Von Hamburg nach Jakarta

Auch die jetzt anstehende Reise ist schon vor Monaten geplant und vorbereitet worden: Indonesien 2.0. Wir haben uns aus dem Portefeuille der 17.000 Inseln zwei weitere herausgepickt, die viel versprechen. Aber dazu später. Jetzt stehen wir am Flughafen Hamburg, der inzwischen nach Helmut Schmidt benannt ist, einem Politiker, der nicht zuletzt für seine Zuverlässigkeit bekannt war. Will Hamburg sich tatsächlich auch in Sachen Pünktlichkeit an seinem Namensgeber orientieren? Wir wünschen es uns.

Relativ günstig haben wir unsere Tickets bei KLM gebucht und beginnen folgerichtig mit einer einstündigen Anreise zum großen Flughafen in Amsterdam, der unser Sprungbrett nach Indonesien sein soll. Einen kleinen Luxus gönnen wir uns; wir erweitern unsere Economy Tickets um eine Variante, die uns größere Beinfreiheit garantiert. Der Flug ist lang, kein Grund, sich gekrümmt in eine Sitzreihe zu zwängen, die Dir früher oder später eine Ganzkörperthrombose verschafft.

Zeit versus Geld – das ist oft der Zuschlag, den Budget-Reisende entrichten müssen, wenn sie interkontinental unterwegs sind. Wer sparen will, muss demütig genug sein, Wartezeiten an den Schnittstellen zwischen Zubringer- und Weiterflügen auszuhalten. Amsterdam etwa beschert uns gnadenlose 240 Minuten, die wir überbrücken müssen.

Aber Schiphol ist auch gnädig. Es gibt Wartezonen für den Jedermannflugreisenden, die komfortabel und sauber sind. Ausgestattet mit Free Wifi und Polsterbänken. Wir machen das Beste daraus. Unsere Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik können wir nutzen, unter jedem Sitz gibts eine Steckdose, kein Gerät wird schlappmachen. Und ansonsten ist die Infrastruktur des Flughafens recht ordentlich. Fastfood-Anbieter sind gut erreichbar, die sanitären Bereiche ebenso.

Das Beste jedoch, der Flughafen ist intelligent organisiert. Wir werden im Transitbereich nicht noch einmal sicherheits-gecheckt. Die Behörden hier vertrauen darauf, dass Ankommende bereits vor ihrem Abflug nach Amsterdam durchleuchtet wurden. Tatsächlich hat ja kein Passagier die Chance, sich während des Fluges zu bewaffnen und niemand kann aus einer Tasse Wasser und einem Wrap eine tödliche Bombe basteln. Die Holländer haben das verstanden. Wer ankommt gilt sicherheitstechnisch clean. Als Passagiere, für die das Reisen in diesen Zeiten ohnehin kein Zuckerschlecken ist, sind wir dankbar. Fünf Sterne für Schiphol.

Dann geht’s fast pünktlich in den riesigen Flieger, in dem wir zusammen mit rund 400 Mitreisenden die nächsten 14 Stunden verbringen dürfen.

Nach einem Flug, der uns sogar Schlaf beschert – es lebe der raumgreifende Fußraum – gibt es einen Zwischenstopp in Kuala Lumpur. Wir müssen den Flieger wie alle Passagiere verlassen, auch wenn es kurz darauf wieder mit derselben Maschine weitergeht. Dafür müssen wir den Transitraum aufsuchen. Natürlich ist der Zutritt erst nach einer strengen Sicherheitskontrolle möglich. Verständlich, wir hätten uns auf der 20 Meter langen Strecke durch die Gangway ja bewaffnen können. Und überhaupt, was gibt es schöneres, als immer wieder abgetastet zu werden.

Immerhin bekommen wir zur Belohnung das Formular für die Zolldeklaration zur Einreise in Indonesien ausgehändigt. Vieles wird abgefragt und muss in winzige Zeilen eingetragen werden. Wissend, dass wir auf die ewige Sinnfrage, wer wohl diese Einträge jemals durchlesen würde, niemals eine Antwort bekommen, wird das Formular ausgefüllt. Zur Rache mit schwer leserlichen Buchstaben, das ist übrigens die wirksamste Form von Datenschutz.

Gute 1,5 Stunden dauert der Flug nach Jakarta. Die Formalitäten am Flughafen gestalten sich heute anders als sonst: Kaum Wartezeit beim Einreiseschalter, dafür zähes, zeitfressendes Warten aufs Gepäck. Und eine Schlange vor dem Zolldurchlass, wo die Zollerklärungen eingesammelt werden. Übrigens, ohne dass jemand drauf schaut.

Wir sind jetzt in Jakarta und wollen nur noch ins Hotel.

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