Koh Kood

Einige Tage auf dieser Insel, die wirklich wunderschön ist, und der Reisende findet seinen Zyklus: sonnenbaden – plantschen – auf Terrasse sitzen – schlafen – im Restaurant sitzen – essen – sonnenbaden – plantschen und dann wieder alles von vorne oder in einer ganz anderen Reihenfolge. Ja, exotische Inseln können auf ihre Art auch ganz schön anstrengend sein.

Wir haben uns in einem Resort im Süden von Koh Kood einquartiert; es hätte auch an einem beliebigen, anderen Punkt sein können. Der Strand ist nahezu überall weiß und fein, das Meer ruhig, blau oder türkisfarben, Palmen sind fast immer in Reichweite. Koh Kood ist tropisch und immer noch bedeckt mit Urwald, ausgenommen dort, wo die Menschen ihre Straßen verlegt und Häuser gebaut haben.

Die Resorts, manchmal nennen sie sich auch „Hotel“ oder „Hostel“ oder „Homestay“, je nachdem welche Preiskategorie dem Besucher signalisiert werden soll, ähneln sich in Struktur und Aufbau, unterscheiden sich aber in der Qualität der Ausstattung. Die Spanne reicht von Luxus pur bis zu ganz einfach. Irgendwo dazwischen liegt das Mittelklasse Segment, von dem es unserer Meinung nach allerdings zu wenig gibt.

Inseln wie diese sind natürlich familienfreundlich. Kleinkinder lassen sich am Strand absetzen, das seichte Wasser ist keine Gefahr, sie können dort eine Viertelstunde ins Meer kriechen und sind immer noch kaum bis zum Nabel im Nass. Diese Vorlaufzeit reicht auch den erholungsbedürftigsten Eltern, die Nachkommen zu behüten und im Zweifel hinterher zu laufen, um die Zwerge wieder an Land zu bringen.

Um dem Zyklus des Inseldaseins ein wenig zu entkommen, lässt sich eine Art Sightseeing unternehmen. Wer will, auf gemieteten Mopeds oder Scootern, aber Achtung, Koh Kood, Betonpisteauf Anfänger warten Kurven und Steigungen, manchmal auch beides gleichzeitig. Wer keine Lust auf Schürfwunden hat, weil er ein Kleinkraftrad nicht profihaft beherrscht, mietet sich für die Rundfahrt einen als Sammeltaxi ausgerüsteten Pickup. Und muss erfahren, dass die Insulaner ihre Region mit einem Kartell überzogen haben. Es gibt einen überzogenen Einheitsmietpreis, der nicht verhandelbar ist. Einzig denkbare Gegenwehr: Besucher verbünden sich und mieten so ein Fahrzeug zusammen. Dem Fahrer ist es egal, wie viele Leute auf der Pritsche hocken, der Preis ist immer der gleiche.

Kleine Ausflugsziele sind der Wasserfall, nicht ganz so beeindruckend in der Trockenzeit wie seine Vettern und Cousinen auf dem Festland, aber immerhin, es ist mal was anderes als Meer und Strand und er lädt sogar zum Baden ein.

Es gibt auch Dörfer. Besonders interessant sind die, wo die Fischer ihre Häuser auf Stelzen ins Meer gebaut haben, wo Boote dümpeln und in mit Netzen abgetrennten Meerwasserknasten, kleine Haie darauf warten, auf dem Speiseplan ihrer menschlichen Gefängniswärter zu landen. Das sieht optisch jedenfalls noch sehr thailändisch romantisch aus.

Die Fahrt über das Eiland führt an den unterschiedlichen Resorts vorbei zu dem einen oder anderen Traumstrand, obwohl genau genommen, hier eigentlich jeder Strandabschnitt dieses Prädikat verdient.

Apropos verdienen. Im Vergleich zum Festland wirken viele Preise – vor allem für Unterkünfte, aber auch Essen – bereits überzogen. Das ursprüngliche Thailand, vormals ein Magnet für Touristen, wegen des günstigen Preis-Leistungsverhältnisse, ist hier schon im Schwinden. Hütten in Resorts, die in 2012 noch für 30 € zu bekommen waren, sind heute bereits bis zu 400% (in Worten vierhundert) teurer!

Wann dieser Trend eingesetzt hat, lässt sich schwer feststellen. Es muss jedenfalls schon vor der Elektrifizierung, die hier auf der Insel erst seit Sommer 2015 steht, begonnen haben, denn auch so ein Pimp-Up von Hotelanlagen braucht mehr als eine Saison.

Egal, wir wollten nicht lamentieren und das geniessen, was es noch gibt. Also bis zur Abreise, die gleichzeitig Beginn unserer Rückreise nach Deutschland sein wird: sonnenbaden – plantschen – auf Terrasse sitzen – schlafen – im Restaurant sitzen – essen – sonnenbaden – plantschen und dann wieder alles von vorne oder in einer ganz anderen Reihenfolge.

Was uns auffiel und wie wir hierher kamen.

Unser Tipp für Koh Kood: Wir haben im Sunshine Resort in Ao Phrao übernachtet!