Köln, nicht Bangkok

Was für ein Sommer! Bevor die unvermeidbare kalte Jahreszeit uns zuhause erwischt, machen wir uns auf den Weg. Ziel ist Asien, China, Vietnam, ein wenig Thailand. Wir hoffen, gut vorbereitet das Riesenreich der Mitte erleben zu können; vieles wird anders sein, als wir es kennen. Aber das ist ja das Spannende bei unseren Wegen.

Das erste Kapitel dieser Reise würde in einem Buch wohl lauten „Wie es dazu kommt, anstelle des Buddhas auf eine katholische Kirche zu treffen“.

Wir fliegen mit Eurowings. Ein Budgetflug, spartanische Betonklasse, also in der Kategorie unterhalb der Holzklasse, mit Umsteigen in Köln. Als gewiefte Globetrotter wissen wir natürlich, Online-Einchecken spart Zeit. Allerdings akzeptiert die App nur unsere erste Etappe, was uns zunächst nicht stört; am Flughafen in Hamburg wird sich das schon fixen lassen. Lässt es sich nicht, sagt man uns dort, aber in Köln könnten wir es nachholen lassen.

Solche Situationen darf man durchaus als Warnzeichen verstehen und in der Tat erleben wir ab jetzt, dass vieles komplett anders läuft als geplant. Zunächst klappt der Gatewechsel in Köln nicht; es ist komplizierter als vermutet, die Bordkarten für den Weiterflug zu bekommen. Wir warten, das Schalterpersonal rotiert. Schließlich funktioniert wieder alles, wir freuen uns auf den Weiterflug, der pünklich sein soll. Nur noch wenige Stunden, bis wir wieder in der Stadt mit den goldenen Buddhas sind. Dann verkünden App und Anzeigetafel die erste Verspätung. Kaum haben wir uns emotional gefangen, enthüllt sich das ganze Grauen. App, Anzeigetafel und Flughafenpersonal verkünden: Der Flug fällt vollständig aus. Weiterreise ist voraussichtlich am nächsten Morgen.

Ein Gerücht erreicht uns, gleich 3 Maschinen seien betroffen. Das bedeutet Engpässe bei allem, was nun arrangiert werden muss. Wir schalten auf Notfallmodus, gehen getrennt vor. Einer kümmert sich um das Gepäck, das wieder ausgegeben wird, während der andere die Formalitäten am Schalter übernimmt, für Unterbringung und Weiterreise. Eine kluge Entscheidung, die uns hilft, mehrere Stunden Wartezeit einzusparen. Die Betreuung, die Eurowings organisiert, ist vorbildlich.

Gute 2 Stunden später, es hätten auch 5 werden können, befinden wir uns in der komfortablen Suite des Dorinthotels in Köln. Kostenlos bekommen wir Unterkunft, Transfer mit Taxis sowie großzügig bemessene Vouchers für Verpflegung, die wir in einem Supermarkt im Flughafen einlösen. Bestätigt wird, dass wir zusätzlich Anspruch haben auf die gesetzlich vorgeschriebene Fluggastentschädigung, also für jeden von uns 600 €. Das ist mehr, als wir für die Tickets bezahlt haben und damit beschert uns dieses Reisemodell sogar einen kleinen Gewinn, der in unsere Reisekasse fließen soll.

Schon einmal in Köln heißt es nun: Keine Budhas, dafür aber katholische Kirche. Wir entschließen uns spontan für einen Spaziergang zum Dom und der entschädigt uns auch mental dafür, jetzt nicht im Flieger nach Bangkok zu sitzen, sondern genau hier zu sein.

Wir erleben eine der schönsten Abendstimmungen, die diese Stadt bieten kann sowie einen perfekten Sonnenuntergang, der es mit nahezu jedem anderen Ort aufnehmen kann: Der blutrot gefärbte Himmel über dem Rhein mit der eindrucksvollen Skyline der Altstadt.

Der Weiterflug am nächsten Morgen in aller Frühe startet nahezu pünktlich. Auch das ein Wunder, angesichts diverser weiterer technischen Störungen und kleiner Hindernisse, die uns die gute Stimmung, die sich am Vorabend aufgebaut hat, fast vergessen lässt.

Aber wie meist auf Reisen: Erinnerungen an Störungen verblassen recht schnell, das Gute bleibt nachhaltiger im Gedächtnis. Nächste Station: Die Buddhas.

Der Einstieg ist auch ein Test für unsere neu angeschaffte Technik, speziell um herauszufinden, wie der neue Router mit integrierter SiM-Karte in der Praxis funktioniert. Fazit: Das Gerät funktioniert einwandfrei, wenn der Akku geladen ist. Okay, man kann nicht an alles denken, aber für solche Situationen springt die Powerbank ein.

Von Bangkok geht es für uns in die alte Stadt Ayutthaya, ehemals Hauptstadt Siams. Dafür fahren wir in diesem Fall mit dem Taxi, uns fehlt ein Tag; die Zeit wollen wir deswegen nicht in Bussen und Bahnen verdödeln. Der Preis für diese Fahrt beträgt etwa 31 €; das ist für eine Entfernung von rund 75 km fair und sprengt unser Budget nicht. Natürlich braucht es auch hier äußerste buddhistische Gelassenheit, um zunächst aus dem Verkehrsmoloch Bangkok herauszukommen, aber da lehnen wir uns einfach zurück und überlassen den Stress unserer Fahrerin.

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