Der Weg ist das Ziel

Unterwegs in Indien. Begleitet uns auf unserer Reise, die von Dehi nach Süden führt. Zunächst geht es nach Agra, dann wollen wir Rajasthan entdecken

Der Weg sei das Ziel, soll Lao Tse gesagt haben. Sicher war ihm dabei nicht die Autobahn in den Sinn gekommen, die von Delhi nach Süden hinein in den Bundesstaat Rajasthan führt. Ein geschmeidiger, moderner Highway, meist 6-spurig, ohne spektakuläre Aussichten. Ausgenommen, man ist ein Fan von eintönig wirkenden Hochbauten, die zigtausende von Menschen beheimaten können. Megatrabantenstädte, die dringend benötigt werden, aber natürlich nicht das Incredible India sind, wonach der Reisende lechzt.

Ja, wir waren so dekadent

Und wir haben uns von einem geschäftstüchtigen Sikh in Delhi überzeugen lassen, dass es viel klüger sei, mit einem vollklimatisierten Van und eigenem Chauffeur, Amit, die ersten 3 Tage Rajasthan zu erleben. Unter uns: es hat uns nicht ruiniert. Wir sind im Nachhinein immer noch im Budget geblieben und nun schwebten wir bequem zunächst einmal gen Agra , das aber verwaltungstechnisch noch zu Uttar Pradesh gehört.

Irgendwas fehlte aber. Richtig, das Abenteuer, das uns bisher immer das Reisen über die Straßen Indiens begleitet hatte, war weg

Total verschwunden, der artistische Wagemut, den wir in früheren Jahren bei Fahrern erleben durften. Wie war das noch gleich: Wer über die lauteste Hupe verfügte, war uneingeschränkter Dominator des Verkehrs und wenn er todesmutig genug war, im Showdown mit dem Gegenverkehr bis zur letzten Hundertstelsekunde die Spur zu halten, dann war er die entscheidenden 10 Minuten früher am Ziel. Solche Manöver waren nichts anderes, als eine Art Gottesbeweis, dass das Karma des wagemutigen Fahrers goldrichtig lag. Im nächsten Leben wäre ein Upgrade zum Rennstallbesitzer fällig.

All das lässt der moderne indische Highway nicht mehr zu. Er degradiert Fahrer zu Fahrern. Und generiert natürlich Ideen, ein zweites, drittes oder noch mehr Beine in andere Geschäftsfelder zu stecken. Auch unser Fahrer stoppt wie zufällig bei einer Teppichfabrik. Und wunderbarerweise empfängt man uns dort freundlich. Da wir ja schon mal dort wären, könnten wir doch gleich eine Besichtigung einlegen. Entkommen unmöglich; der Fahrer weiß ja, dass wir Zeit haben. Da war es wieder, das Abenteuer, nun in Gestalt einer Herausforderung an unsere sozialen Kompetenzen.

Wir wissen inzwischen alles über die Anfertigung von Teppichen, beim Rundgang passen wir gut auf

Und, wir haben die richtigen Antworten, wenn es darum geht, das unvermeidliche Verkaufsgespräch für us zu entscheiden, nämlich ohne Deal das Geschäft zu verlassen. Tipps und Tricks verraten wir gerne. Etwa diesen Einwand: “Guter Mann, wir sind gerade am Beginn unserer Reise. Wie teuer Indien ist, wissen wir noch nicht. Aber dann, bevor wir zurück in unsere Heimat fliegen, werden wir wieder zu Ihnen kommen und dann sollten wir uns doch einig werden.” Bitte nicht vergessen zu erwähnen, was für tolle Ware der Händler uns da gezeigt hat, dass wir nur bei ihm kaufen würden und dass India ganz “Incredible” ist

Mehr zu unserem Indien: 

Du weisst, dass Du in India bist … Incredible India ist für alle da,Delhi, Uttar Pradesh, Rajasthan, Maharashtra, Goa, Karnataka, Kerala,Tamil Nadu, Himachal Pradesh, Punjab, Uttarakhand, Odisha (Orissa)Andhra Pradesh,

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