Rundwanderung über den Brunsberg

Die Heide des Büsenbachtals in eine längere Wanderung einzubetten, die idealerweise als Rundweg angelegt ist, wäre schon eine tolle Sache, stellen wir uns vor, bei der Suche nach Touren durch unsere Lieblingslandschaft im Norden. Tatsächlich lässt sich das machen, verrät uns ein Blick auf die Landkarte.

Gedacht, geplant und umgesetzt starten wir in Wörme, das wegen seines Bahnhofs eine gute Anbindung an den Verkehrsverbund sowie das Streckennetz des Metronom hat und somit auch problemlos aus der Metropole Hamburg erreichbar ist. Für die Anfahrt vom Hauptbahnhof – mit dem RB 41 Richtung Bremen, dann umsteigen in Buchholz auf die RB 38 Richtung Soltau und in Wörme den Zug verlassen – braucht es nur knappe 50 Minuten, das ist nicht länger als die Fahrt mit der S-Bahn vom Flughafen nach Blankenese.

Wir starten vom Parkplatz Wörme, der nur ca. 5 Minuten vom Wörmer Bahnhof entfernt ist und halten uns zunächst auf der Sandstraße „Am Pferdekopf“, die in das Gebiet hineinführt, immer dicht am Büsenbach entlang, der dem Tal seinen Namen gab. Vorbei an Wald und niedrigem Gehölz sehen wir auf der linken Seite Holzbrücken, die malerisch über das Bächlein drapiert sind, das in dieser Jahreszeit gerade mal so breit ist, dass ein Erwachsener mühelos mit einem Schritt beide Ufer verbinden kann. Es empfiehlt sich, hier kurz den ausgebauten Weg zu verlassen und diesen wunderschönen Teil des Tales näher zu betrachten.

Zurück auf dem Sandweg folgen wir ihm bis zu einer Kreuzung und gehen hier – wo sich die Heide vor uns ausbreitet, gerade aus hoch zu dem Hügel. Wir haben jetzt ungefähr 1 km zurückgelegt und wandern auf die Kuppe des Pferdkopfes. Für die Statistiker die Höhenangabe: 79 Meter über Null. Von hier haben wir eine gute Aussicht über das Tal und Heide pur. Tische und Bänke laden ein, Pause zu machen, ein guter Ort, sich auf die Wanderung einzustimmen, die noch vor uns liegt.

Geradeaus geht es wieder abwärts. Wandertechnisch sind dieser flache Abstieg wie auch die anderen Passagen mühelos zu bewältigen; die Stöcke darf man für diese Tour getrost zuhause lassen. Noch ein wenig geradeaus, dann schneidet ein Pfad unseren Weg. Es gibt mehrere Richtungen in die wir jetzt gehen könnten, wir halten uns an die Karte und biegen scharf nach links, bleiben aber im bewaldeten Bereich. Durch die Bäume schimmert verlockend Heideland, da heißt es Disziplin zur Zurückhaltung zu zeigen, später werden wir uns diesem Teil intensiver widmen können.

Nach 2 km erreichen wir eine Kreuzung, lassen die Heide hinter uns und folgen dem Weg nach rechts, hinein in den Wald. Gelegentlich entdecken die Markierung des Weges mit einer „1“. Tatsächlich macht es Sinn, sich im weiteren Verlauf der Wanderung an der „1“ zu orientieren. Wir dürfen schon jetzt verraten, solange man im Uhrzeigersinn wandert, findet man am Ende wieder zum Startpunkt zurück.

Unsere Tour führt zu etwa 70% durch Wald und beschert uns 30% Heidelandschaft. Gerade in diesem Wechsel liegt der Reiz dieser Wanderung. An heißen Sommertagen sorgt der erfrischende Schatten der Baumwipfel für Abkühlung zwischendurch. Mit etwas Glück lassen sich außerhalb der stärker frequentierten Tageszeiten sogar einheimische Tiere beobachten. Ein Förster, den wir unterwegs treffen, berichtet von Rehwild, Wildschweinen und sogar Wölfen, allesamt eher scheu und bedacht, uns Menschen auszuweichen.

Wir gehen gemächlich, nehmen uns Zeit für Fotos und genießen die Stille um uns. Etwa 1 Stunde oder 3,5 km sind wir unterwegs bis vom Weg ein kleinerer Pfad scharf nach rechts abgeht. Die Abzweigung ist markiert durch einen Findling und natürlich finden wir auch die “1”. Etwas wilder ist der Wald hier, die Pfade weniger ausgetreten aber durchaus leicht begehbar.

Weitere 30 Minuten brauchen wir bis zu einer Kreuzung, an der wir nach rechts einbiegen. Kurz darauf überqueren wir die Heidestraße Lohbergerweg und stoßen auf den Parkplatz “3-Männer-Kiefer”. Das hört sich spektakulärer an als wir es empfinden, aber wir freuen uns natürlich, diesen Punkt gefunden zu haben.

Wichtig ist es nun, dem in Laufrichtung links liegenden Weg zu folgen, wieder in den Wald hinein, auf einem Pfad, der gesäumt ist von Blaubeersträuchen und den Blick freigibt auf offene Heide.

Vorbei am Jugendferienheim geht es jetzt aus dem Wald heraus. Vor uns liegen nun wellige Hügel in der für die Heide typischen Landschaftsform: Heideflächen, dazwischen vereinzelt Birken, immergrüne Sträucher. Der Postkartenanblick wird dominiert vom Brunsberg, der – fast möchte man sagen majestätisch – über die Ebene hinaus ragt, ganze 129 Meter hoch.

Nach kurzem Anstieg erreichen wir die Kuppe, ein perfekter Platz für eine Unterbrechung; Bänke und Tische laden zum Verweilen ein und natürlich zur Stärkung. Der Überblick ist großartig und das nicht nur zur Blüte-, sondern eigentlich zu jeder Jahreszeit.

Nach der Pause setzen wir unsere Wanderung fort; wir haben schon etwas mehr als die Hälfte unserer Runde geschafft. Der Markierung “1” folgen wir hinab in das Gebiet des Höllenberges, um uns dann nach den Wegweisern zur “Höllenschlucht” zu orientieren. Das Gruseln will sich nicht einstellen, im Gegenteil, was uns die Natur hier zu bieten hat, ist schöner Forst mit romantischen Pfaden, die in eine Art flachen Kessel führen. Ein mit “Höllenschlucht” gravierter Findling bestätigt, dass wir unser Zwischenziel erreicht haben.

Rechterhand führt der Weg aus dem Tal heraus und wir erreichen nach einer Viertelstunde wieder die Heidestraße. Auf der gegenüberliegenden Seite schlagen wir nach ein paar Metern den Weg nach rechts ein, um an der nächsten Kreuzung nach links abzubiegen.

Hier wandern wir dann bald aus dem Wald heraus, über einen ausgebauten Weg vorbei an einigen Wochenendhäusern, bis wir nach ca. 20 Minuten einem kleinen Weg nach links folgen und wieder auf die Kreuzung treffen, wo wir zu Beginn unserer Wanderung vom Pferdekopf herab gestiegen waren.

Diese Strecke kennen wir bereits. Wir folgen ihr bis zur Ecke auf der kleinen Anhöhe, wo die Route rechts in den Wald biegt und wenden uns jetzt aber nach links, geradewegs auf das Büsenbachtal zu. Hier stehen mehrere rustikale Tische und Bänke, wo es sich gut rasten lässt.

Von hier aus geht es über geschwungene Wege durch die Heide zurück Richtung Ausgangspunkt. Eine schöne Wanderung verdient einen krönenden Abschluss. Den verschaffen wir uns im Cafe “Schafstall” wo wir alles finden, was den Heidewanderer lukullisch glücklich macht.

Knappe 4 Stunden brauchen wir für unsere Tour, die ca. 14 km lang ist und immerhin einen Gesamtanstieg von 190 Metern vorweisen kann. Die Wanderung können wir jedem empfehlen, der sich an den unterschiedlichen Landschaftsformen der Region erfreuen möchte und eine echte Mittelstrecke sucht, die fast jeder schaffen kann.

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