Hamdullah, unsere Fahrer waren Muslime

Eine Fahrt von Hampi nach Hassan

Eigentlich war die Fahrt von Hampi nach Hassan (ca. 350 km) als normale Fahrt gedacht. Wenn schon Taxi, dann möglichst ohne Überraschungen, dachten wir uns. Das Auto war überpünktlich, unser Fahrer ganz offensichtlich ein Strenggläubiger. Sympathisch war er, freundlich lächelnd. Da unser Hindi/Gujarati/Mlayalam/Tamil und Marati immer noch grottig ist und des Fahrers Englisch sich davon nicht abhob, blieb unsere Konversation relativ einsilbig. Immerhin reichte es, um eine Empfehlung für einen Stopp an einer Art von ayurvedischen Hofladen zu befolgen, der sich gelohnt hat: wunderbare Fruchtsäfte, Tees, Gewürze, Marmeladen und was das Herz begehrt in den Regalen. Alles blitzsauber und preisgünstig.

Nach einem zweiten Stopp wurde es aufregender

Der Fahrer beschleunigte, hielt das höhere Tempo, was ja durchaus in unserem Sinne war, wer kommt nicht gerne früher an. Dann wurde die Fahrt stotteriger, unser Fahrer schien etwas zu suchen und fand es auch. Eine Moschee. Upps, da saßen wir nun in einem Taxi ohne Fahrer, geparkt auf einem unromantischen Abstellplatz. Nur 10 Minuten, hatte er uns beim Hinausstürmen aus dem Wagen verständlich gemacht. Es wurde fast eine halbe Stunde daraus. Klar, es war Freitag, Gebetszeit und so ein Imam hat in diesen Zeiten sicher immer ganz viel zu erzählen.

Zurück vom Gottesdienst schien der Fahrer wie verwandelt

Jetzt fuhr er nur noch mit gedrosselter Geschwindigkeit, die er offenbar über Abkürzungen kompensieren wollte. So etwas kann funktionieren, wenn man sich gut auskennt. Seine fehlenden Ortskenntnisse machten, dass es nicht funktionierte. Der Fahrer wurde zusehend nervöser. Um es kurz machen, mein Ipad hatte noch genügend Saft, um mapsme als Navi einzusetzen. Nach über 7 Stunden, spätnachmittags im Hotel waren alle Beteiligten wieder froh. Wir, dass die Fahrt zu Ende war, unser Fahrer, dass er die Strecke jetzt in umgekehrter Richtung wiederholen dufte. Mashallah!

Den mittleren Tag unseres Aufenthaltes widmeten wir den obligatorischen Besichtigungen

Hassan sehen, ohne die Tempelanlagen in Belur und Halebid besucht zu haben, wäre ein unverzeihbares Sakrileg. Dafür braucht es ein Taxi. Geordert für 9 Uhr wurde es mit 15 Minuten Verspätung angekündigt. Eine Viertelstunde in Indien entspricht, wie wir nun erfahren durften 40 deutschen Minuten. Im Taxi saß auf dem Beifahrersitz ein offensichtlich Strenggläubiger. Weia, sagten Kopf und Bauch, mal sehen was das bringt.

Tatsächlich hatten wir die vergnüglichste und kurzweiligste Besichtigungstour unserer bisherigen Reise

Fahrer und Beifahrer, zwei Muslime um die 60, kümmerten sich rührend um uns und sorgten gleichzeitig dafür, selbst Spaß zu haben. Ein brüderlicher Ausflug mit 2 ausländischen Begleitern, oder andersrum. Sie hatten noch nicht gefrühstückt, baten darum, das im nächsten Dorf nehmen zu dürfen, während wir uns ins Lokalkollorit versenkten. Die Verständigung klappte, es gab Erklärungen über die Region, soziale Strukturen, Kultur, Land und Leute und Ackerbau. Immerhin bin ich seit der Fahrt Besitzer der frischesten Ingwerwurzel meines Lebens. Direkt aus dem Boden eines Ingwerfeldes gegraben.

Vergnüglich auch, wie der ältere der Beiden, der Beifahrer, über all die Zeit seinen um vielleicht 1 oder 2 Jahre jüngeren Bruder in allem belehrte, es besser wissen wollte und der Fahrer dies alles froh und heiter über sich ergehen ließ. Die Besichtigungen waren echte Highlights und das drumherum, mit frischen Bananen, frisch gepresstem Zuckerrohrsaft erquickend. Das alles, ohne um Preise feilschen zu müssen; unsere Beiden erhielten jeweils den besten Preis. Mal schauen, ob es ihnen gelingt, sich per Email mit uns in Verbindung setzen zu lassen, wir wollen ihnen natürlich die Fotos zukommen lassen. Al hamdullah und Mashallah. Friede sei mit ihnen und uns.

Mehr zu unserem Indien: 

Du weisst, dass Du in India bist … Incredible India ist für alle da,Delhi, Uttar Pradesh, Rajasthan, Maharashtra, Goa, Karnataka, Kerala,Tamil Nadu, Himachal Pradesh, Punjab, Uttarakhand, Odisha (Orissa)Andhra Pradesh,

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