Von Tamil Nadu ins Seevetal

Wenn Du rundreist kommt irgendwann der Wende-Punkt, von dem ab die Entfernung nach Hause immer kürzer wird. Darauf steuern wir, immer noch in Tamil Nadu, langsam aber sicher zu und liegen damit voll im Plan. Das ist kein Selbstgänger, weil das Wetter uns einige Kopfschmerzen bereitet. Wir setzen aber auf Risiko, vertrauen darauf, dass uns weder Monsun noch Zyklone erwischen werden und haben fast recht. Das Unwetter aus dem Golf von Bengalen macht um uns herum 15.000 Bäume platt, führt zu Überschwemmungen und lässt tausende von Fischern in Seenot geraten, aber wir kommen relativ ungeschoren davon und bleiben unserem Reiseplan treu.

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Durch das Land der indischen Tamilen

Innerindische Flüge sind günstig, umkompliziert lassen den Reisenden aber auch vergessen, wie riesig das Land eigentlich ist. Deswegen ziehen wir meistens Verbindungen vor, die uns über Land führen, so bekommen wir am besten den Wandel von Landschaften und Lebensformen mit, in einem Land, das in jeder Beziehung „multi“ ist: multiethnisch, multireligiös, multikulturell.

Um Zeit zu sparen, fliegen wir von Visag nach Chennai, die Entfernung von fast 800 km per Zug oder Bus zurückzulegen, ist eine Herausforderung, die wir uns gerne ersparen. Da die Durchschnittsgeschwindigkeit bei Reisen über Land in Indien selten schneller ist als 35 km/Std., vermeiden wir damit eine Fahrt von rund 25 Stunden.

Wie wir die Hauptstadt Tamil Nadus erleben, könnt Ihr hier nachlesen.

Ab Chennai geht es weiter über die Straße. Das ehemalige Madras hinter uns zu lassen, bricht nicht unser Herz, die Stadt ist für uns nicht das, was heute gerne als „Sehnsuchtsort“ bezeichnet wird. Natürlich absolvieren wir vorher noch unser persönliches Pflichtprogramm an Besichtigungen. Die Weiterfahrt bringt uns zunächst nach Tirupathi, das zwar in Andhra Pradesh liegt, aber für uns logistisch besser von Tamil Nadu erreichbar ist.

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Zwischen Bhitarkanika und Visag

Die Weiterfahrt ab Bhitarkanika lassen wir über das Hotel organisieren; in der dörflichen Umgebung gibt es keine Reiseagentur. Busse fahren zwar ab und zu vorbei, aber das sei keine Option, sagt man uns, zu umständlich für Leute mit Gepäck, da man häufiger umsteigen müsse und auf Anschlussbusse angewiesen sei. Das überzeugt uns. Los geht’s am Reisetag mit dem Tuktuk zum nächsten Bootsanleger; wir vergessen ja immer wieder, dass unsere Unterkunft eigentlich auf einer Flussinsel liegt. Von da mit der Fähre, einem sperrigen Kahn, setzen wir über zur Landstraße, wo wir von unserem Fahrer erwartet werden. Die Fahrt für die knapp 80 km, alles eingeschlossen (wohl auch die landesübliche Vermittlungsprovision), nach Ratnagiri kostet umgerechnet stolze 53 €. Wir verbuchen das unter „unabwendbare Kosten“.

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Wenn jemand (k)eine Reise tut…

… sollte er keinen Reiseführer schreiben!

Der Eindruck, dass einige Autoren von Reisebüchern zwar wenig Ahnung haben von ihrem Reisegebiet, es vielleicht nie selbst gesehen haben, dafür aber extrem gut sind im Recherchieren und Abschreiben, lässt sich nur schwer abschütteln. Aber der Reihe nach.

Wollen wir ein Land oder eine Region neu für uns entdecken, lesen wir vorab Berichte anderer Reisender. Odisha ist leider auf der Reiseblogger-Karte noch ein weißer Fleck, so dass wir uns auf Reiseführer verlassen müssen; gerne von verschiedenen Verlagen  – hoffend, dass Vielfalt und unterschiedliche Schwerpunkte uns helfen, einen ganz persönlichen Reiseplan für diesen Staat zu entwickeln, den wir in diesen Tagen real erleben. Bunt ist die Wirklichkeit in Odisha und seine Vielfalt ist beeindruckend. Aber seltsam, die führenden Verlage, empfehlen nahezu identische Hotels, Touren und Restaurants, als ob es nichts anderes gäbe.

Wir sind in Puri, wollen gut und günstig essen, vielleicht in einem Kultlokal. Das Peace Restaurant in der CT Road soll eines sein. Nicht nur, weil beide Verlage es nennen sondern weil das gut klingt: Currys, die besten Fischgerichte, Makkaroni, Budgetpreise. Ein Blick auf den kleinen Stadtplan im Reiseführer sagt, das Peace liegt vor der Tür. Da wollen wir hin, laufen aber etwa 5 x an der Stelle vorbei, wo es sein müsste.

Da ist nichts, wir fallen bereits auf, essen an diesem Abend lieber im Hotel. Aber aufgeben zählt nicht, wir suchen an den anderen Tagen weiter, schließlich können 2 namhafte Reiseführer nicht irren. Offenbar doch, das Peace Restaurant hat sich wahrscheinlich entschlossen, während unseres Aufenthaltes eine Tarnkappe überzustülpen, es bleibt für uns unauffindbar. Kein Problem, Indien bietet immer Alternativen. Hey, Reiseliteraten trefft Euch doch mal alle im Peace Restaurant, Puri und findet zusammen heraus, wo es geblieben ist.

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Hinter Bhubaneswar geht’s weiter

Die Fahrt von unserem Hotel zum Busbahnhof mit dem Tuktuk ist hier teurer als die anschließende Reise selbst. Für den Zubringer, 5 km Strecke, zahlen wir umgerechnet 2,60 € für die Busse, 77 km Strecke, gerade mal 3,90 €. Der Busbahnhof in Bhubaneswar ist urig, vor allem wegen der Busungetüme, die hier zu sehen sind. Darunter viele dieser kolossalen Sitz-/Sleeper-AC Monster, um die wir gerne einen großen Bogen machen. Heute landen wir direkt vor so einem Gefährt. Keine Alternative weit und breit; alles, was hier parkt, kommt aus demselben Stall.

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