.

Was uns unterwegs auffiel, wie wir hierher kamen und wie es weiter ging.

Kawa Ijen, Yogyakarta, Prambanan, Mt. Merapi, Mt. Bromo, Jakarta

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