26.09.2015 – Delhi, wir sind da!

Eine Ankunft in Delhi. Die Taxi-Mafia am Flughafen und der Straßensperren-Trick

Jeder Marathon beginnt mit dem ersten Schritt. Das wissen wir als Läufer und tatsächlich ist das, was wir gerade vorhaben, eine der Superlangstrecke vergleichbare Auszeit. Jedenfalls wenn man bisher nie mehr als 4 oder 5 Wochen am Stück Urlaub gemacht hat. Sei’s drum, unser erster Schritt begann am 26. September 2015 mit dem Verlassen der Ankunftshalle des Indira Gandhi Flughafens in Neu Delhi. Der erste kleine Schock war die Auskunft am Schalter eines Taxidienstes, dass die Fahrt in die City im klimatisierten Taxi 1.400 Rupien kosten sollte. Immerhin war  das im Vergleich zum Preis bei unserem letzten Besuch im April eine Steigerung von schlappen 40 Prozent!

Nicht mit uns, wir sind ja keine Neulinge

Waren da nicht die sogenannten Prepaid Taxis, eine reelle und abzockfreie Form der Taxibuchung? Richtig angewendet funktioniert sie so: Der Kunde nennt in einem Buchungsbüro sein Ziel. Dann wird der korrekte Fahrpreis ermittelt. Danach bezahlt man und erhält eine Art Fahrschein. Der wird dem Taxifahrer ausgehändigt wenn man angekommen ist. Es findet kein Geldaustausch zwischen Fahrer und Kunden statt, der Preis bleibt wie er festgesetzt wurd. Egal welche Umwege der Fahrer für nötig hält. Nach getaner Arbeit erhält der Fahrer sein Honorar vom Prepaid-Taxi-Büro.

Eigentlich eine narrensichere Angelegenheit

Aber wir wären nicht in Indien, wenn sich nicht doch der eine oder andere Ankömmling zum Narren mache ließe. Heute waren wir dran. Kurzum, wir hatten das Pech auf die Mutter aller Abgefeimtheiten zu treffen. Einen Trick, den wir noch nicht kannten. Und der funktioniert wie folgt:

Wir werden geködert

Der Fisch, also wir, total übernächtigt, mühsam und beladen, leicht frustriert ob der Information, dass Taxis schon wieder teurer geworden waren, wird von einem jovial lächelnden Inder angesprochen. “Taxi please?” Fisch antwortet “only prepaid taxi, to the city.” Jovialer Inder: “Yes, prepaid, just 400 Rupien”. Keine Frage, wir folgen dem Jovialen. Im Gewühl übergibt uns der Joviale an eine jungen, smart wirkenden Inder. Smartie begleitet uns zu einer Straße, die etwas abseits liegt und ruft über Telefon einen Wagen, der sich prompt nähert. Unsere kurze Rückfrage “Taxi? – Price 400?” wird mit Kopfnicken, einem als englisches “yes” identifizierbarem Wort bestätigt. Und schon sitzen wir hinter zwei Männern auf der Rückbank eines Mittelklasseautos und lassen uns stadteinwärts bringen.

Wie wir ausgenommen werden sollen

Nach vielleicht einer halben Stunde Fahrt, gedämpfter Konversation (einige diese Inder sind halt nicht auf Anhieb zu verstehen) landen wir vor einer Straßensperre. Der Beifahrer dreht sich um und macht uns klar, dass wegen des Opferfestes der Muslime einige Straßen gänzlich gesperrt seien. Viel zu gefährlich um etwa zu Fuß unterwegs zu sein. Aber man würde versuchen, uns über Umwege ins Hotel zu bringen. Nach einigen Straßen auf und ab Fehlanzeige. Es gibt keine Zufahrt. Inzwischen sind wir hellwach und machen deutlich, dass wir zu unserem und keinem anderen Hotel wollen. Die Atmosphäre lädt sich auf. Es gäbe Hilfe, wird uns versichert. Da sei nämlich eine Tourist-Information ganz in der Nähe. Dort könne man 24 Stunden rund um die Uhr Rat und Hilfe bekommen.

Man versucht uns weich zu klopfen

In der Tourist-Information, die erstaunlich geschäftig wirkt – immerhin ist es erst 6 Uhr morgens – betreut uns sofort ein freundlicher Inder. Der spricht auch noch hervorragend Englisch und  greift sofort zum Telefon greift. Er will in unserem Hotel anfragen, was zu tun sei. Dort meldet sich ein Security-Mitarbeiter, der bestätigt, dass die Zufahrtsstraße auf unbestimmte Zeit gesperrt sei. Aber er würde versuchen, den Hotelmanager zu erreichen, der in 10 Minuten zurückrufe. P1070438

Als sich nichts rührt, wird für uns ein zweites Mal im Hotel angerufen

Der Security-Mann bestätigt dieses Mal mir persönlich, dass es kein Durchkommen gäbe. Da wir auf unserem Vorhaben beharren, in genau das Hotel gefahren zu werden, das wir gebucht haben, ruft man uns auf unseren Wunsch ein Tuk-Tuk, also eine Motorradrikscha. Die Idee ist, dass wir uns mit diesem kleinen Gefährt über Nebenstraßen so weit als möglich ans Hotel bringen lassen.

Das erste Taxi wird ausgezahlt, mit 400 Rupien wie vereinbart. Der Tuk-Tuk-Fahrer ist bereit, uns für 500 Rupien über Schleichwege, die nur er kenne, zum Hotel zu bringen.

Dann entwischen wir vom Haken

Gemeinsam tuckern wir in den frühen Morgen. Bald erkennen wir auch die Straße, in die wir hinein müssten, die Sunder Nagar. Kurzer Stopp. Dann nähert sich ein wichtig wirkender Mann. Er fragt, wo wir hin wollten und verbietet die Weiterfahrt, als wir unser Hotel erwähnen.Schließlich zückt er sogar einen Plastikausweis, auf dem irgendwas mit Government of India zu erkennen ist. Er wird lauter und aggressiver, als wir deutlich machen, dass wir nun die Polizei rufen wollen. Auf unsere lautstarke Intervention macht unser Tuk-Tuk endlich kehrt. Wir rasen davon, biegen ab und erreichen nach weiteren 10 Minuten auf wundersame Weise unser Hotel.

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Der Fahrer bekommt den Fahrpreis Wir – froh endlich angekommen zu sein – betreten das Hotel, wo man uns erwartet hat. Wir berichten, was wir erlebt haben. Aber niemand bestätigt, dass Straßen gesperrt seien. Nein, Anrufe aus einer Touristen-Information habe es keine gegeben. Die Straßensperren, die wir gesehen haben, sind immer da und dienen dazu, die Schönen und Reichen dieses Wohnviertels vor Eindringlingen zu schützen. Jedenfalls nicht, um Besucher abzuhalten.

Egal, wir waren jetzt in unserer Unterkunft

Wir könnten entspannen und rätseln noch heute, was der Sinn dieser Inszenierung überhaupt gewesen sein mochte. Der Hotelmanager meinte, es ginge darum, uns in ein anderes Hotel zu lotsen. Übrigens er berechnet diese erste Nacht nicht. Nur unserer Beharrlichkeit hätten wir es zu verdanken, dass dieser Trick nicht funktioniert habe.

Damit waren wir also in Neu Delhi, bereit uns zu erholen, bereit für die nächsten Abenteuer.

Mehr zu unserem Indien: 

Du weisst, dass Du in India bist … Incredible India ist für alle da, Delhi, Uttar Pradesh, Rajasthan, Maharashtra, Goa, Karnataka, Kerala,Tamil Nadu, Himachal Pradesh, Punjab, Uttarakhand, Odisha (Orissa)Andhra Pradesh,

8 Gedanken zu „26.09.2015 – Delhi, wir sind da!

    • keine Sorge, wenn alle Stricke reissen sollten: Indien hat viel mehr als 300 Milionen Götter. Es wird immer einen geben, der sich um Dich kümmert. Äh, Du hast doch vorgesorgt und immer etwas für Dein Karma getan.

      Viel Spass, Namaste und mögen Vishnu, Shiva und Krishna bei Dir sein.

      Gruss Christiane und Aras

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