Von Bangkok ab in den Süden

Von Bangkok zur malaysischen Grenze

Start der Reise Überland ist Bangkok

Wir wollen Thailand besser kennenlernen. Was wir bisher gesehen haben, ist eigentlich zu wenig; der Süden des Landes fehlt uns ganz. Das nachzuholen, in einer Jahreszeit, die Europas Norden in eine unwirtliche Zone verwandelt, sind schon mal 2 Fliegen mit einer Klappe. Was sich sonst noch ergibt, ist ungewiss. Unser Plan ist, keinen Plan zu haben

Wir starten in der Hauptstadt mit dem Zug

Unser Hotel liegt einen Steinwurf entfernt von der Central Railway Station. Ab in den Süden, Nationalparks besuchen! An diesem Leitmotiv hangeln wir uns durch die Geografie. Wir fahren preiswert mit der Eisenbahn nach Phetchaburi, Tickets kosten pro Person 34 Baht und die Zugfahrt dauert ca. 3 Stunden. Distanz gute 165 km, 3. Klasse, Holzbänke, keine AC aber viel Lokalkolorit. Die Strecke führt durch uninteressante Umgebung, aber diesmal ist das Ziel unser Ziel und nicht der Weg. Es geht zum Kaeng Krachan Nationalpark

Nationalpark Kaeng Krachan

Am Bahnhof Phetchaburi rät man uns, zum Einkaufszentrum Big C zu fahren, dort starten Vans, die wir brauchen. Rund 50 km müssen wir zurücklegen und zahlen pro Person 120 Baht. Leider sind wir damit immer noch nicht beim Nationalpark, sondern nur ein wenig dichter dran. Unsere Unterkunft scheint kaum bekannt zu sein. In einem kleinen Laden finden wir Hilfe. Die freundliche Inhaberin spricht Englisch und wir verabreden mit unserem Hotel eine Abholung. Am späten Mittag beziehen wir endlich unsere Hütte im Resort, das toll inmitten von Natur liegt.

Der Park gefällt uns ausgesprochen.

Ernüchternd ist die Sprachlosigkeit des Hotelmanagements, das eigentlich Informationen und erstklassige Tipps zu Kaeng Krachan haben müsste, sich aber auf die Vermittlung eines teuren Guides beschränkt. Wir finden schließlich selbst heraus, wie man auf eigene Faust einen Besuch zu organisiert. Wie das funktioniert und was wir im Kaeng Krachan Nationalpark erleben, könnt Ihr hier nachlesen.

Vom Park wegzukommen ist prinzipiell einfacher, als die Anreise. Das Hotel besorgt einen Van, leider zum Preis eines Taxis. Etwa 90 Minuten kutschieren wir quer durch die Region, nehmen weitere Passagiere auf und werden schließlich bei Tha Yang am Highway abgesetzt. Der Rest ist einfach. Ein Van bringt uns für 2 x 80 Baht in schlappen 45 Minuten nach Hua Hin.

Hua Hin, Touristenstadt am Meer

Wie es uns in Hua Hin, dem totalen Gegensatz zum Aufenthalt am Nationalpark geht, berichten wir hier.

Die Entwicklung der Stadt Hua Hin zum Touristenmagneten mag man mögen oder nicht. Keine zwei Meinungen gibt es zum wunderschönen historischen Bahnhof, der eine Epoche repräsentiert, in der Reisen mit der Bahn den Eliten vorbehalten war.

Prachuap Khiri Khan, nahe bei 2 Nationalparks

Wir fahren von dort aus weiter in den Süden, nach Prachuap Khiri Khan, zahlen 19 Baht pro Person. Die Strecke ist angenehm kurz, kaum 100 km und dauert 1 3/4 Stunden. Wieder eine Fahrt in der 3. Klasse, frischluftig, mit viel Platz. So eine Bummelzugatmosphäre entschleunigt total und ist jedem Thailand-Reisenden zu empfehlen. Prachuap ist für uns die absolute Überraschung; nicht nur wegen der dort in der Nähe liegenden Nationalparks. Wir verlängern spontan den Aufenthalt um einen weiteren Tag. Warum und wieso steht in unserem Bericht über Prachuap Khiri Khan, der sich hier findet.

Ranong / Koh Phayam

Auch diese Zeit endet und wir ziehen weiter. Jetzt wieder über die Straße. Vom Busbahnhof in Prachuap, der vielleicht 5 km außerhalb der Stadt liegt geht es mit dem Van, ins fast 300 km entfernte Ranong an der Westküste. Das kostet für uns beide 500 Baht. Auch in Ranong fühlen wir uns wohl, nutzen die Gelegenheit, für eine Visite von Koh Phayam. Alles zur Stadt und unserem Inselausflug berichten wir ausführlich hier.

Khao Sok Nationalpark

Der nächste Nationalpark steht an, Khao Sok. Mit dem Reisebus geht es zunächst nach Taku Ppa. Die Fahrt kostet uns 280 Baht. 3 Stunden braucht der Bus, einschließlich Pause sowie einer Polizeikontrolle, bei der alle Westler den Pass präsentieren müssen. Am Busbahnhof in Takua Pa wechseln wir ohne Zeitverlust in einen bereitstehenden Regionalbus, der noch 30 km vor sich hat, bis zum Haltepunkt Khao Sok Nationalpark. Die Bustickets kosten pro Person 80 Baht. An der Haltestelle warten Taxis, uns zum Resort zu fahren für weitere 100 Baht. Dann sind wir im Hotel, von dem aus wir später die 2-Tages-Tour zum großen See im Nationalpark unternehmen, die einer der Höhepunkte unserer Reise wird.

Wie wir den Ort Khao Sok und die abenteuerliche Tour in den Park erleben, findet Ihr in diesem Bericht.

Phang Nga, ein weiterer Nationalpark

Weiterfahrt nach Phang Nga. Weil offensichtlich jeder inkompetente Tropf Touristen befördern darf, bekommen wir für den Fahrpreis von 2 x 250 Baht heute neben der Fahrt auch Nervenkitzel. Es beginnt mit einer Verspätung von 45 Minuten. Im Bus sind außerdem die Ehefrau und das dicke Kind des Fahrers, die in den nächsten Stunden heftig und laut ihre Langeweile ausleben. Weil das Kind Essen braucht und Spielzeug, legen wir mehrere Stops ein und warten auf die Frau, die in aller Ruhe ihre Einkäufe erledigt. Als sich das Kind über Schalthebel und Lenkrad her macht, während sein Vater beidhändig isst und telefoniert und gleichzeitig den Van artistisch mit den Ellenbogen steuert, platzt uns die Hutschnur.

Wir fühlen uns als rasendes Verkehrsrisiko,

meckern von hinten, dass Kinder auf die Rückbank gehören und Telefonieren beim Fahren auch in Thailand verboten ist. Dafür gibt’s verbale Gegenwehr, aber das dicke Kind verkriecht sich zur Mutti und Papa hat wieder beide Hände am Lenkrad. Das hält sogar bis zur Ankunft. Immerhin sind wir dann in Phang Nga. Wir leben und können die nächsten Tage unbeschadet unser Vorhaben umsetzen, den Ao Phang Nga Nationalpark in der Bucht zu besuchen, wo auch die sogenannte James Bond Insel liegt. Was es damit auf sich hat, ist hier nachzulesen.

Krabi / Railay Beach

Die Fahrt nach Krabi ist unsere vorletzte Etappe. Wegen der kurzen Entfernung bietet sich die Weiterreise mit dem Minibus an, die das Hotel arrangiert. Zwar scheinen die 2 x 250 Baht als Fahrpreis relativ hoch, aber noch teurer und zeitaufwändiger wäre, sich erst zum Busbahnhof von Phang Nga fahren zu lassen, um dort einen Wagen zu finden. Wieder haben wir Pech mit dem Fahrer. Der will für einen angeblichen Umweg zum Hotel, der keiner ist, nochmal 100 Baht. Kriegt er nicht, was ihn sauer macht, aber über maps.me ist zu erkennen, dass die Route exakt an unserer Unterkunft vorbeiführt. Es hätte genügt, einfach anzuhalten, so wie es der Fahrer bei den thailändischen Passagieren auch macht.

Krabi Town ist unser Sprungbrett um zum Railay Beach zu kommen,

von wo aus wir anschließend einen Abstecher zur Insel Koh Jum machen. Alle Tickets für Hin- und Rückfahrten besorgen wir in Krabi. Die Überfahrt nach Railay mit einer Schaluppe schlägt mit 300 Baht zu Buche und dauert kaum eine halbe Stunde.

Die Weiterfahrt nach Koh Jum ist teurer, denn wir fahren mit einem Speedboat, für 850 Baht pro Person, das 35 beinharte Minuten braucht, um anzukommen. Schon seltsam, was wir uns als Nicht-Seefeste an Bootsfahrten zumuten. Aber wir haben Glück, bei allen Passagen ist die See spiegelglatt und kein Anlass, Pillen zu schlucken oder Kotztüten bereit zu halten. Ziemlich unorthodox sind lediglich die Ein- und Ausstiege.

Zur Insel Koh Jum

In Railay West, wo es keinen Anleger gibt, waten wir mit geschulterten Gepäck durch ansteigendes Wasser zu einem Longtailboot, in das wir mühsam hinein klettern. Dann brausen wir zum Speedboot, das in einiger Entfernung auf uns wartet. Die Übergabe von uns Passagieren von einem Boot zum anderen ist auch bei leichtem Wellengang gar nicht so einfach. Die Ankunft in Koh Jum ist weniger dramatisch, da wir dort an einem Holzpier aussteigen.

Wie wir Koh Jum erleben, lest Ihr hier.

Bei der Rückfahrt von Koh Jum nach Krabi warten wir mit unserem Gepäck zunächst am Strand auf die Abholung. Irgendwann entscheidet der Bootsführer, dass es Zeit ist abzulegen und das Longtailboat bringt uns vom Strand bis zur Fahrrinne im Meer, wo wir die Fähre aus Koh Lanta abwarten. Der Wechsel auf die Fähre klappt ganz routiniert und hört sich komplizierter an, als es in Wirklichkeit ist… zumindest bei ruhiger See. Diese Fahrt ist bequem, bis Krabi dauert es 1 Stunde und kostet nur 300 Baht.

Die Fahrt zur Grenze

Unsere letzte Etappe führt von Krabi nach Penang in Malaysia. Es gibt nur Vans und die Beförderung von Hotel zu Hotel und kostet für jeden 850 Baht. Diese Fahrt ist gleichzeitig unsere längste auf dieser Reise. Bis zur Grenze bei Thai Changlon / Bukit Kayu Hitam dauert es knapp 6 Stunden; ab Grenze bis George Town werden es noch einmal 2 Stunden. Der Grenzübertritt ist recht geschmeidig, ohne die befürchteten zeitaufwändigen Wartezeiten an den Abfertigungsschaltern. Ausreise aus Thailand und Einreise nach Malaysia sind tatsächlich bürokratiebefreit. Durchs Niemandsland fährt uns der Van. Manche Verkehrskontrolle an Straßensperren ist aufwändiger. Thailand ist geschafft, mal schaun, was Malaysia zu bieten hat.

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