Weiter in den Süden

An einem Mittwochmorgen im März, dem letzten vor Ostern, bereiten wir uns auf die Weiterfahrt vor. Einpacken, frühstücken, Auto beladen. Auf so einem Kurztrip sind wir mit mehr Gepäck, beladen als bei unseren Fernreisen. Klar, so ein Kofferraum nimmt willig mehr, auf als zwei tragende Hände schleppen wollen; da kommt es auf etliche Kilos zusätzlich nicht an. Reiseluxus pur, für uns.

Die gut 120 km Entfernung von Lioux zum nächsten Zielort gestalten wir als erweiterte Sightseeing Fahrt. Entschleunigt cruisen wir durch die Provence, nicht nur weil es überall diese unsagbaren Radarkontrollen gibt, sondern weil es einfach Spaß macht, durch dieses bezaubernde Postkartenidyll zu kurven. Geplant legen wir mehrere Stopps ein, an Orten, die wir unbedingt noch sehen wollen, bevor wir die Region verlassen. Sogar eine Miniwanderung haben wir uns vorgenommen.

Die Orte Bonnieux und Lourmarin lohnen einen Halt auf jeden Fall. Mehr dazu schreiben wir auf der Themenseite unter WEG. Hier sei nur soviel verraten, eine dieser Ortschaften gilt als eines der schönsten Dörfer des Landes. Stimmt, können wir nur sagen, ohne das Flair der anderen Orte, die wir gesehen haben, schmälern zu wollen.

Der Reisetag ist ideal und wir freuen uns auf den Abstecher zur Gorges de Régalon, berühmt als engste Schlucht der Provence. Wir finden den Einstieg mühelos, kurz hinter dem Ort Mérindol, an der D-973 finden wir den Wegweiser zum Parklatz, der Ausgangspunkt für die Wanderung ist. Ein untrügbares Zeichen, dass wir aus Sicht der örtlichen Verwaltung noch in der Vorsaison sind: Es werden keine Parkgebühren fällig. Durch Olivenhaine schlängelt sich der Pfad auf die Felsen zu, es ist angenehm mild. Leider fällt unser kleiner Ausflug dann abrupt und buchstäblich ins Wasser, weil die Schlucht auf den ersten Metern aufgrund der letzten, heftigen Regenfälle knietief unter Wasser steht und ein Passieren ohne Gummistiefel unmöglich macht.

Planmäßig steht nun die Weiterreise an. Wir verlassen die Provence Richtung Süden. Zur Mittelmeerküste, teilweise über Landstraße, aber auch über Autobahnen, um dem dicker werdenden Verkehr zu entgehen. Die Natur ist hier deutlich weiter. Erstaunlich, was einige Dutzend Entfernungskilometer in dieser Jahreszeit ausmachen. Im Vorbeifahren erkennen wir den frischen, grünen Blätterflaum an den Bäumen, vereinzelt auch leuchtende Kirschblüten und dann kündet uns ein Wechsel in der Botanik an, dass wir fast angekommen sind, Palmen!

Wir befinden uns nun in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, konkreter in Bormes-les-Mimosas, das nicht weit entfernt vom Mittelmeerhafen Le Lavandou liegt.

Lenz liegt in der Luft, für nordische Verhältnisse ist das fast schon ein Frühsommer. Die Steppjacken dürfen abgelegt und in der Reisetasche verstaut werden.

Ostern werden wir hier verbringen. Es gibt viel zu erleben, packen wir‘s an.

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