Hamburg – Athen – Naxos

Die Vorbereitung

Es scheint schon Ewigkeiten her zu sein, dass wir zuletzt unterwegs waren. Genau 68 Tage nämlich. Wenn der eine Part unseres Teams gerade 68 ist und außerdem ein waschechter 68er, bietet es sich an, genau jetzt wieder loszufahren. Ganz so spontan ist diese Reise allerdings nicht. Da sie mit Flügen verbunden ist, buchen wir frühzeitig, schließlich sind wir Budget Traveller. Es geht nach Griechenland. Warum ausgerechnet zu den Hellenen, wird sich noch aus unseren Berichten erschließen lassen, denn wie immer haben wir uns bei der Wahl unseres Reiseziels Gedanken gemacht.

Gebucht sind Tickets von Eurowings. Schlappe 250 € pro Person für das Rückflugticket Hamburg – Athen – Hamburg. Es geht vielleicht noch günstiger, aber der Trend zu höheren Preisen macht sich auch in den Buchungsportalen bemerkbar. Leistungen, die bisher als Standard zum Fliegen gehörten, werden nun als Zusatzmodule verbucht: Etwa die Sitzplatzwahl, Gepäckaufgabe und Bordverpflegung sowieso und sogar so etwas Triviales, wie die Benachrichtigung per SMS, wenn sich Flugzeiten ändern. Konnte man bisher noch hoffen, einen Sitzplatz in der Notausgangsreihe zu erhaschen, ist das inzwischen eine Bezahlkomponente. Egal, wir ärgern uns nicht, sondern konstatieren nur.

Der Abflugtag

Schreck am frühen Morgen. Den bekommst Du inzwischen immer häufiger am Flughafen Hamburg. Vor wenigen Wochen war es der totale Stromausfall und heute ist es der erste Blick in die Abflughalle: Die ist proppenvoll! Reisende, wohin das Auge blickt. In schlaufenartig gewundenen Reihen umzingeln sie den Lufthansa Schalter. Damit könnten wir leben, aber viel schlimmer: Auch beim Eurowings Check-in das gleiche Bild. Wir fragen uns durch zum Ende der Warteschlange, bereiten uns auf einen langen Vormittag vor. Das Gerücht geht um, es habe einen Systemabsturz gegeben. Hamburg, „schönste Stadt der Welt“, wie unser Radiosender tagtäglich als Mantra lobpreist, steckt immer wieder mit beiden Füßen im prädigitalen Zeitalter.

Schneller als befürchtet lösen sich zum Glück die Staus auf und wir überwinden sogar in Rekordzeit die Sicherheitskontrollen. Sollte der Autor dieses Berichtes jetzt in Selbstzweifel verfallen, weil sein Auftauchen bei den Kontrollfuzzies hinterm Scanner nur noch ein lässiges Durchwinken auslöst, oder ist das als Kompliment aufzufassen?

Eurowings hält sich wacker heute Morgen. Nahezu keine Verspätung. Das will viel heißen, in Zeiten, die gespickt sind mit Nachrichten über Flugausfälle und Verzögerungen, die nicht mehr nach Stunden, sondern nach Tagen bemessen werden. Bliebe als Kritik, dass der Raum im Flieger, der Passagieren der Budgetklasse zugebilligt wird, sich entweder an Kleinwüchsigen oder Kindern im Vorschulalter orientiert. Einmal auf dem Sitz eingezwängt lässt sich die Reise nur überstehen, wenn man meditative Entspannungstechniken beherrscht.

Das Umsteigen in Stuttgart überrascht uns. Wir werden sofort in den Transitraum geleitet, ohne nochmals sicherheitskontrolliert zu werden. Dank dem Entscheider, der erkannt hat, dass einmal entwaffnete Reisende sich auf einem Flug nur mit Plastikmessern oder Pappbechern wieder bewaffnen könnten und keine wirkliche Bedrohung mehr sind. In München und Frankfurt ist diese Erkenntnis bislang noch nicht angekommen.

Die Ankunft in Athen

Fast pünktlich landen wir in Athen. Bereits auf dem Flughafen geht es merklich entspannter zu als in Deutschland, scheint es uns. Kurze Wartezeit bis zur Gepäckausgabe, keine lästigen Kontrollen – dank Schengen. Bald schlendern wir entspannt, den Hinweisen folgend, zur Metro, die uns zur City bringen soll. Sie ist etwas teurer als der Busshuttle, ein Ticket kostet pro Person 10 € und kann am Schalter gelöst werden.

Züge fahren alle 30 Minuten und brauchen bis zur Altstadt etwa 40 Minuten. Achtung, unbedingt beachten: Die Metrotickets müssen vor Fahrtantritt entwertet werden. Einmal auf das Lesefeld der Pforte legen reicht schon. Bitte macht das auch, wenn die Tore sperrangelweit offen stehen, es entkrampft die Situation beim Aussteigen. Den Zielbahnhof kann man nur mit einem entwerteten Ticket verlassen. Es geht zwar auch anders und es gibt immer pragmatische Lösungen, wie man trotzdem rauskommt (wir haben es ausprobiert), aber was spricht dagegen, gleich alles richtig zu machen. 

Und nun sind wir in Athen, in einem Hostel, mitten in der Altstadt am Fuße der Akropolis. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl. Die Entscheidung, Urlaub in Griechenland zu machen, fühlt sich richtig an. Nach zwei Nächten geht das Abenteuer Griechenland weiter, mit einer kleinen Seereise.

Weiter zur Insel

Wir versuchen, unsere Tickets für die Fähre nach Naxos über das Internet zu buchen. Was im Prinzip aussieht, als ob es funktioniert, scheitert schlussendlich immer beim Bezahlvorgang. Die Kreditkarten werden zwar akzeptiert, aber der letzte Button schleudert uns in ein Cyber Nirvana. Mit Paypal scheint es zu klappen, allerdings erhalten wir keine Buchungsbestätigung. Tatsächlich stellen wir im Nachhinein fest, dass die Ticketbuchung nicht funktioniert hat und wir den einbehaltenen Preis bei Paypal reklamieren müssen.

Besser ist der traditionelle Ticketkauf am Schalter. Wir fahren früh morgens mit der Metro Linie 3 bis zur Endstation Piräus und kommen kurz nach halb Sieben an.

Alles ist fußläufig und bequem erreichbar. Gleich am Ausgang der Metro finden wir ein Büro der Fährgesellschaft „Blue Star Ferries“. Ticketpreis pro Person in der Economy Klasse 35 €. Es gibt auch höheren Komfort, mit entsprechenden Preiszuschlägen.

Die Fähre Blue Star Delos, ein gewaltiges Schiff, liegt unübersehbar am Hafen, einsteigebereit. Alles läuft nach Plan, die Fähre legt pünktlich um 07:25 Uhr ab, für uns mit Ziel Naxos.

Verpflegung ist natürlich an Bord erhältlich, aber wieweit unsere nicht seeerprobten Mägen mitmachen, wird sich herausstellen. Reisetabletten sind in Griffweite. Tatsächlich gleitet die riesige Fähre ohne zu zittern durch die Ägäis, Tabletten sind heute überflüssig. Naxos, wir sind da!

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