Auf dem Oberdeck nach Bangkok

Die Reise beginnt. Aber was ist mit dem Sturmtief?

Die nächste Reise steht an, gebucht haben wir unsere Tickets nach Bangkok schon vor einem Vierteljahr. Wenige Tage vor Abflug, beunruhigende Nachrichten: „Pabuk“, ein Sturmtief mit dem Zeug zum Tropensturm, ist auf dem Weg dahin, wo wir auch hin wollen, also nach Südthailand. „Pabuk“ wird schon bei seinem Auftauchen dämonisiert als womöglich schlimmster Sturm seit Jahrzehnten, der zehntausende von Menschen zwingt, die bedrohten Küstenorte zu verlassen. Und die Medien erinnern, dass Tropensturm Harriet im Jahr 1962 fast 1.000 Menschen dahingerafft hat.

Wer Schach spielt weiß, die Drohung eines feindlichen Zuges lässt einen mehr ins Grübeln kommen als seine Ausführung. Genauso geht es uns jetzt, wenige Tage vor dem Abflug. Im Golf von Thailand soll „Pabuk“ zuschlagen, wohl in zwei oder drei Tagen, dort wo wir eigentlich hin wollen.

Die Frage, wie verhält man sich in einer Situation, die nach Katastrophe riecht, stellt sich in Asien öfter. Vulkanausbrüche, Erdbeben, Tsunamis, Tropenstürme sind weder selten noch harmlos. Warnungen gibt es im Moment genug, ob und wie die Medien sensationsgeifernd übertreiben, wissen wir nicht. Selbst die ehrwürdige Tagesschau klingt besorgt. Aber Angst ist meist ein schlechter Ratgeber und wir versuchen, rational die Risiken abzuwägen. Unser Ankunftsort Bangkok liegt nicht im Sturmgebiet, ist also nicht direkt betroffen. Außerdem hat das Land noch einen Norden und Nachbarn, die nicht gefährdet sind. Wir werden deswegen wie geplant fliegen, um dann vor Ort zu entscheiden, wie es weiter geht.

Kein Sturm in Bangkok! Dafür ein bequemer Flug im Oberdeck des A380

Am Tag vor der Reise entschärfen sich die Nachrichten aus der Region, wo die Vorhersagen das Auge des Sturmes vermuteten: „Pabuk“ ist mit viel Regen angekommen, auch mit viel Wind. Aber Zerstörungen und Opfer halten sich in Grenzen. Ob und wie Unterkünfte und die Infrastruktur tatsächlich betroffen sind, werden wir bald herausfinden.

Jetzt geht es erst mal darum, die Anreise zu überstehen, schließlich haben wir Holzklasse gebucht, also Sitze mit dem denkbar größten Minimum an Bewegungsfreiheit. Wir fliegen nicht mit Eurowings sondern mit Lufthansa, was aber kein gravierender Unterschied ist, wenn es um den Raum vor der Sitzfläche geht. Was früher kein Problem war, nämlich eine Sitzreihe am Ausgang allein mit rhetorischem Geschick zu ergattern, funktioniert heutzutage nur noch gegen Zuzahlung. Als Passagier ist man gehalten, an Automaten einzuchecken. Ein Blick auf die Sitzanordnung im Flieger, es ist ein Airbus 380/800, macht die Entscheidung leicht. Das Riesenflugzeug hat ein Oberdeck und dort finden sich interessante Alternativen, um bequemer zu sitzen. Gegen eine überschaubare Zuzahlung buchen wir rechtzeitig vor dem Abflug die Sitznummern 95 a + c. Die kleine Zuzahlung von 35€ pro Person muss im Budget drin sein.

Eine Bewertung der Sitze 95a/c

Aber lohnt sich das überhaupt? Wir wissen von anderen Reisenden, dass Zubuchungen oft nicht das Geld wert sind, das dem Passagier dafür abgeknüpft wird.

Nun, hier unsere Bewertung für die Sitze 95a/c: Eine Zweiersitzkombination vor dem Notausgang mit Beinfreiheit, die Leute bis zur Körperlänge von 2,40 Meter jubeln lässt. Natürlich keine Vorderleute Vordersitz, der eigene Sitz kann aber nach hinten verstellt werden. Die Business Class, die wir uns nicht leisten können, ist nur eine Armlänge entfernt. Wir kommen nach 10 Stunden Flug erholt und ausgeruht an. Bester Langstreckenflug bisher. Die Zuzahlung für 95 a+c lohnt sich.

Ankunft, die ersten Schritte 

In ungewohnter Frische absolvieren wir die Einreiseprozedur, gehen zum Immigration Desk, der noch 150 Meter weiter entfernt ist als der erste Ankunftsschalter. Ja, Bangkok kann auch mit kurzen Einreisezeiten aufwarten. Noch im Flughafen besorgen wir uns eine lokale Daten SIM Card, die uns für die nächsten Wochen schnelle Verbindungen ins Internet garantieren soll. Für 1.650 Baht kaufen wir die Option: 30 Tage zu 45 €, mit unbegrenztem Internetzugriff und einer Geschwindigkeit von G4.

Die nächste Phase ist preisgünstiger, Fahrt in die City mit dem Sky Train, einer Art Schnellbahn, die am Flughafen startet oder endet, je nachdem was der Passagier vorhat. 45 Baht pro Person kostet das Ticket. An der Endstation werfen wir uns samt Gepäck in ein Tuktuk, um zum Hotel zu kommen. So einfach kann Reisen in Thailand sein.

Bangkok, die riesige Weltstadt, ist immer gut für Überraschungen. Im Taxi, das wir abends besteigen, legt die Fahrerin die Musik auf und zwar ganz individuell. Nachdem sie erfährt, dass wir aus Deutschland kommen, dringen Töne aus dem Lautsprecher, die uns nicht fremd sind: Helene Fischer mit Atemlos – und die Taxifahrerin stimmt aus voller Brust in den Refrain ein, während wir nächtliche Bangkok cruisen.

Zeit, Bangkok den Rücken zu kehren, morgen geht es in den Süden, der laut Internet von „Pabuk“ nur berührt, aber nicht zerstört wurde. Das Auge des Sturmes hat uns diesmal nur zugezwinkert.

Wie es weiter geht lest Ihr hier.

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