Koh Jum

Reisetipps Koh Jum. Folgt uns auf die Insel in der Andamanensee. Kein Massentourismus, Unverfälschtes Thailand: einladend, freundlich.

Oft schwärmen Thailand-Besucher von „ihrer“ Insel. Wir haben keine. Dennoch wollen auch wir mal auf so einer „Isla Bonita“ entspannen und recherchieren bereits fleißig passende Lokationen, als wir von einer amerikanischen Backpackerin einen Tipp bekommen. Gut erreichbar, ohne überlaufen zu sein und mit einer einfachen Infrastruktur, die hat, was es braucht, ohne in Trubel auszuarten: „Koh Jum“.

Nur 1 Stunde von Krabi

Die Insel in der Andamanensee liegt nur eine gute Fährstunde von Krabi entfernt auf der Route nach Koh Lanta und lässt sich auch von Railay Beach anfahren, wo wir Station machen. Wer will, kann von Koh Jum auch mit dem Longtailboot nach Phi Phi Island übersetzen, Fahrzeiten erfragt man am besten vor Ort. Wie wir hierher kommen, könnt Ihr im Blog nachlesen

Die verkehrstechnische Anbindung von Koh Jum ist noch nicht im Zeitalter des Massentourismus angekommen, das merkt man spätestens bei Ankunft oder Verlassen der Insel: Fähren steuern oft keinen Pier an, sondern stoppen nur kurz im Meer, um Passagieren das Umsteigen in/von Zubringerboote(n) zu ermöglichen, die das letzte Stück des Transfers zur Insel übernehmen.

Unsere Unterkunft liegt an der Westküste

Im mittleren Bereich, wo der Strand Ao Si heißt. Wir landen im Süden, in Ban Ko Jum, einer winzigen Ortschaft, die aus einigen Restaurants, Läden und Agenturen besteht und sogar eine Handvoll Motorradtaxis bereithält. Für 100 Baht bringt uns ein entspannter Fahrer in unser Resort.

Dort, nahe beim Dorf Ban Ting Rai, haben wir Strand, eine Hütte, umgeben von einem kleinen Dschungel, Strom, fließend Wasser sowie viel Ruhe. Also beste Voraussetzungen, um einige Tage zu chillen.

Was den Unterschied zu anderen Urlaubsorten ausmacht, die wir in Thailand kennen, sind aber die Menschen. Tourismus ist auf Koh Jum nicht der Haupterwerb, was das Verhältnis zwischen Besuchern und Einheimischen enorm entspannt. Freundlichkeit ist keine Variante eines Geschäftsmodells, sondern aufrichtig. So sind denn auch die Kontakte, die während unseres Aufenthaltes entstehen – sei es beim Spaziergang, Einkaufen oder unserem morgendlichen Lauf – ausnehmend angenehm. Dass sie Muslime sind und wir nicht, spielt keine Rolle. Uns wird geholfen, wenn wir Fragen haben, ohne dass dafür Bezahlung erwartet wird und niemand ärgert sich, wenn öffentlich ein Bier getrunken wird.

Nirgends außerhalb des kleinen Resorts fühlen wir uns abgezockt

Nur die Bewirtungsprofis bemühen sich stets um unser Bestes, also das Geld, das wir mitbringen. Aber das ist ohne Zank abzufedern. Das überteuerte Frühstück, ein phantasieloses Gedeck zum Preis eines Abendessens, vermeiden wir und gehen lieber die 5 Minuten ins Dorf zur Breakfast-Frau. Die serviert es leckerer und für den halben Preis. Scheint übrigens anderen auch so zu gehen. Erstaunlich viele Gäste aus den umliegenden Hotels finden sich morgens bei ihr ein.

Der Sandstrand an diesem Abschnitt der Insel ist etwa 1 km lang, naturbelassen, sauber, ohne Plastikabfälle oder Müll. Das Meer rein, aber nicht kristallklar. Leider geizen die Resorts mit dem Aufstellen von Liegen, was wohl mit einer Verordnung zu tun hat, die alle thailändischen Strände betrifft. Wer sich nicht nur im Sand panieren will, findet sich an unserem Ao Si Beach vor dem kleinen Kiosk von Mr. Chang ein, der alles, was die durstige Seele an Getränken begehrt, zu moderaten Preisen hinter seiner Theke hervorzaubert und zu Reggae Musik serviert. Mehr Beachparty gibt es nicht und wird auf Koh Jum auch nicht verlangt.

Klar, permanentes Chillen unterfordert bald; die Insel lädt aber zu weiteren Aktivitäten ein. Die Straße, wenig befahren und fast durchgängig asphaltiert, die alle Hauptpunkte verbindet, ist wie geschaffen für Ausflüge, Empfehlenswert ist, sich einmal die Dörfer an der Peripherie der Insel anzuschauen, auch den Teil, wo sie Koh Pu heißt. Das geht sowohl zu Fuß, als auch mit dem Rad, es sind von uns aus nur 5 km. Wir staunen, die Gegend um den Berg Khao Ko Pu, durch die wir kommen, ähnelt einem riesigen Park mit gepflegten Grundstücken. Dort, wo nicht die Kautschukwälder den Weg säumen, liegen propere Häuser, viele mit Gärten voller bunter Blumen. Eine wahre Pracht.

Wer versessen ist auf Hardcore Action, wagt sich an eine Trekkingtour auf den 400 Meter hohen Inselberg Mount Pu

Dichtes Grün und wilde Natur erwarten den Wanderer. Uns war es dafür ehrlich gesagt dafür zu heiß.

Nach einer guten Stunde kommen wir im malerischen Ban Ko Pu an, wo die Häuser direkt am Hafen noch auf Stelzen stehen. Das Dorf scheint wie aus einer anderen Zeit, einfach, ja sogar ärmlich, der Fortschritt macht offenbar anderswo Ferien. Wir gehen durch die schmale Gasse der winzigen Siedlung und obwohl wir Fremde sind, fühlen wir uns willkommen.  Nahe beim Bootssteg entdecken wir ein uriges Fischrestaurant.

Das ideale Fischrestaurant

Das ist der ideale Platz, um nach einem gemütlichen Spaziergang den einbrechenden Abend bei einer leckeren Mahlzeit zu genießen. Selbstredend mit Fisch, frischer geht’s kaum. Das Ritual ist wohl in allen exotischen Fischerdörfern ähnlich: Zuerst verhandeln wir, mit dem, was das gemeinsame Sprachverständnis hergibt, über den Fisch unserer Wahl: Art, Größe, Zubereitungsart sowie den Preis, lassen uns passende Beilagen empfehlen und warten gespannt auf das Ergebnis. Und das ist mit einem Wort: köstlich!

Koh Jum empfehlen wir gerne, wenn auch mit ambivalenten Gefühlen. Den Einwohnern gönnen wir ihren bescheidenen wirtschaftlichen Erfolg und jedem Erholungssuchenden natürlich sein „Island in the Sun“. Mehr Tourismus tut der Insel kaum gut, aber verhindern lässt sich die Entwicklung wohl nicht, die gerne als Fortschritt bezeichnet wird und dennoch so viel zerstört.

 

Bangkok,   Ayutthaya,   Chiang Mai,  Chiang Rai,  Trat, Koh Kood, Von Bangkok in den Süden, Kaeng Krachan NP, , Hua Hin, Prachuap, Ranong und Koh Phayam, Khao Sok National Park, Phang Nga Bay National Park, Krabi / Railay Beach,

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