Unglaubliches Delhi

Unterwegs in Delhi, einer Riesenstadt

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Was macht man eigentlich in einer Riesenstadt wie Delhi? Ich vermute, alle Menschen, die dort unterwegs sind, tun mehr oder weniger das gleiche: Besichtigen, einkaufen, essen oder organisieren, nämlich die Weiterfahrt, wenn es kein Daueraufenthalt werden soll. Letzteres wird kaum einem in den Sinn kommen, der seine Indien-Reise frei plant. Jedenfalls haben wir noch keinen getroffen, der freiwillig länger in Delhi hängen geblieben ist. Individuell ist sicher die Art und Weise, die einzelnen Aktivitäten anzugehen, das kann manchmal schon eine Herausforderung werden.

Da wir kaum je organisierte Touren in Anspruch nehmen, ziehen wir mit einem Reiseführer – dem Lonely Planet, Indien – los

Hier wären jetzt die ersten Standing Ovations für uns fällig. Wer schon mal die Druckausgabe dieses Buches in der Hand gehabt hat, weiß, wie schwer es wiegt. So einen Wälzer herumzuschleppen, bei gefühlten 45 Grad Hitze, ist wahrlich brutal. Aber auch hier hilft inzwischen die Technik in Form von nützlichen Apps, die tatsächlich sehr praktisch sind. maps.me ist so ein Tool. Eine Karte, die auch offline funktioniert und im Zusammenspiel mit GPS genial ist. Also im Hotel die Sehenswürdigkeiten, Shoppingcenter oder Restaurants heraussuchen, eintragen und einfach loslaufen. Wer sich das IPad direkt vors Gesicht hält, kann gar nicht in die falsche Richtung gehen, wohl aber das Pech haben, angerempelt, geschupst oder weggedrängt zu werden. Also, immer schön auf Straßen und Verkehr achten!

Irgendwann kommt der Tourist darauf, dass eine Besichtigung von Delhi per pedes nicht das Wahre ist.

Die Stadt ist schlichtweg zu groß, zu heiß, der Verkehr zu nervig für Fußgänger. Die Entscheidung, sich in eines dieser zigtausend Tuk-Tuks zu werfen ist eine ganz natürliche, der sich auch ein ausgemachter Läufer nicht zu schämen braucht. Tut-Tuks sind billig, willig und kommen quasi überall hin. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, schon eine gewisse Ahnung über die Entfernung zum Ziel mitzubringen. Tuk-Tuk-Fahrer sind nämlich mit der Fähigkeit ausgestattet, den Fremdling blitzschnell als solchen zu identifizieren und in Bruchteilen von Nanosekunden den Fahrpreis um ein Vielfaches zu erhöhen. Das ist keine rationale Entscheidung, sondern eine Art von Reflex, so wie beim Raucher der Griff zum Feuerzeug. Wir sollten ihnen deswegen nicht böse sein, sondern den Superfahrpreis mit einem Supergrinsen und einem Superdumping parieren. In aller Regel gelangt man damit zu einem angemessenen Preis von A nach B, gäbe es da nicht die Uncle-Shop Nummer.

Jeder Tuk-Tuk-Fahrer ist gezwungen, sein Geschäftsmodell auszubauen

Anders lässt es sich kaum überleben. Sein zweites Standbein ist das Kommissionsgeschäft. Offenbar ist das Zuführen von Kunden in Indien eine gute Erwerbsquelle. Hotels, Restaurants, Geschäfte zahlen, wenn  ihnen Geschäft ins Haus gebracht wird. Praktisch heißt das, es ist für Touristen gar nicht selbstverständlich, von A nach B zu kommen, weil der Fahrer einen Punkt C einbaut, den Zwischenstopp zum Einkaufen, Essen etc.. Weil viele Fremde sich solchen Vorschlägen verschließen, wartet der clevere Tuk-Tuk-Fahrer mit einer emotionalen Variante auf. Er will dich nicht zu einem x-beliebigen Laden bringen, nein, sondern zu dem seines Onkels. Frage: Wer bringt es schon übers Herz, so eine Bitte abzuschlagen? Antwort: WIR.

Derart gerüstet sehen wir die Highlights von Old und New Delhi.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass Besichtigungen nicht nur bilden, sondern auch ein ungeheures Selbstwertgefühl aufbauen. Das ständige Erleben beim Erwerb von Eintrittskarten ist ein erhebendes: Wir Ausländer werden immer ganz hoch geschätzt. Egal ob begütert, wie ein Pensionsempfänger oder arm, wie ein Student auf Semesterferien, wir sollen überall ein Vielfaches von dem bezahlen, was Einheimische löhnen müssen. Da entstehen kuriose Konstellationen, nicht nur in Delhi. Für die Besichtigung des Taj Mahals etwa, wird in Agra das 37-fache von dem fällig, was ein Inder, egal ob Paria oder Maharadscha, bezahlt. Sich ärgern bringt nichts, die Regeln sind so. Und zwar in ganz Indien.

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Du weisst, dass Du in India bist … Incredible India ist für alle da,Delhi, Uttar Pradesh, Rajasthan, Maharashtra, Goa, Karnataka, Kerala,Tamil Nadu, Himachal Pradesh, Punjab, Uttarakhand, Odisha (Orissa)Andhra Pradesh,

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