Medan

Aus Gründen der Vollständigkeit und weil wir nichts verschweigen wollen, gehört Medan zur Chronik der besuchten Orte. Es war ja kein Zufall, dass wir hier aufgeschlagen sind, sondern Teil der Route. Medan hat den Flughafen und ist damit, ob es passt oder nicht, Drehscheibe für diverse Ziele in Indonesien und bietet sich an für den Sprung von bzw. nach Singapur, Malaysia oder Thailand. Nach all dem Positiven, ein paar Worte zu den weniger attraktiven Seiten der Stadt. Medan ist mit rund 2Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Indonesiens und größte Stadt Sumatras.

Großstädte in den Tropen bedürfen besonderer Pflege, sonst verkommen sie. Die Stadt ist Magnet für das Umfeld, bietet Arbeit, Schulen, Möglichkeiten Geschäfte zu machen, aber das Kümmern um Infrastruktur, Sauberkeit, Entlastung von Abgasen, Müll etc. scheint nicht die höchste Priorität zu genießen. In einem Anfall von Unvoreingenommenheit haben wir gleichwohl versucht, so etwas wie Sehenswürdigkeiten aufzutun, um die wenigen Stunden während unseres Aufenthaltes interessanter zu gestalten. Ein Vorteil ist, dass in diesem knatternden, stinkigen Verkehrschaos immerhin eine gewisse Mobilität möglich wird durch die sumatraische Version der Motorradrikschas. Der Fahrgast oder auch zwei, sitzt in einem kleinen, mit Plane überdeckten Motorrad-Beiwagen, genannt Becak.

Die von den Reiseführern als Sehenswürdig eingestuften Plätze, ein paar Kolonialbauten aus dem späten 19. Jahrhundert und das Zentrum, wo ein Platz zur einen Seite mit einer Fress- und Vergnügungsmeile abgedeckt wird, ist nichts wirklich Dolles. Im Vergleich zu dem, was Indonesien sonst zu bieten hat, würde auf einer Skala von 1 bis 10 Medan eine -2 (nein, keine 2-) erringen. Kleiner Lichtblick für uns, für die Einwohner Medans aber ein gigantischer Schritt, ist der zentrale Platz, der sportlich und sozial genutzt wird. Wir sahen Läufer, die im Schweiße des Angesichts ihre Runden zogen, Fitnessgeräte, Bahnen für Scateboards und Gruppen von Jugendlichen, die dort Tänze einübten. Dazwischen eine Handvoll Touristen, die ziellos herum irrten.

Als Anlaufstelle für die Fahrt zum Leuser Nationalpark und das Gebiet der Orang Utans um den Ort Bukit Lawang herum, zeigt sich die indonesische Eisenbahn noch einmal von ihrer besten Seite. Extrem preiswert befördert sie den Reisenden in gut 30 Minuten zum außerhalb gelegenen Busbahnhof.

Unschweren Herzens verabschiedeten wir uns von Medan, die Schwere stellte sich ein, weil wir noch mal zurück müssen; der Rückflug nach Bangkok wird von hier aus stattfinden. Gleichwohl widmen wir diesem Ort einen angemessenen Platz in der “Hall of Fame” der entpfehlendswertesten Orte auf Erden.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für Medan: Hier sollte man sich ruhig etwas Besseres gönnen – JW Marriott!

Bukit Lawang, Samosir / Lake Toba

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