Vang Vieng

Mit gemischten Gefühlen sind wir hierher gefahren. Ich gebe es offen zu; der Hauptgrund für unseren Zwischenstopp war, die Fahrt in den Süden des Landes zu unterbrechen. Wenn ein Bus nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km/h unterwegs ist und man lieber in einem Hotel als auf einem knarzigen Bussitz nächtigt, bleibt nicht viel anderes übrig, als die Etappen sinnvoll zu portionieren.

Ein junger Erwachsener, der Vang Vieng vor einem Jahr erlebt hat und mit uns in einer WG lebt, meinte: „Die Stadt ist nichts für Euch.“ Im Sinn hatte er damit die Hully-Gully-Stimmung, die in Vang Vieng herrschen soll und den Ort zu einem Magneten für Partysäue werden liess. Da wir keine Lust auf einen laotischen Ballermann hatten, gleichwohl aber die Reisepause einlegen wollten, buchten wir vorsichtshalber eine Unterkunft an der Peripherie, die ausdrücklich als partyfern angepriesen wurde.

Zwei Nächte waren gebucht und damit klar, dass wir eines nicht machen konnten, nämlich eine der vielen Höhlen zu erkunden, die sich in nächster Umgebung zur Stadt befinden. Aber wir haben ja vor, bald die Mutter aller Höhlen zu besichtigen und konnten daher die Grotten Vang Viengs mit gutem Gewissen auslassen.

Die Stadt ist weniger durch eine außergewöhnliche Historie in irgendwelche Annalen eingegangen, sondern ist eine mehr oder weniger typische Kleinstadt in der Provinz, die aber den strategischen Vorteil hat, am Fluss Nam Xong zu liegen, wo sich hervorragend Sportarten wie Tubing, und Kayakfahren, Höhlenwandern, Mountainbiken oder Motorradfahren ausüben lassen. Dazu hatte sich das Städtchen in der Vergangenheit zu einer Partyhochburg mit dubiosen Ruf entwickelt, aber nach mehreren fatalen Zwischenfällen ist  damit aber inzwischen Schluss und es ist wieder ein wenig Ruhe eingekehrt. Das exzessive Partymachen ist jetzt reguliert; nach 22.30 h ist Schluss, jedenfalls auf den Straßen. Was in den Hotelzimmern weiterläuft, wissen nur die Gäste und das Personal. Wie auch immer, das Straßenbild der ansonsten öden Stadt ist durch die Spaßtouristen durchaus geprägt.

Vang Vieng hat aber noch ein zweites, bescheideneres Gesicht, das sich aber nicht zu verstecken braucht. Die Stadt ist umgeben von einer exotischen, malerischen Landschaft aus bizarren Karstformationen mit zahlreichen Höhlen und  Regenwald.

Wir konnten diese Seite gut während unserer Rundfahrt mit dem Pechvogel von Tuk-Tuk-Fahrer kennen lernen und haben es genossen. Auch ohne motorisierten Untersatz lässt sich die Gegend gut erkunden, an jeder Ecke in der Stadt werden Fahrräder verliehen oder Motorroller. Auch Wanderer können sich wohlfühlen und sollten sich, wenn es auch nicht gleich 29 km sein müssen, irgendwo an der Strecke absetzen lassen und geniessen, was sie zu sehen bekommen.

Was uns unterwegs auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für Vang Vieng: Wir haben in der Vieng Tara Villa übernachtet.

Luang Prabang, Vientiane, Kong Lor, Thakhek, Pakse und ChampasakSi Phan Don / 4.000 Inseln

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