Paris

Montmartre und Sacré-Coeur

Kommend von der Métrostation Anvers schlendert man durch von Souvenirläden gesäumte kleine Straßen hinauf zum Platz am Fuße des höchsten Hügels von Paris. Hier führen 237 Treppenstufen steil nach oben zur Basilika, von wo aus man einen fantastischen Ausblick über Paris hat und verschnaufen darf. Auf den Treppen vor Sacré-Coeur lässt es sich stundenlang sitzen, man kann den Blick über Paris schweifen lassen und dem Kommen und Gehen der anderen Touristen zusehen. Die im „Zuckerbäckerstil“ erbaute Kirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts fertiggestellt und ist eines der beliebtesten Wahrzeichen der Stadt. Es wird wohl kaum einen Besucher geben, der nicht hierher pilgert. Aber nicht nur das Äußere der Kirche ist sehr sehenswert; auch ein Besuch des Inneren lohnt unbedingt, schon allein wegen der wunderschönen, goldglänzenden Mosaiken.

Der malerische Place du Tertre ist ein wahrer Publikumsmagnet mit seinen unzähligen kleinen Cafés und Restaurants. Viele Künstler jagen hier nach zahlungskräftigen Kunden. Ob die offerierten Werke künftig eine Entwicklung nehmen wie einst ein Picasso oder Utrillo, ist eine spannende Frage. Geduld wird gefragt sein, nur schlappe 150 bis 200 Jahre. Wer kauft, sollte sich vom Geschmack und nicht der Gier auf Rendite leiten lassen.

Früher waren in jedem der kleinen Häuser in den Gassen rund um den Place du Tertre und Sacré-Coeur Künstlerwohnungen und -ateliers. Heute befinden sich hier entweder Restaurants oder Souvenirläden. Schade; es wirkt eigentlich alles zu kommerziell. Verlässt man jedoch die Hauptwege, trifft man erstaunlicherweise nur noch wenig Touristen. Dann findet man auch noch den Charme vergangener Zeiten. Über viele Treppen geht es hinab zu den großen Boulevards. Es braucht nur einen kleinen Umweg zum Moulin Rouge. Wenigstens schauen von außen, zu mehr reicht heute die Zeit nicht.

 
Besuch vom Friedhof Père Lachaise oder, sehen, wie die Promis ruhen

Der Totenkult bringt mitunter Erstaunliches hervor und Père Lachaise ist so ein Ort. Nicht für die Verstorbenen, aber für uns Lebenden.

Am Haupteingang dieses Friedhofes, der zu den bekanntesten weltweit zählt, erhält man einen Plan, in dem die Namen und Grabstätten der Persönlichkeiten, die hier begraben sind, verzeichnet sind. Schon ein Stöbern in den Listen – dem „who is who“ der Verblichenen – weckt nostalgische Erinnerungen, auch Staunen, wer hier, in dieser kosmopolitischen Nekropole posthum versammelt wurde.

Mehr oder weniger zufällig habe ich so am Grab von Jim Morrisson und Molière gestanden, ansonsten hat mich die wunderschöne Stimmung auf dem Friedhof davon abgehalten, konzentriert nach den Gräbern anderer Berühmtheiten zu suchen. Herrlich still und friedlich ist es auf diesem riesigen Friedhof, inmitten der Hektik von Paris. Baumbepflanzte Straßen, Alleen und Wege durchziehen mehr oder weniger kreuz und quer das Gelände. Die Sonne scheint schräg durch das Grün der Bäume und beleuchtet feierlich die Grabstätten und Mausoleen. Es entsteht eine festliche Stimmung. Eine Stimmung zum Verweilen und Nachdenken.

La Bastille

Auf dem Weg zum Place de la Bastille besuche ich den Marché d’Aligre, einen kleinen, sehr lebhaften Markt für Trödel und Blumen, aber auch vielen Ständen mit Obst und Gemüse. Die Feinkostläden hinter den Marktständen bieten exquisite Spezialitäten und mit mehr Zeit hätte ich mich gern verlocken lassen. Mir gefällt es hier und ich gehe in den geschäftigen Straßen weiter bis zur berühmten Bastille, dem Symbol der Französischen Revolution. Obwohl von der kleinen Bastion nichts mehr zu sehen ist, bleibt der Ort für immer im nationalen Gedächtnis Frankreichs erhalten. Und das ist gut so, denn hier wurde eine der wichtigsten historischen Zeitenwenden Europas eingeleitet. Anstelle der Bastille, die gleich nach der Revolution abgerissen wurde, thront hier heute der Freiheitsengel auf der Julisäule. Vom Place der Bastille habe ich einen schönen Blick auf den Port de l’Arsenal; einem Bootshafen mitten in Paris, der den Canal Saint-Martin mit der Seine verbindet.

Ile de la Cité

Vom Hôtel de Ville kommend, hat man vom Boulevard du Palais einen wunderschönen Blick auf die Conciergerie. Dies war früher der Palast der Könige, bevor er zum Gefängnis wurde. „Paläste zu Knästen“ klingt ein bisschen wie „Schwerter zu Pflugscharen“ und ist sicher kein ganz falsches Motto.

Heute ist die Conciegerie Teil des Justizpalastes und kann besichtigt werden. Mir fehlte die Zeit dazu, aber schon der Blick von der Seinebrücke aus gefiel mir einfach ausgesprochen gut. Ein Ort, der danach ruft, nochmal besucht zu werden.

Quartier Latin

Über den Place Saint Michel tauche ich ein in die kleinen, gemütlichen Gassen fern ab der großen Boulevards. Hier gibt es viele einladende Konditoreien, Restaurants und Bars, Läden für Postkarten und Kunstdrucke, Souvenirs etc. Die Straßen sind so eng, dass kaum ein Auto durchkommt. Dafür sind viele Leute unterwegs und es herrscht eine lebendige und freundliche Stimmung. Ich nehme mir die Zeit, einen petit noir zu trinken und genieße es, in Paris zu sein.

Cathédrale Notre-Dame

Zurück auf der Ile de la Cité steht Notre-Dame auf meiner mentalen Besuchsliste; einer der bedeutendsten, gotischen Kathedralen Europas, die nach 200 Jahren Bauzeit im Jahr 1345 fertig gestellt wurde. Schon immer wollte ich auf einem der beiden, fast 70 m hohen Türme stehen und die Aussicht genießen. Dafür sollte man lieber gleich früh morgens hier sein, was ich nicht geschafft hatte. Nun wartet eine ca. 100 m lange, sich sehr zäh fortbewegende Schlange von Touristen darauf, dass ich mich an ihrem Ende einreihe. Ich lasse es; ich habe nicht die Geduld und Zeit, stundenlang darauf zu warten, bis ich dran bin. Außerdem fängt es an zu nieseln. Schade, aber ich werde es beim nächsten Paris-Besuch einfach wieder versuchen.

Centre Pompidou

Ein kurzer Abstecher zum Quartier Beaubourg, zum Kulturzentrum Centre Pompidou. Hier gibt es so viel zu bestaunen: die eigenwillige Architektur des Zentrums, das Treiben der Artisten, Gaukler und Musiker auf dem Platz davor. Ich mache hier kurz Pause, esse ein leckeres Baguette aus einer Bäckerei gegenüber und schlendere dann langsam weiter, da es leider immer noch nieselt.

Arc de Triomphe – die Champs-Elysées – die Seine

Ich steige in Châtelet in die Métro und fahre bis zum Place Charles de Gaulle. Dann stehe ich zusammen mit unzählig vielen Touristen aus aller Welt vor dem Triumphbogen, dem Wahrzeichen der Zeit Napoleons. Hier war ich schon lange nicht mehr, obwohl ich es hier eigentlich sehr mag. Ich habe keine Zeit, auf die Aussichtsplattform hinauf zu steigen. Mir wird plötzlich bewusst, dass meine Besichtigungstour durch Paris langsam ihrem Ende zugeht und es mit meinem Besuch beim Eiffelturm eng wird.

Also beschließe ich, kein Risiko einzugehen und lasse den Turm sausen. Stattdessen wandere ich die Avenue des Champs-Elysées hinunter in Richtung Place de la Concorde. Die Prachtstraße macht ihrem Namen wirklich alle Ehre, eine Luxus-Boutique neben der anderen, ein Gebäude prächtiger als das andere – das Ganze auf 1.910 m Länge.

Um dem Eiffelturm ein wenig näher zu kommen, gehe ich über den Grand Palais, der wie der Eiffelturm im Jahr 1900 für die Weltausstellung gebaut wurde, an das Seineufer. Von der Pont Alexandre III. aus habe ich nicht nur einen guten Blick auf den Eiffelturm, auch der imposante Invalidendom ist von hier aus gut zu sehen und ich bin nicht mehr ganz so enttäuscht, dass ich auf den Besuch des Eiffelturms verzichten muss. Der Blick über die Seine und die Lastkähne und Hausboote ist trotz des tristen Wetters fast romantisch und ich genieße einen kurzen Moment der Ruhe.

Meine Tour ist heute zu Ende. Wie es anfing und wohin es weiter ging, steht im Blog.