Fliegen wie die Könige

Ob es in Amman Hähne gibt, die sich zur Aufgabe machen, morgens die Menschen aus dem Schlaf zu reissen, wissen wir nicht. Warum? Weil wir garantiert vor dem Federvieh geweckt wurden, übrigens mit einem Hahnenschrei als Weckruf.

Wir haben umdisponiert, werden Jordanien von Süden nach Norden erkunden, nicht umgekehrt. Hauptgrund dafür sind logistische Überlegungen. Der ursprüngliche Plan, ein Auto zu mieten, damit das Land hinunter zu fahren, um den Wagen in Aqaba zurückzugeben, lässt sich nicht realisieren. In Situationen wie diesen, reagieren wir pragmatisch. Wir drehen das Storyboard um, werden die Tour über die Straße vom Süden beginnen und dafür dorthin fliegen.

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5 Monate auf den Tag genau

Wirklich, es ist nur ein Zufall, obwohl es so wirkt, als sei das Datum genau geplant. Punktgenau nach exakt fünfmonatiger Reiseabstinenz sind wir wieder unterwegs. Diese Unterbrechung war gewollt; sie gehört zu unserem Lebensplan und thematisch könnten wir jetzt einfach darüber hinweg gehen, weil dies ein Reise- und kein Biografieblog ist.

Wer in den letzten Monaten hierher gefunden hat, weiß, dass es natürlich nicht ganz so streng zu sehen ist. Wir waren unterwegs. Ein wenig beim westlichen Nachbarn (Frankreich) und ein bisschen mehr in Norddeutschland. Vor der eigenen Haustür und über die Elbe, in Hamburg, sowie bei den Nordfriesen. Alles hat Spaß gemacht, alles haben wir dokumentiert, weil wir diesen Teil der Welt als gleichwertig ansehen zu den exotischen Ländern, die wir im Osten kennengelernt haben. Um das Ganze ergiebiger zu machen, hatten wir uns vorgenommen, unsere vertraute Umgebung einmal so zu erleben, wie Fremde das tun würden. Also den Alltagsblick abgelegt, recherchiert, hinter die Kulissen geschaut und versucht, andere Blickwinkel zu erfassen, vielleicht sogar ein Art emotionale Nähe aufzubauen.

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Veränderungen

Wie alles anfing

Es gibt Zeiten, da möchte man permanent “Wind of Change” pfeifen, um sich bewusst zu machen, dass alles tatsächlich passiert. Dass es kein Traum ist. Das Jahr 2015 war für uns so eine Phase. Begonnen hatte es mit einem traumatischen Erlebnis. Wie in den Jahren zuvor hatten wir für uns im April wieder einen Urlaub in Nepal organisiert. Wir hatten bereits eine Trekking-Tour hinter uns, als alles über uns zusammenstürzen wollte.

Am vorletzten Tag unserer Wanderung traf uns in Chisapani das große Erdbeben. Glück im schweren Unglück, wir kamen unversehrt heraus, die materiellen Verluste haben wir inzwischen vergessen. Nicht ganz abschütteln konnten wir das Trauma. Den Plan, im Herbst ein längeres Trekking in der Dolpo Region zu unternehmen, verschoben wir in die letze Zeile unserer Wunschliste von Zielen, die man unbedingt sehen sollte.

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Planen, was das Zeug hält

Nach der Reise ist vor der Reise, das bleibt unser Arbeitsmotto, schließlich betreiben wir einen Reiseblog.

Was früher einfacher war, weil man als junger Traveller schlichtweg vernachlässigte, sich mit jedem Risiko zu beschäftigen, ist heute komplizierter. Nicht, weil wir älter geworden sind, sondern  miterleben, wie rasant die Welt, wie wir sie kennen und lieben, sich verändert. Die Halbwertzeiten der konstanten Eckdaten einer Reiseregion sind dramatisch gesunken.

Wenn es vor einigen Wochen noch unbedenklich war, in einem Land, das den Halbmond in der Flagge trägt, unterwegs zu sein, würden wir aktuell von Besuchen abraten. Hoffend, dass die politischen Verhältnisse sich bald wieder ändern. Und wenn wir arglos in den Nachrichten blätternd darauf stoßen, dass im Gebiet XYZ neuerdings ein schlimmer Virus wütet, dann macht das natürlich nachdenklich. Denn eines wollen wir immer, wenn wir wegfahren: unbeschadet zurück kommen!

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Ein delikates Thema

Das Unaussprechliche aussprechen, das Unbeschreibliche beschreiben, erklären, warum ein delikates Thema mit Delikatessen nur mittelbar zu tun hat.

Wer könnte das besser, als ein gestandenes Travellerpaar, das viel erlebt hat und sich herausnimmt, alles, was ihm widerfährt, aus der Perspektive kritischer Lebenserfahrung zu beurteilen.

Schon weil wir selbst berichten und unsere Erfahrungen zum Besten geben, lesen wir natürlich auch, wie es anderen Reisenden ergeht, die dort unterwegs sind, wo wir bereits waren oder vorhaben, bald vorbei zu schauen. Am liebsten sind uns Beiträge, die ganz konkret auch auf praktische Fragen des Reisealltags eingehen. Wir wollen erfahren, was eine Reise kostet, wie man sich am besten vorbereitet, welche Fehler man vermeiden sollte. Weil wir keine Lust oder Zeit haben, das Rad immer zum zweiten Mal erfinden zu müssen. Viele Anregungen haben wir schon erhalten, dafür danken wir.

Was mir aufgefallen ist, gewisse Themen werden (fast) nie berührt; es scheint sie nicht zu geben, in der bunten Welt der Blogger, obwohl sie uns tagtäglich immanent begleiten, egal wo wir gerade sind. Es geht um den Stoffwechsel. Nicht etwa den von Tieren, deren Weg wir kreuzen und uns erfreut rufen lässt: “Alle mal herschauen, Elefanten-Losung!” Ja, wir meinen unseren eigenen Stoffwechsel, den biologischen Kontrapunkt zur Nahrungsaufnahme, auf das was am Ende rauskommt, wenn wir wohl gespeist haben. 

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