Wir rocken zum Golden Rock

Richtungswechsel, es geht nach Süden, über Yangon. Die Entfernungen unterschätzen wir nicht und haben die Alternative, lang im Bus zu sitzen oder kurz und schmerzbefreit einen Inlandflug zu nehmen. Die technischen Schwierigkeiten, die Tickets über ein deutsches Reiseportal zu buchen, verschweigen wir aus Taktgefühl. Nur soviel: Es vor Ort, bei Myanmar Air direkt zu versuchen, ist erfolgreicher. Außerdem brauchen wir das Gepäck nicht als Extras zu bezahlen.

Die preislich günstigste Taxifahrt für uns in Bagan ist die zum Flughafen. Das Einchecken unkompliziert und flüssig, so würde man sich Reisen in Europa wünschen. Und en passant bekommen wir noch einen Sonnenaufgang geschenkt, der sich aus der Abflughalle aber nur eingeschränkt genießen lässt.

Nach einem angenehmen Flug, mit Zwischenstop in der Nähe von Kalaw, erreichen wir Yangon. Eigentlich, so die Planung, wollen wir uns zum Busbahnhof durchschlagen, von dort mit dem erstbesten Bus weiter zum 60 km entfernten Bago. Wir fragen am Taxistand Interesse halber nach dem Preis direkt nach Bago und erfahren, dass die Fahrt gerade mal umgerechnet 27 € kostet, all-inclusive, bis zum Hotel. Machen wir.

Bago erleben wir einige Stunden am Nachmittag, hier gehts zum Bericht. Die Fortsetzung der Fahrt erscheint etwas komplexer. Wir werden auf jeden Fall in Kyaikhtiyo stoppen und übernachten, dort den Goldenen Felsen besuchen; eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten Myanmars und Pilgerort von Myriaden buddhistischer Pilger aus aller Welt, aber auch Touristen, die nur eine geografische Besonderheit besichtigen wollen, die kultureller Angelpunkt der Region ist.

Wer sich nur über Reiseführer informiert, welche Route er nehmen sollte, wird an Punkte kommen, wo die Wegbeschreibungen unübersichtlich werden. Deswegen hier die ultimativ beste Verbindung, aktuell ausgetestet, durch zwei erfahrene Traveller, also uns:

Fahrt von Bago über Kyaikhtiyo direkt nach Kinpun. Kostet pro Person im etwas gehobeneren Local Bus etwas weniger als 4 € und dauert 3 Stunden. Das lässt sich gut überstehen, die Wege sind nahezu schlaglochfrei, geht garantiert ohne Reisetabletten.

Kinpun ist sozusagen das Basiscamp für die Anfahrt hoch zum Golden Rock, der auf einem Berg liegt. In Kinpun starten unweit der Busstation die Laster, die den Berg hinauffahren. Dauer 30 – 45 Minuten (je nach Laune und Fahrkunst des Chauffeurs), kostet pro Person 1,40 €

Richtig, kein Schreibfehler, für die letzte Etappe fährt man auf einem Laster. Etwa 150 gibts davon in Kinpun, die in der Hochsaison pausenlos im Einsatz sind. Auf die Ladefläche so eines Lasters sind Sitzreihen aus Metall montiert, auf die jeweils 6 enggepresst sitzende Passagiere passen. Die Fahrt, schwere Steigungen, die sich extrem kurvenreich gestalten, ist beinhart. LKWs sind auch in Asien nicht so gefedert, dass Passagiere sich wohlfühlen. Alternativen gibts keine. Pilger und Touristen besteigen klaglos die Transporter, und erst wenn der allerletzte Platz besetzt ist, rumpelt es los.

Festhalten ist angesagt und Achtsamkeit; ein Rücken, der an eine Stahlstrebe knallt, ist nicht mehr zu gebrauchen. Festgeklammert überstehen wir die wilde Fahrt.

Wir übernachten oben auf dem Berg, ersparen uns die Rückfahrt am gleichen Tag und bekommen dafür eine hoffentlich einzigartige Abendstimmung am Golden Rock. Was den Übernachtungspreis angeht, schweigen wir uns aus. Aber, wie oft ist man schon hier.

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