Zur Insel in der Balisee

Unterwegs nach Bali. Begleitet uns beim Flug mit einem Hardcore-Low-Cost-Carrier. Ob es an der Gesellschaft lag, dass diese Reise uns so mitnahm?

Es gibt verschiedene Arten, Bali anzusteuern. Leute wir wir, die budgetabhängige Entscheidungen treffen, landen sehr schnell bei den Hardcore-Low-Cost-Carriern, deren Streckennetz ganz Südostasien überspannt. Auf diese Weise lernten  wir den zweiten Flughafen Bangkoks näher kennen, der immerhin auch fast eine ganze Autofahrstunde vom Zentrum entfernt ist. Ein besonderer Flughafen übrigens, der sich in der Welt des Golfsports einen Namen gemacht hat. Zwischen den Rollbahnen liegt ein Golfcourt, der aktiv genutzt wird. Und mit etwas Glück erlebt man beim Start oder bei der Landung einen Eagle. Geschlagen von einem Spieler, dessen Namen man wohl nie erfahren wird.

Hardcore-Low-Cost-Carrier in Asien sind, was die effiziente Nutzung eines Flugzeuges angeht, kaum schlagbar

Europäische Passagiere, die nicht den Vorteil genießen, kleinwüchsig zu sein, geraten dort schnell an ihre Grenzen, in aller Regel also den Abstand zur nächsten Sitzreihe. Bangkok-Denpasar: guenstig, aber engEinmal sitzend, darf man erleben, wie Klaustrophobie auf den Menschen wirkt. Erbärmlich. Zum Glück gibt es kein Bordkino oder Bildschirme, die einen vom wesentlichen ablenken. Nämlich davon, dass Leben leiden bedeutet und wir alles daran setzen müssen, um mit unserer nächsten Existenz in einer besseren Position zu sein. Etwa in der Holzklasse eines normalen Fliegers.

Der Flug war karg und enorm bewegt

Luftlöcher und Strömungen und beutelnde Erschütterungen waren auf dem 4-Stunden-Trip der Normalfall, nicht die Ausnahme. Einer der Mitreisenden in Sitznähe, ein Schnacker vor dem Herrn, der diese Route nach eigenen Worten wie seine Westentasche kannte, stand sichtlich vor einem Kollaps.

Irgendwie kamen wir alle an. Wie viele Kotztüten gefüllt wurden, konnten wir nicht erfahren, denn unsere Sitzposition erlaubt nur einen sehr eingeschränkten Blick durch den Innenraum. Die Einreiseformalitäten wurden für südostasiatische Verhältnisse flott abgewickelt. Zwar mit einem Schwerpunkt auf die Kontrolle von Devisen und zollpflichtigen Waren. Aber das war kein Problem für  uns Normaltouristen.

Wir hatten eine Abholung arrangiert, die perfekt klappte

Man lieferte und uns im Homestay unserer Wahl, mitten in der balinesischen Haupstadt Denpasar, ab. Sehr freundlicher Empfang begrüßte uns in einer Umgebung, die auch als Openair-Sauna hätte herhalten können. Das erste indonesische Bier beim Abendimbiss darf als verdient betrachtet werden.

Denpasar konnten wir am nächsten Tag ein wenig näher besichtigen

Und mit einem Ausflug zum spektakulären Tanah Lot verbinden, einem der markantesten Sunset-Punkte in dieser Region. Nach kurzem Aufenthalt ging am nächsten Tag die Fahrt weiter ins Landesinnere. Mit Stippvisite am Taman Ayun Temple und auf Empfehlung unseres Fahrers einem Halt bei einer Kaffeeplantage. Ja, kein Tourist wird dem entrinnen. Das ist so sicher wie der Stopp bei Teppichfabriken in Indien oder Massschneidern in Thailand. Wir haben es diesmal etwas vergessen, das erste und eherne Gesetz bei solchen Anlässen: Sei niemals so überwältigt von den Eindrücken, dass du dich zum Griff ins Portemonnaie hinreissen lässt. Ok, dafür habe ich wenigstens mit einem Luwak kuscheln können, dem Tier, das für die Produktion des berühmten Katzenkaffes unerlässlich ist.

Nach Weiterfahrt durch liebliche Landschaften, heimelige Ortschaften und dichten Verkehr erreichten wir unser Tagesziel Ubud.

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